Die Kliniken in Hofheim.
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Krankenhäuser

Hofheim: Main-Taunus-Kliniken 2019 wieder im Plus

  • vonBarbara Schmidt
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Nach zwei Geschäftsjahren mit defizitären Abschlüssen gab es jetzt eine "schwarze Null".

Main-Taunus. Seit vier Jahren sind die Kliniken des Main-Taunus-Kreises mit dem Klinikum Frankfurt-Höchst im (Ver-)Bunde. Erklärtes Ziel, das die kommunalen Träger vorgegeben hatten: Nach fünf Jahren sollte die gemeinnützige Gesellschaft "Kliniken Frankfurt-Main-Taunus" schwarze Zahlen schreiben. Ganz schlecht scheinen die Partner dahin nicht unterwegs. Die gerade öffentlich gemachte Bilanz für 2019 jedenfalls weist ein weiter verringertes Defizit aus. Stand für 2018 noch ein Minus von 3,5 Millionen Euro unterm Strich, so fehlten im vergangenen Jahr "nur" 1,6 Millionen zur "Schwarzen Null".

Die Kliniken des Main-Taunus-Kreises konnten sogar für ihren Teil des Verbunds ein leichtes Plus von 100 000 Euro einbringen. Dass der Partner in Höchst es nicht in den schwarzen Bereich schaffte und 1,7 Millionen Euro Miese erwirtschaftete, liegt nicht zuletzt daran, dass der Klinikum-Neubau noch immer nicht bezogen werden konnte. Der Fertigstellungstermin, ursprünglich mal Herbst 2019, musste erst kürzlich erneut verschoben werden. Die erhofften Spar-Effekte fehlen daher weiter. Außerdem hatte das Klinikum Höchst 2019 erstmals die Kosten für die Renten-Zusatzversicherung der Mitarbeiter selbst zu tragen, was mehr als 2 Millionen Euro fraß.

Immerhin: Beiden Verbundpartnern gelang eine Umsatzsteigerung. Zu den Main-Taunus-Kliniken gehören neben den Krankenhäusern in Bad Soden und Hofheim Tochterunternehmen wie die Privatklinik, die Seniorenresidenz in Eppstein, die Gesundheitsakademie und die Main-Taunus-Service-Gesellschaft mit ihrer Großküche, die seit März dieses Jahres auch das Klinikum Höchst versorgt. Die Umsatzerlöse des Gesamtunternehmens stiegen um fünf Prozent von 114 auf 117 Millionen Euro. Detaillierte Zahlen gab der Konzern, wie stets, nicht bekannt.

Geschäftsführer Stefan Schad nennt zum einen Synergien aufgrund des Verbunds als Grund für das positive Jahresergebnis der Main-Taunus-Kliniken. Erkennbar sei zudem, dass das Vertrauen der Patienten in die Arbeit von Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten weiter wachse. 22 525 stationäre (Vorjahr: 23 439) und 41 396 ambulante Patienten (Vorjahr: 40 878) wurden gezählt. Mehr Zulauf verzeichneten laut Schad vor allem die Fachbereiche Geriatrie (Altersmedizin) und Psychiatrie/Psychosomatik. Zudem kamen mehr Patienten mit schweren Krankheitsverläufen (etwa in der Kardiologie). Das bringt den Kliniken aufgrund des Abrechnungssystems der diagnosebezogenen Fallgruppen (DRGs) eine höhere Vergütung. Gut angenommen worden sei auch die 2019 neu eröffnete Schmerzklinik.

Main-Taunus-Landrat Michael Cyriax (CDU) lobt, dass alle Mitarbeiter einen "tollen Job" machten, was gerade die Herausforderung durch Corona gezeigt habe. Wie die Pandemie sich wirtschaftlich auf das laufende Geschäftsjahr auswirkt, hängt laut Martin Menger, dem Geschäftsführer der Klinikenverbunds, auch an der weiteren Entwicklung. Momentan gehe man davon aus, die Planziele erreichen zu können. babs

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