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An der Niederhofheimer-/Zeilsheimer Straße entstehen Wohnungen. Die Front des Neubaus ist halbkreisförmig.

Bauprojekte

Hofheim: Innenstadt verändert weiter ihr Gesicht

  • vonManfred Becht
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Die Abrissbagger haben Platz für Wohnungen und die neue RMV-Zentrale geschaffen.

Hofheim -Der Komplex Taunus Sparkasse und Stadtbücherei am Kellereiplatz ist längst nicht mehr das einzige Projekt in der Innenstadt: An verschiedenen Stellen wird jetzt ebenfalls gebaut. An der Alten Bleiche, in der Kirschgartenstraße und am Knotenpunkt Zeilsheimer Straße/Niederhofheimer Straße haben die Abbruchbagger ganze Arbeit geleistet. Über Jahrzehnte vertraut gewordene Gebäude sind verschwunden, nicht immer stößt das auf ungeteilte Zustimmung.

Den seit Jahren leerstehenden Gebäuden eines Autozubehör-Handels am Knotenpunkt von Zeilsheimer Straße, Hauptstraße, Niederhofheimer Straße und Zeil trauert wohl kaum jemand hinterher. Allenfalls gibt es in der Nachbarschaft die Sorge, es werde mehr und größer gebaut als für die Umgebung verträglich - diese Bedenken wurden jedenfalls vor Jahren im Bebauungsplanverfahren geäußert. Ansonsten handelte es sich bei dem Gelände eindeutig um einen städtebaulichen Schandfleck.

14 Wohnungen für den Mietmarkt

Wie berichtet, baut die Idsteiner Bauträgerfirma Bücher dort ein Wohnhaus mit 14 Mietwohnungen. Anders als sonst üblich bei ihren Projekten vermarktet das Unternehmen diese Wohnungen nicht selbst, sondern baut das Gebäude im Auftrag eines Privatmannes aus Wiesbaden, der die Wohnungen dann selbst vermietet. Das Haus besteht aus insgesamt vier Stockwerken, wobei die oberste Etage ein Staffelgeschoss ist, die Fassade also zurückspringt. Ende des nächsten Jahres soll alles fertig sein. Die Autos sollen in einer Tiefgarage verschwinden.

Die Vorderfront des Neubaus hat übrigens eine runde Form, entsprechend dem späteren Straßenverlauf dort. Die Stadt möchte den vielbefahrenen, komplizierten Knotenpunkt umgestalten. In der Diskussion war auch schon ein Verkehrskreisel, den der Magistrat vor längerer Zeit als unwahrscheinlich bezeichnet hat. Kreisverkehre gelten dann als sinnvoll, wenn es in den Zufahrtsstraßen ein ungefähr gleich starkes Verkehrsaufkommen gibt.

Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass die Idee wieder in den Blick gerät. Es sei grundsätzlich vorstellbar, die vorhandenen Planungen auf der Basis neuer Zahlen zu überarbeiten, so Rathaus-Pressesprecherin Iris Bernardelli auf Anfrage. Das schließt kaum etwas aus. In den Haushalt 2022 sollen zunächst Planungskosten eingestellt werden - ganz schnell wird dort also nichts passieren.

Altes Motel weicht neuer RMV-Zentrale

Schon eher als Verlust wird der Abbruch eines Gebäudekomplexes in der Alten Bleiche angesehen. Das Anwesen eines ehemaligen Motels machte zwar einen heruntergekommenen Eindruck, für den verglasten Rundbau wären aber charmante Nutzungsmöglichkeiten denkbar gewesen. Wie im August bekannt wurde, hat die Taunus Sparkasse das Anwesen gekauft und möchte dort eine neue Unterkunft für den Rhein-Main-Verkehrsverbund bauen. Dieser suchte schon seit längerem mehr Raum und soll sogar erwogen haben, ganz aus Hofheim wegzugehen.

Wie groß das Gebäude auf dem 4000 Quadratmeter großen Grundstück wird, steht noch nicht fest. Lars Dieckmann, Pressesprecher der Taunus Sparkasse, berichtete auf Anfrage, dass zurzeit an den Plänen noch gearbeitet werde, dass sich der Neubau aber in die umgebende Bebauung einpassen werde. Die beiden angrenzenden Gebäude an der Straße haben jeweils vier Stockwerke und ein zurückspringendes Staffelgeschoss, auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht ein sechsgeschossiges Gebäude - es ist also allerlei denkbar an dieser Stelle. Das Gebäude soll komplett an den RMV von Oktober 2023 an vermietet werden.

Ein deutlich geringes Bauvolumen ist in der Kirschgartenstraße geplant. Dort entstehen, wie die Grundeigentümer Eva und Michael Pickel berichten, zwei Wohnhäuser, die durch ein gemeinsames und verglastes Treppenhaus miteinander verbunden sind. Die Häuser haben zwei Vollgeschosse und ausgebaute Dachgeschosse und werden ungefähr so hoch wie die bestehenden Häuser in der Nachbarschaft. Sie werden barrierefrei, mit Wärmepumpen beheizt und bekommen noch Solaranlagen auf das Dach.

Der Abbruch der Altbauten wird unter den Passanten und in der Nachbarschaft gelegentlich bedauert, denn eines der beiden Häuser zeigte noch die ursprünglichen Backsteinfassaden vom Beginn des 20. Jahrhunderts, als die ganze Häuserreihe dort entstand. Das Ehepaar Pickel kann dies nachvollziehen, weist aber auf die schlechte Bausubstanz gerade dieses Hauses hin, was unter anderem an breiten Rissen im Mauerwerk erkennbar gewesen sei. Bei einer zeitgemäßen Wärmedämmung wäre von der Backsteinoptik nicht viel übrig geblieben.

MAnfred Becht

Die Altbauten in der Kirschgartenstraße sind verschwunden. Sie machten Platz für modernen Wohnungsbau, der sich an die Umgebung anpassen soll.
Vom früheren Motel an der Alten Bleiche ist nichts mehr geblieben. Hier wird die neue RMV-Zentrale gebaut.

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