Immer mehr berufstätige Eltern, und das ist von der Politik ja auch so gewollt, sind auf Betreuungsplätze für ihre Kinder angewiesen. Nun lassen sich aber private Familienplanung sowie Zu- und Wegzüge von Familien in einer Stadt nicht präzise prognostizieren, so dass es immer wieder auch zu Engpässen im Angebot kommen kann.
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Immer mehr berufstätige Eltern, und das ist von der Politik ja auch so gewollt, sind auf Betreuungsplätze für ihre Kinder angewiesen. Nun lassen sich aber private Familienplanung sowie Zu- und Wegzüge von Familien in einer Stadt nicht präzise prognostizieren, so dass es immer wieder auch zu Engpässen im Angebot kommen kann.

Soziales

Hofheim: Komplizierte Kita-Planung

  • VonManfred Becht
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Gibt es in der Kreisstadt genügend Plätze für Kita-Kinder und Krabbelkinder? Die Lage ist verzwickt: In manchen Ortsteilen gibt's zu viele und in anderen zu wenige Plätze. Allgemein herrscht aber ein Mangel beim U3-Angebot.

Hofheim -In Hofheim gibt es 1496 genehmigte Kindertagesstättenplätze, der rechnerische Bedarf beträgt im neuen Kindergartenjahr nach den Sommerferien 1438 Plätze und sinkt dann weiter. Daraus könnte man schließen, dass die Situation sehr entspannt ist - und damit läge man aus vielerlei Gründen falsch. Gemeint sind damit ohnehin nur die Plätze für Kinder ab drei Jahren - für die Kleineren muss man sogar von einem Nachholbedarf sprechen. Das ergibt sich aus dem neuen Kinderbetreuungsplan, den der Magistrat jetzt der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt hat.

Schon der Blick in einzelne Ortsteile zeigt, dass auch für die Kinder über drei Jahren (Ü3) die Lage nicht so unproblematisch ist. So wird es in Lorsbach, wenn die begonnenen Umbauarbeiten abgeschlossen sind, wieder 100 genehmigte Plätze geben. Für das Kindergartenjahr 23/24 aber wird mit 110 Kindern gerechnet, danach sogar mit 119 Kindern. Dass diese Prognose nicht genau zutrifft, weil es Zu- und Wegzüge gibt, ist gut möglich.

Dass es in Lorsbach Handlungsbedarf gibt, ist aber unstreitig. Bürgermeister Christian Vogt (CDU) wies im Sozialausschuss darauf hin, dass die Wohnungsbaugesellschaft auf dem Nahkaufgelände bauen möchte, unter anderem eine Kinderbetreuungseinrichtung. Erste Mittel sollen im Nachtragshaushalt bereitgestellt werden. Aber in trockenen Tüchern ist das alles noch nicht.

Die Stadt möchte auch vermeiden, dass die Eltern zwangsweise eine Einrichtung in einem anderen Stadtteil nutzen müssen. So wird es im Norden der Kernstadt, im Einzugsbereich der Pestalozzi- und der Steinbergschule, in den nächsten Jahren über 40 Plätze zu viel geben. Aber bekanntlich soll gebaut werden, vor allem an der Höchster Straße. Damit steigt auch der Bedarf an Betreuungsplätzen.

Rechnerisch werden in Wildsachsen ebenfalls Plätze fehlen, doch beim Bau der bestehenden Einrichtung wurde die Möglichkeit vorgesehen, Platz für eine weitere Gruppe zu schaffen. In Diedenbergen könnte es im nächsten Jahr einen Engpass geben, aber anschließend soll sich, laut Prognose, die Lage entspannen. In Langenhain wiederum gibt es nur deshalb kein Problem, weil das Evangelische Kinder- und Familienhaus erweitert werden soll. In Wallau wird mit der neuen Einrichtung Kids Wallau das gleiche Ziel erreicht. Stadtrat Bernhard Köppler (SPD) berichtete, dass die Stadt sich auch die Einrichtung einer weiteren Waldkindergartengruppe vorstellen kann.

Bei den Kindern unter drei Jahren sieht es anders aus. Im Main-Taunus-Kreis soll möglichst für die Hälfte aller Kinder ein Platz angeboten werden, Hofheim erreicht aber im neuen Kindergartenjahr nur eine Versorgungsquote von 41,5 Prozent. Und dabei ist die geplante Erweiterung der Kindertagesstätte am Steinberg schon eingerechnet. Andererseits sind die Zahlen nicht ganz so aussagekräftig wie bei den Kindern über drei Jahren, denn zurzeit werden 65 Hofheimer Kinder in auswärtigen Kinderkrippen betreut, während etwa 30 Kinder von außerhalb nach Hofheim kommen.

Die Stadt hat aber allerlei Pläne, um zusätzliche Plätze zu schaffen. In Lorsbach wird über eine Erweiterung der Einrichtung der "Lorsbacher Glückskinder GmbH" gesprochen, in Wallau werden die städtische Einrichtung "Wandersmann" und mittelfristig auch die "Kids Wallau" erweitert. In Wildsachsen könnten bei einer Erweiterung der Kindertagesstätte durch eine altersgemischte Gruppe auch Plätze für Kinder unter drei Jahren entstehen.

Freilich sind Einrichtungen und Räume das eine, Personal das andere. Bekanntlich ist es extrem schwer, Erzieherinnen und Erzieher zu finden. In Marxheim wurde in einem funkelnagelneuen Gebäude der Wohnungsbaugesellschaft die Kindertagesstätte St. Bonifatius wieder eröffnet. Aber zwei Gruppen für Kinder unter drei Jahren, mit zusammen 24 Plätzen, gibt es derzeit nur auf dem Papier - die katholische Kirchengemeinde hat bislang nicht genug Erzieherinnen und Erzieher gefunden.

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