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Hofheim: Jeden Tag mindestens drei Straftaten

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Von: Barbara Schmidt

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Eine mutwillig zerstörte Fensterscheibe - im vergangenen Jahr gab es in Hofheim 236 Fälle von Sachbeschädigung ganz unterschiedlicher Art.
Eine mutwillig zerstörte Fensterscheibe - im vergangenen Jahr gab es in Hofheim 236 Fälle von Sachbeschädigung ganz unterschiedlicher Art. © imago images/Arnulf Hettrich

Polizei legt Kriminal-Statistik für 2021 vor: Die Zahl der Delikte in Hofheim sinkt, es gibt aber mehr Sachbeschädigungen.

Hofheim. Im Jahr 2021 sind in der Kreisstadt deutlich weniger Straftaten registriert worden als ein Jahr zuvor. Um 136 ging die Zahl der zur Anzeige gebrachten Delikte zurück, das ist der höchste Rückgang im Main-Taunus-Kreis überhaupt, wie die neue Polizeiliche Kriminalstatistik aufzeigt. Insgesamt liegt die Zahl der Straftaten mit 1613 aber in Hofheim so hoch wie nirgends sonst im Kreis - was daran liegt, dass die Kreisstadt mehr Einwohner hat als jede andere Kommune im Kreis. Im Schnitt gab es in Hofheim täglich zwischen drei und vier Straftaten.

Allerdings korrespondiert die Zahl der Delikte nicht immer mit der der Einwohner, denn Kelkheim weist als zweitgrößte Stadt im MTK mit 845 deutlich weniger Taten auf als das kaum noch kleinere Hattersheim (1365). Für diesen statistischen Wert spielen auch andere Faktoren, etwa ein Bahnhof oder ein Einkaufszentrum (Thema Ladendiebstahl) im Ort oder viele Einpendler (wie etwa in Eschborn) eine Rolle.

Beim Blick auf die sogenannte "Häufigkeitszahl", die die Zahl der Straftaten pro 100 000 Einwohner angibt, ist Hofheim im Kreis eher im Mittelfeld. Da führt dann plötzlich Sulzbach, aufgrund der Delikte, die im MTZ registriert werden.

Einfacher Diebstahl (264 Delikte), Sachbeschädigung (236) und Betrug (223) waren 2021 die häufigsten Delikte. Da hat sich gegenüber dem Vorjahr nichts in der Rangfolge getan. Doch während die Zahlen beim Diebstahl (-18) und dem Betrug (-54) gegenüber dem Vorjahr zurückgingen, sind die angezeigten Sachbeschädigungen mehr geworden (plus 19 Fälle).

Besonders hoch war die Aufklärungsquote bei den vier Fällen von Raub - in allen konnten der oder die Täter dingfest gemacht werden. Ähnlich erfolgreich hat die Polizei im Bereich der Rauschgiftdelikte (Aufklärungsquote 98 Prozent) und der vorsätzlichen leichten Körperverletzung (96,5 Prozent) ermittelt. Dagegen werden bei Sachbeschädigungen die Täter deutlich seltener erwischt, rund drei Viertel der Fälle blieben, ähnlich wie im Vorjahr, ungeklärt.

Insgesamt gilt aber auch für die Kreisstadt: Die Aufklärungsquote gegenüber dem Vorjahr hat sich verbessert. Sie stieg um 4,8 Prozentpunkte und liegt nun mit 65,3 Prozent sogar leicht über dem Kreis-Durchschnitt (64,5 Prozent). Nach einer "Straftat gegen das Leben", also Mord oder Totschlag, musste die Polizei 2021 in Hofheim nicht ermitteln. Es gab aber 54 Fälle von Gewaltkriminalität, das waren 19 weniger als im Vorjahr.

Gestiegen ist die Zahl der angezeigten Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (von 26 auf 42), die von der Verbreitung pornografischer Schriften - heute zumeist über das Internet - bis zur Vergewaltigung reichen können. In diesem Bereich ist die Aufklärungsquote ebenfalls ganz besonders hoch, denn wieder konnte in mehr als 90 Prozent der Delikte ein Verantwortlicher ermittelt werden.

Insgesamt hat die Hofheimer Polizei im vergangenen Jahr 870 Tatverdächtige der Justiz gemeldet, in der überwiegenden Zahl (684) waren sie männlichen Geschlechts und hatten einen deutschen Pass. 34,1 Prozent aller Tatverdächtigen waren nichtdeutscher Herkunft. babs

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