Zurück an alter Wirkungsstätte: Eyup Aslan hat seine Änderungsschneiderei wieder in der Burgstraße.
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Zurück an alter Wirkungsstätte: Eyup Aslan hat seine Änderungsschneiderei wieder in der Burgstraße.

Wirtschaft

Hofheim: In der Kernstadt bleibt Leerstand die Ausnahme

  • vonBarbara Schmidt
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Großstädte haben offensichtlich größere Probleme als das Mittelzentrum Hofheim: Selbst in schwierigeren Lagen finden sich in der City oft neue Mieter für Ladenlokale.

Hofheim. Die Corona-Pandemie hat auch dem Einzelhandel und vielen Dienstleistern mächtig zugesetzt. Da beruhigt es, dass ein Bummel durch die Hofheimer Innenstadt zeigt: Leerstand ist nach wie vor die große Ausnahme.

Immer wieder finden sich selbst für die als schwieriger geltenden kleinen Ladenlokale der Altstadt Mieter. Eyup Aslan ist einer von ihnen. Mit seiner Änderungsschneiderei ist er in die Burgstraße 20 gezogen. "Das ist meine alte Heimat hier", sagt er lächelnd und verweist damit darauf, dass er im selben Ladenlokal angefangen hat, in das er nun nach einigen Jahren im Kaufhaus Buch zurückgekehrt ist. Fast 30 Jahre sei er in Hofheim, berichtet Aslan, "seit 1992" steht draußen an seinem Schaufenster der stolze Hinweis, wie lange der Schneider schon für seine Hofheimer Kunden da ist. Mehr als 1000 Stammkunden habe er, berichtet Aslan. "Bis zur Rente" will er nun nicht mehr umziehen. Die kleine Boutique, die hier vor seiner Rückkehr in die alte Wirkungsstätte zuletzt Mode und Schmuck anbot, hatte schon nach kurzer Zeit wieder aufgegeben.

Neu ist auch das Ladenlokal in der Hauptstraße 28 seit Anfang August belegt. "Zauberhaft" nennt sich das Brautmoden-Geschäft von Loreta Scherer-Amin, in dem sich Damen und Herren auch für andere festliche Anlässe einkleiden können.

Bezogen sind mittlerweile auch alle Geschäftsräume im "Haus Diener", Hauptstraße 29 und 31. Von Poll-Immobilien und die Deutsche Vermögensberatung und eine Massage-Praxis ergänzen hier nun das Dienstleistungsangebot, das in der Altstadt immer mehr Raum einnimmt. Ein weiteres Beispiel gibt's gleich gegenüber im Haus Hauptstraße 38, dem früheren "Frankfurter Hof", wo Kosmetikerin Lisa Fuchs in die Räume eingezogen ist, die zuvor ein Kinderkleider-Laden nutzte.

Wechsel gibt es gerade im ehemaligen "Jean Hammel"-Haus in der Hauptstraße 57. Nach der Geschäftsaufgabe des traditionsreichen Wäsche- und Bekleidungshauses hatte in den vergangenen Wochen ein "Outlet" hier Kunden angezogen. Verschiedene Hofheimer Geschäftsleute hatten Angebote offeriert. Nun soll für einige Wochen das Atelier "Kunst & Rahmen", das Jörg Vilzmann in der Lorsbacher Straße führt, sich hier präsentieren, wie Norman Diehl von der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) bestätigt. Die HWB hatte das Jean-Hammel-Haus gekauft. Für Bürgermeister Christian Vogt eine lenkende Maßnahme der Wirtschaftsförderung, denn die Stadt hat ein großes Interesse daran, was hier in zentraler Lage in den Geschäftsräumen angeboten wird. Eine Spielhalle etwa oder ein Wettbüro gehören nicht zu den Betrieben, die als geeignet gelten, die Innenstadt attraktiv zu halten.

Ins Hammel-Haus soll wieder ein Textilit

Bis die HWB einen langfristigen Mieter für die Geschäftsräume gefunden hat, sollen diese den Kunden möglichst immer mal Abwechslung bieten. Nach "Kunst & Rahmen" werde daher noch einmal ein Outlet-Verkauf bis Weihnachten folgen, sagt Norman Diehl. Er sei "grundsätzlich guter Dinge, dass wir dann einen Nachmieter präsentieren können". Spätestens im Oktober werde sich entscheiden, ob es klappt mit dem Bestreben, wieder einen Anbieter aus der Textilbranche zu gewinnen. Interessenten aus der Gastronomie gebe es reichlich, verrät Diehl, doch damit der Branchenmix stimme, würde man eben gern ein Bekleidungsgeschäft als Mieter haben.

Leerstände gibt es aktuell in Randbereichen. Neben dem schon lange freien Ladenlokal in der Wilhelmstraße jetzt neu im sogenannten "Colosseum", dem Rundbau auf der Ecke Elisabethen-Straße/Alte Bleiche/Kirschgartenstraße. Hier hat sich "Quadrat-Einrichtungen", ein Spezialist für Design-Möbel, verabschiedet. Das Geschäft ist aber nur umgezogen aufs Hochfeld, in die Straße Am Kreishaus 14. Einen Teil der Räume hatte zu Jahresbeginn das Floristik-Geschäft "Tulipo" bezogen, das schon vor Jahren einmal in der Türmchenzeile Räume hatte. Auch dieses Geschäft gibt es inzwischen nicht mehr. In der Türmchenzeile steht nach wie vor der ehemalige Bastelladen direkt neben dem Durchgang zum Tivertonplatz leer.

Das war's dann aber auch schon mit aktuell nicht genutzten Verkaufsflächen. Was Geschäftsaufgaben betrifft, scheinen jedenfalls aktuell die Großstädte deutlich mehr unter den Folgen der Veränderungen, die Corona ausgelöst hat, zu leiden. babs

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