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Thomas Kummerfeldt, Hans-Herbert Fuchs, die beiden Naturpark-Mitarbeiter Frank Stockmann und Markus Michna sowie die stellvertretende Naturparkchefin Carolin Pfaff (von links).

Service

Hofheim: Ich kauf' mir eine Bank am Waldrand

Der Naturpark Taunus bietet Eichen-Sitzbänke für 500 Euro an. Spender sind willkommen.

Langenhain. -Die Bank mit dem schönen Blick auf den nahen Bahai-Tempel, Felder, Wald und Streuobstwiesen gehört zu den Lieblingsplätzen von Hans-Herbert Fuchs. Der Vorsitzende des Langenhainer Vereinsrings hatte allerdings bemerkt, dass das Sitzmöbel mit der Zeit altersschwach geworden war. Rund 35 Jahre stehe es schon an dieser Stelle, schätzt Fuchs. Aber wie schafft man es, dass ein Ersatz aufgestellt wird?

Dem Langenhainer kam der Zufall in Gestalt eines Mitarbeiters des Naturpark Taunus zu Hilfe. Der Mann sah auf dem Panoramaweg, an dem die Bank steht, nach dem Rechten und Fuchs sprach ihn auf das Thema an. Er wolle gern eine neue Bank spenden, ob das wohl möglich sei?

Tatsächlich ist der Zweckverband Naturpark Taunus, wie Fuchs erfuhr, da der richtige Ansprechpartner. Denn er bietet das Setzen von gespendeten Bänken (wie auch den Bau und die Montage von Schutzhütten) als Dienstleistung an. Alles in allem koste das rund 500 Euro pro Bank, sagt Carolin Pfaff, die stellvertretende Geschäftsstellenleiterin des Naturparks Taunus.

Auch die Beschaffung der Bänke übernehmen die Naturpark-Mitarbeiter selbst. "Wenn die Spender sie kaufen würden, hätten wir bald viele unterschiedliche Modelle im Naturpark stehen", erläutert Pfaff, die studierte Forstwirtin ist. Die typische Naturpark-Bank ist ein Modell aus Eiche. "Mit Lehne", betont Pfaff. Denn schließlich sollen Wanderer bequem sitzen können, wenn sie sich ausruhen und die Umgebung genießen.

Wanderer, Vereine und andere Ortskundige seien zumeist auch am besten in der Lage zu sagen, wo eine Bank gern genutzt und sinnvoll wäre, weiß Carolin Pfaff. Der Naturpark ist dankbar für jede Anregung und natürlich auch für jeden, der eine Bank spenden will.

Allerdings macht Pfaff auch klar, dass es Grenzen gibt. Die Besitzer möglicher Aufstellflächen müssen gefragt werden, ob sie mit einer Bank einverstanden sind. Und grundsätzlich gilt: "Wir wollen nicht unendlich viele Bänke in die Natur stellen." Am Ende ist es immer eine Einzelfall-Entscheidung.

Der Zweckverband hat selbst ein kleines Budget, um neue Bänke zu kaufen. 10 bis 20 Stück würden im Schnitt pro Jahr neu aufgestellt beziehungsweise erneuert, sagt Carolin Pfaff. Angesichts einer Naturpark-Gesamtfläche von 135 000 Hektar, die sich über sechs Landkreise erstreckt, scheint das erst einmal nicht viel. Da die verwendeten Bänke aber je nach Standort rund 30 Jahre halten, werden in diesem Zeitraum zwischen 300 und 600 Bänke auf Naturparkkosten, also letztlich mit Steuerzahlermitteln, aufgestellt. Rein rechnerisch kommt so bestenfalls auf 225 Hektar Naturpark eine Bank.

Wer ein solches Sitzmöbel für die Allgemeinheit stifte, könne übrigens auch noch eine Plakette mit dem Spendernamen anbringen lassen, erläuterte Carolin Pfaff. Ende September hat sie gemeinsam mit Hans-Herbert Fuchs und Thomas Kummerfeldt vom Vereinsring das Setzen der neuen Bank am Langenhainer Panoramaweg verfolgt. Nach rund 30 Minuten war es geschafft und das neue Stück konnte ausprobiert werden. "Man sitzt gut", lautete das Urteil des Vereinsring-Chefs Fuchs.

Weitere Informationen zum Naturpark und seinen Angeboten gibt es unter der Rufnummer (0 61 71) 97 90 70, oder unter www.naturpark-taunus.de babs

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