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Diese tote Katze hat Caroline Kress auf einem Feldweg gefunden. Sie war nicht gekennzeichnet. Wer die Katze kennt, sollte sich beim Tierheim in Kelkheim unter Telefon 01 5 90/ 1 98 3 2 67 melden.

Tierschutz

Wer kümmert sich um tote Fundtiere? 

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Eine Tierfreundin findet eine tote Katze und möchte helfen, dass deren Besitzer informiert werden. Nach einer Odyssee springt das Kelkheimer Tierheim ein.

Kelkheim/Hofheim - Caroline Kress ist eine große Tierfreundin. Bevor die Sossenheimerin am frühen Montagabend von ihrer Arbeitsstelle in Hofheim noch zu einem beruflichen Termin nach Höchst fuhr, machte sie unterwegs Station, um ihrer Hündin eine Gassi-Runde zu gönnen. Unweit der L 3018 zwischen Zeilsheim und Hofheim, an einem Feldweg nahe der Tierklinik, gingen die beiden spazieren, als die junge Frau in der Ferne etwas Dunkles liegen sah. Es war eine tote Katze. 

„Vermutlich ein Kater, da es sich um ein sehr großes und kräftiges Tier handelte. Er war größtenteils schwarz, mit einigen getigerten Stellen vor allem am Kopf“, erzählt sie. Da sie es eilig hatte, stieg sie wieder ins Auto und fuhr zu ihrem Termin. Das Bild des toten Tiers und der Gedanke an die Besitzer, die vermutlich verzweifelt nach ihrer Katze Ausschau halten würden, ließen sie nicht los. „Ich habe die ganze Nacht gegrübelt und bin gleich morgens auf dem Weg zur Arbeit wieder an der Stelle ausgestiegen.“ Die tote Katze lag noch genau dort – nur, dass Wildtiere sich bereits an dem Kadaver zu schaffen gemacht hatten und versucht hatten, ihn anzufressen.

Hofheimer Tierklinik stellt fest: das tote Tier ist nicht gekennzeichnet

Die Hundehalterin beschloss, etwas zu unternehmen, und lief in die wenige 100 Meter entfernte Tierklinik. „Dort bekam ich zur Antwort, dass man mir nicht weiterhelfen könne. Man verwies mich an die Polizei.“ Da die zuständige Wache ebenfalls nur wenige Meter entfernt war, ging Carolin Kress dorthin – ohne Erfolg. „Dort war viel zu viel los“. Die Tierfreundin versuchte es nun beim Haustierzentralregister „TASSO“ in Sulzbach. Doch auch dort kam sie nicht weiter. „Ich habe dann die Telefonnummer des Kelkheimer Tierheims gegoogelt und dort angerufen.“ Tierheimleiterin Nadine Bahr kam gleich und holte den toten Kater ab, den sie schließlich in die Hofheimer Tierklinik brachte. Dort stellte man fest, dass das Tier nicht gekennzeichnet war.

„Ein Problem, das leider sehr häufig vorkommt. Viele Kollegen versäumen es leider, die Tiere zu kennzeichnen, wenn sie sie kastrieren. Dann ist es natürlich nicht möglich, den Besitzer im Falle eines Verlusts zu ermitteln. Das ist sehr bedauerlich, denn am Ende steht immer ein Mensch, der sich die Augen ausweint und leidet“, beklagt die Kelkheimer Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies, die eine Praxis in Hattersheim betreibt.

Polizei erste Adresse bei toten Fundtieren

„Erste Adresse in solchem Fall ist die Polizei. Sie ist im Sinn des Hessischen Gesetzes über die Öffentliche Sicherheit und Ordnung dazu verpflichtet, sich um ein totes Tier zu kümmern, das im öffentlichen Raum gefunden wird“, sagt die Veterinärin. Das gilt auch, wenn man ein verletztes Wildtier findet: „Zwar ist hier der jeweilige Jagdpächter verantwortlich – aber wer hat schon dessen Telefonnummer griffbereit? Also am besten die Polizei benachrichtigen, die sollte dann den Jagdpächter informieren. “

Wer hingegen ein verletztes Tier zum Tierarzt bringt oder diesen anruft, muss in den meisten Fällen für die Behandlungskosten aufkommen.

Kommunale Betriebshöfe übernehmen Abholung eines toten Fundtieres

„Die Abholung eines toten Haustiers übernehmen in aller Regel die kommunalen Betriebshöfe“, antworte Stefan Kunisch, Wehrführer der Feuerwehr Kelkheim-Münster, die gemeinsam mit Vertretern der Einsatzabteilung aus Liederbach ein spezielles Team zur Tierrettung für den Main-Taunus-Kreis stellt. 

Christine Michel, Pressesprecherin der Stadt Kelkheim, bestätigt dies auf Anfrage unserer Zeitung: „Tote Tiere, insbesondere auch Haustiere wie Hunde und Katzen, die auf öffentlichen Flächen liegen, werden von unserem städtischen Betriebshof in enger Abstimmung mit der Polizei abgeholt. Hierfür steht für die städtischen Mitarbeiter eine Spezialkleidung zur Verfügung, um sich vor eventuellen Krankheiten der Tiere zu schützen. Falls die Tiere gechipt sind, kann der Bauhof mit einem Lesegerät über das Haustierzentralregister ,TASSO’ die Besitzer feststellen und informieren.“ Christine Michel ergänzt: „Falls dies nicht der Fall ist, werden die Fundtiere einer Fachfirma übergeben.“ 

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