Ein modernes Klassenzimmer der Hofheimer Eli-Schule: Der Luftfilter an der Rückwand, der wie ein großer Standkühlschrank aussieht, soll für weitestgehend virenfreie Luft sorgen. Gelüftet wird natürlich auch noch - ganz klassisch, indem die Fenster geöffnet werden.
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Ein modernes Klassenzimmer der Hofheimer Eli-Schule: Der Luftfilter an der Rückwand, der wie ein großer Standkühlschrank aussieht, soll für weitestgehend virenfreie Luft sorgen. Gelüftet wird natürlich auch noch - ganz klassisch, indem die Fenster geöffnet werden.

Schule

Hofheim: Luftfilter - Gute Erfahrungen in Privatschulen

  • VonBarbara Schmidt
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Die Hofheimer Elisabethenschule und das Kelkheimer Richter-Gymnasium haben die Geräte bereits. Es gibt auch einen psychologischen Effekt.

Hofheim/Kelkheim -Der Streit um die Luftfiltergeräte für die staatlichen Schulen im Main-Taunus-Kreis ist längst ein Dauerbrenner. Während die Koalition im Kreistag bislang wenig von einer flächendeckenden Anschaffung hält, fordern immer mehr Eltern sie nun per Unterschriftensammlung. Sie wollen damit dem "Brandbrief", mit dem eine Reihe von Schulelternbeiräten und der Kreiselternbeirat im Dezember sich für eine Ausstattung aller Klassenräume im Kreis stark gemacht hatte, noch einmal Nachdruck verleihen.

An der Hofheimer Elisabethenschule und am Privatgymnasium Dr. Richter in Kelkheim ist man längst weiter. Beide Schulen verfügen bereits mehr als ein Jahr über entsprechende Geräte in allen Räumen - und sie sind damit seither gut durch die Pandemie gekommen, wie die Schulleiterinnen Pia Radeck und Marion Polydore auf Anfrage dieser Zeitung berichten.

Gesundheitsamt sehr zufrieden

"Wir sind wirklich sehr zufrieden mit dieser Anschaffung. Wir hatten bisher erst einen einzigen Corona-Fall bei all unserem Testen", sagt Eli-Schulleiterin Pia Radeck. Über eine Geräuschbelästigung durch die kühlschrankgroßen Filtergeräte, die vom Schulträger angeschafft und durch Elternspenden bezuschusst wurden, habe in der gesamten Zeit niemand geklagt sagt Radeck. Durchgelüftet werde natürlich weiterhin etwa zur Hälfte jeder Unterrichtsstunde.

Das Gesundheitsamt des Kreises, das die Elisabethenschule genauso behandle wie alle staatlichen Schulen, habe sich schon mal überrascht darüber gezeigt, mit der Eli so wenig Arbeit zu haben. "Was machen Sie nur, Frau Radeck?", sei sie gefragt worden, berichtet die Schulleiterin, die zur Antwort auf die Luftfilter verwiesen hat.

Auch Marion Polydore kann berichten, das Gesundheitsamt sei "sehr zufrieden" mit dem Richter-Gymnasium. Ob und wie viel die Geräte dazu beitragen, dass es in der Schule noch keine Corona-Ausbrüche gab, kann sie natürlich nicht sagen. Für Marion Polydore ist aber entscheidend, dass es "beruhige zu wissen, dass wir sie haben." Sicher sei das eher ein psychologischer Effekt, räumt die Direktorin ein. "Doch in diesen unruhigen Zeiten ist es wichtig, dass Ruhe im Haus ist."

Bei den Anmeldungen für das neue Schuljahr hat sie schon von vielen Eltern gehört, dass sie es gut finden, dass die Schule die Geräte angeschafft hat. "Es geht um dieses Sicherheitsbedürfnis", sagt Polydore, und auch Radeck kann Eltern gut verstehen, für die bei der Schulwahl ein solcher Punkt eine Rolle spiele. Das Richter-Gymnasium hatte zunächst probeweise im Oktober 2020 Filtergeräte angeschafft, nach einem halben Jahr hat die Schule sie erworben. Der Förderverein habe bei der Finanzierung geholfen, sagt Polydore. Nach der Ausstattung von Klassenräumen, Mensa und Lehrerzimmer wurde für die Verwaltung inzwischen noch einmal nachgerüstet.

Weniger Viren und weniger Pollen

Nicht nur die Viruslast in der Raumluft können die Geräte verringern, wie Gutachten bestätigen. Pia Radeck hat in ihrer Schule vielfach berichtet bekommen, dass die Filterung auch den Allergikern helfe. "Wer mit Pollen zu tun hat, hat wohl deutlich weniger Reiz verspürt", sagt die Eli-Schulleiterin.

Zu den Anschaffungskosten für die Geräte kommt eine jährliche Wartung. Da brauche es vor allem "einen wirklich guten Hausmeister", sagt Polydore. Und natürlich kostet auch das Geld. Dennoch lautet ihr klares Fazit zum Filtergerätekauf: "Ich würd's wieder machen." babs

Info-Extra: Mehr als 3000 Unterschriften

32 Schulelternbeiräte im Main-Taunus-Kreis haben am Sonntag eine Online-Petition gestartet, in der sie Luftfilter in allen Räumen von staatlichen Schulen im MTK fordern. Der Aufruf richtet sich an Landrat Michael Cyriax (CDU). Der Zuspruch ist enorm. Innerhalb von 48 Stunden nach Beginn wurde das Quorum von 2000 Unterschriften geschafft, das auf der Internet-Plattform "openPetition" als Indikator für die Relevanz des Themas gilt. Bis gestern Abend haben 3036 Menschen die Petition unterschrieben. Wer an der Aktion pro Luftfilter in MTK-Schulen teilnehmen möchte: mehr unter openPetition.de (Kategorie: Bildung / Suche: Main-Taunus-Kreis). red

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