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Ein mit der Rußrindenkrankheit befallener Ahornbaum zeigt die typischen dunklen Flecken.

Nicht notwendig sie zu fällen

Pilz befällt Ahornbäume im Hofheimer Wald

Im Hofheimer Wald breitet sich derzeit die Rußrindenkrankheit von der Viehweide Richtung Forsthaus aus. Ahornbäume sind von dem Pilz betroffen. 

Hofheim - Die Rußrindenkrankheit hat in Hessen zuletzt für Schlagzeilen gesorgt, weil im Raum Gießen 30.000 befallene Ahornbäume gefällt werden mussten. Die Pilzerkrankung ist für die Bäume tödlich, für Menschen kann sie deshalb gefährlich werden, weil die Pilzsporen allergische Reaktionen bis hin zu Atemnot hervorrufen können. Auch im Hofheimer Wald hat der heiße, trockene Sommer 2018 dafür gesorgt, dass Ahornbäume von der Rußrindenkrankheit befallen wurden. Das teilte der Magistrat jetzt auf eine Anfrage der SPD im Ortsbeirat Kernstadt mit.

Keine Ahorn-Monokulturen im Hofheimer Wald – Pilzbefall breitet sich Viehweide Richtung Forsthaus aus

Besonders die Abteilung 35 an der Viehweide sei betroffen. Von hier aus breite sich der Pilzbefall in Richtung Forsthaus aus. Anders als in Gießen gibt es im Hofheimer Wald aber keine Ahorn-Monokulturen. „Die Bäume kommen hier eher vereinzelt vor, da es sich um Mischwald Bestände handelt“, erläutert Hubertus Behler Sander vom Forstamt Königstein. Förster Karl-Heinz Kollmannsberger hat derzeit Urlaub. Behler-Sander bestätigt die Mitteilung der Stadt, die den Ortsbeirat wissen ließ: „Befallene Bäume im Bestand stellen eine waldtypische Gefahr dar. Deshalb ist es nicht notwendig, sie zu fällen.“

Anders sieht es wohl aus, wenn die kranken Bäume am Wegesrand stehen, denn für diesen Fall teilt die Stadt mit, würden sie „vorbeugend gefällt“. Behler-Sander sagt, dass dies dann aber nicht geschehe, weil von den Pilzsporen eine Gefahr für Spaziergänger und andere Waldnutzer ausgehe. Vielmehr sei die Standfestigkeit der Bäume bei einem Pilzbefall nicht mehr gesichert. Daher greifen die Waldarbeiter dann zur Säge. Das ist allerdings für diese tatsächlich nicht ohne, weil die Pilzsporen allergische Reaktionen der Atemwege auslösen können. Deshalb werde dabei grundsätzlich in Schutzanzügen gearbeitet. Das befallene Holz wird sofort abgedeckt und aus dem Wald gebracht. Selbst für Jogger oder andere Sportler, die tiefe Atemzüge machen, bestehe aber kein gesundheitliches Risiko allein durch die Tatsache, dass Bäume von dem Pilz befallen sind, sagt Behler-Sander im Gespräch mit dieser Zeitung.

Sporen werden über die Luft übertragen – Fällung senkt Ansteckungsgefahr lediglich 

Der Infektionsdruck im Wald werde durch eine Fällung lediglich gesenkt, die Ansteckungsgefahr könne so aber nicht gebannt werden, da die Sporen über die Luft übertragen würden, führte die Stadt in ihrer Antwort an den Ortsbeirat noch aus. Die Krankheit kenne man ja schon lange, erläutert Fachmann Behler-Sander, sie habe sich nur im Extrem-Sommer 2018 besonders gut ausbreiten können, da Trockenheit und Wärme die Bäume geschwächt und das Pilzwachstum gefördert haben.

Der Ahorn ist, wie berichtet, längst nicht die einzige Baumart, die infolge des vergangenen Sommers Schaden genommen hat. Die Fichtenbestände sind stark vom Borkenkäfer befallen. Doch auch diese Baumart ist mit ursprünglich einmal 6 Prozent Waldanteil nicht der „Haupt-Bewohner“ der grünen Lunge der Kreisstadt. Das sind Buchen und Eichen, deren Frühjahrs-Austrieb gerade begonnen hat. Daher sei es aktuell noch zu früh, um zu beurteilen, wie hoch die Schädigung dieser Baumarten ausgefallen ist, sagt der stellvertretende Forstamtsleiter Behler-Sander. Ende Mai könne man dazu konkretere Aussagen treffen. Dann zeige sich, wie die Bäume ihr Laub entwickelten und ob sie es halten könnten.

Rußrindenkrankheit: Kein Befall in der Kernstadt bekannt

Was die Rußrindenkrankheit betrifft, teilt der Magistrat übrigens noch mit, sei in der Kernstadt bislang kein Befall bekannt. Prüfungen führen Mitarbeiter je nach Alter, Vorschädigung und Lage von Bäumen jährlich oder in zwei- oder dreijährigen Abständen durch. Wegen der möglichen Verkehrsgefährdung würden Straßenbäume nach dem Feststellen des Befalls „umgehend gefällt“.

babs

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