+
Das ?Gartenhaus? der städtischen Kindertagesstätte am Steinberg soll aufgestockt werden.

Aber die Zahl der Kinder steigt

In Hofheim gibt es keine Kita-Plätze

  • schließen

Die Stadt Hofheim muss dringend ihr Betreuungsangebot für Kleinkinder aufstocken. Doch das ist ziemlich schwierig. 

Hofheim - Wer für sein Kind in Wallau einen Platz in einer Kindertagesstätte sucht, hat momentan schlechte Karten. Denn die vorhandenen Plätze reichen nicht. Einige Kinder sind schon im Langenhainer Familienhaus aufgenommen worden, andere werden in Wiesbadener Einrichtungen gebracht. Die Situation „stellt sich schwierig dar“, heißt es in einer Vorlage des Magistrats für die Stadtverordnetenversammlung.

Der Grund ist, dass die Zahl der Kinder immer weiter steigt. Die Jahrgangsstärke stieg in den letzten drei Jahren von 44 auf 55 Kinder. Die Stadt rechnet damit, dass auch durch Zuzüge der Bedarf weiterhin wachsen wird. Zurzeit gibt es 143 Plätze, und die Stadt geht davon aus, dass bis zu 175 gebraucht werden. Bei den Kindern unter drei Jahren bleibt die Zahl der Anmeldungen zwar hinter den Erwartungen zurück. Aber seit Jahren ist zu beobachten, dass der Anteil der Kinder dieser Altersgruppe, die in einer Einrichtung betreut werden, steigt. Die Versorgungsquote für diese Altersgruppe soll bis 2022 auch von derzeit 40 auf dann 45 Prozent steigen.

Hofheim: Zu wenig Kita-Plätze für zu viele Kinder

Die Ausschüsse der Stadtverordnetenversammlung haben daher beschlossen, dass die Einrichtung „Kids Wallau“, die vom Pme Familienservice betrieben wird, erweitert wird. An dem Anwesen in der Rüdesheimer Straße 2a könnte der Parkplatz überbaut werden und dabei nicht nur Platz für drei Gruppen entstehen, sondern auch noch Wohnungen, bevorzugt für das Personal der Einrichtungen. Der Betreiber ist an einer Ausweitung des Angebots interessiert.

Das Gebäude gehört der stadteigenen Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB), was die Angelegenheit für die Stadt erheblich vereinfacht. Allerdings müsste der Bebauungsplan für das Quartier geändert werden, und das kann durchaus ein Jahr lang dauern, auch wenn der Planungsausschuss dieses Verfahren gleich in Gang gesetzt hat. Daher wurde der Magistrat beauftragt, die Kosten für eine provisorische Notlösung etwa in Form von Containern zu ermitteln.

Kleinkindbetreuung ist in Hofheim nicht flächendeckend möglich

Im Hofheimer Norden ist man schon ein ganzes Stück weiter. In der Kindertagesstätte am Steinberg werden in sieben Gruppen bis zu 175 Kinder im Kindergartenalter betreut. Dazu sollen noch zwei Gruppen für Kinder unter drei Jahren kommen, da diese Plätze fehlen. Zu diesem Zweck soll das sogenannte Gartenhaus aufgestockt werden. Die Parlamentsausschüsse billigten die vorgelegten Pläne und bewilligten 850 000 Euro zur Umsetzung. Einen konkreten Zeitpunkt für die Bauarbeiten gibt es noch nicht, zunächst muss der Bauantrag eingereicht und genehmigt werden.

Während die Parlamentarier diese Planungen einmütig unterstützten, lehnen die Linken die Pläne der Verwaltung ab. Fraktionschef Bernd Hausmann hält überhaupt nichts davon, Wohnungen und eine Kinderbetreuungseinrichtung in einem Gebäude zusammen unterzubringen. „Das ist aber die Zukunft“, erklärte dazu Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU), während Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) ergänzte, eine ähnliche Konstellation im Marxheimer Kindergarten St. Bonifatius werde von allen Beteiligten als gute Lösung aufgefasst.

Kirche bleibt Träger

Ginge es nach den Linken, würde das Problem eher dadurch gelöst, dass die Kindertagesstätte Regenbogen erweitert wird. Der Träger der Einrichtung, die evangelische Kirchengemeinde Wallau, hat dies aber abgelehnt. Der Kirchenvorstand hat die Stadt wissen lassen, dass er sich nicht in der Lage sieht, die mit einer deutlich größeren Einrichtung verbundene Arbeit ehrenamtlich zu leisten.

Die Linke sähe es daher am liebsten, wenn der Vertrag mit der Kirchengemeinde aufgelöst und ein anderer Träger für die vergrößerte Einrichtung gefunden würde. Die Verwaltung selbst sieht in der Gesamtsituation dort nach dem anstehenden Abbruch der Schulturnhalle gute Voraussetzungen für ein gelungenes Konzept. Allerdings möchte man auf keinen Fall auf das Engagement der Kirche verzichten und nimmt daher Abstand von solchen Überlegungen. Dies sehen die Stadtverordneten ebenso.

Was tut sich an der Baustelle in der Lorsbacher Straße?

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare