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Der Neubau der Ländcheshalle verzögert sich weiter, während Kunstrasenplatz und Tartanbahn bereits fertig sind.

Fertigstellung verzögert sich

Neubau-Debakel: Ländcheshalle in Hofheim wird erneut teurer – und zum Millionengrab

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Die Kosten für den Neubau der Sporthalle im Hofheimer Stadtteil Wallau klettern auf mehr als 11,8 Millionen Euro. Ursprünglich waren mal 7 Millionen geplant. Die Fertigstellung verzögert sich.

  • Die Ländcheshalle wird nach einer Schätzung erneut teurer
  • Der Neubau in Hofheim wird zum Debakel und Millionengrab
  • Zudem verzögert sich die Fertigstellung des Projekts

Hofheim – Die neue Ländcheshalle wird für die Stadt Hofheim mehr und mehr zum Millionengrab. Nach einer neuen Schätzung wird die Halle mehr als 11,8 Millionen Euro kosten - als der Bau der Halle in der jetzigen Form beschlossen wurde, war von gut 7 Millionen Euro die Rede. Noch im vergangenen November war die Verwaltung von einer Gesamtinvestition in Höhe von 10,5 Millionen Euro ausgegangen.

Neubau-Debakel in Hofheim: Ländcheshalle 1,3 Millionen Euro teurer

Diese Zahlen gehen aus einer Vorlage des Magistrats für die Stadtverordnetenversammlung hervor, mit der die Parlamentarier über den aktuellen Stand der Dinge informiert werden. Diskutiert wird sie im wegen der Corona-Krise gebildeten Sonderausschuss, der sich am morgigen Mittwoch um 18.30 Uhr in der Stadthalle trifft. Nachdem es früher schon Unmut über die Kostensteigerungen gegeben hat, kann man gespannt sein auf diese öffentliche Sitzung.

So ganz genau auf Euro und Cent ergibt sich aus der Vorlage nicht, wie es zu den Kostensteigerungen gekommen ist. Eine Rolle spielte offensichtlich, dass die Firma in Insolvenz gegangen ist, die den Sportboden verlegen sollte. Dass diese Arbeiten neu ausgeschrieben werden musste, hat natürlich Geld gekostet, erklärt einen Sprung von 1,3 Millionen Euro aber wohl nicht. Der Magistrat hat auch ausdrücklich erklärt, dass Zahlungen an die insolvente Firma noch nicht geleistet wurden.

Ländcheshalle-Debakel in Hofheim: Projektfertigstellung verzögert sich

Schon klarer ist, dass diese Vorgänge das ganze Projekt verzögern. Die Rede ist jetzt von einer Fertigstellung gegen Ende des 4. Quartals 2020 - die Halle wird demnach frühestens im Dezember fertig. Immerhin ist das wenigstens eine Prognose - eine Weile hatte sich der Magistrat überhaupt nicht mehr festlegen wollen. Dann hieß es, die Halle werde 2020 fertig. Nach jetzigem Stand klappt dies aber nur, wenn es keine weiteren Komplikationen gibt. Insgesamt beziffert die Stadt die Verzögerungen auf zehn Monate.

Erhebliche unvorhergesehene Schwierigkeiten hatte es bereits 2019 gegeben. Im Juni trennte sich die Stadt von den Planern für die Haustechnik. Das ist der komplizierteste Teil eines solchen Projektes - Heizung, Lüftung, Wasser, Strom und anderes müssen aufeinander abgestimmt werden, auch im Bauablauf. Prompt kam es zu einer Verzögerung bei all diesen Gewerken, und solche Verzögerungen sind mit Mehrkosten verbunden. In dem Fall machte dies fast 500.000 Euro aus - der Betrag ist aber nicht in der jetzigen Steigerung von 1,3 Millionen Euro enthalten.

Ländcheshalle in Hofheim: Zwölf-Millionen-Euro-Grenze könnte überschritten werden

Eine Aufstellung über die Kostenentwicklung seit dem Parlamentsbeschluss im Jahre 2015 zeigt, dass die Kalkulation damals in Höhe von etwas mehr als 7 Millionen Euro unrealistisch war. Der Ausbau der Straße Am Hobelheck und der Parkplatz dort sind lange bekannte Notwendigkeiten, deren Kosten erst nach und nach in die Kalkulation eingegangen sind. Dies hat mindestens rund 730 000 Euro ausgemacht.

Wie groß ist nun die Gefahr, dass auch die jetzt angesetzten 11,8 Millionen Euro nicht ausreichen werden? 90 Prozent aller Gewerke sind ausgeschrieben, die entsprechenden Verträge abgeschlossen. Natürlich sind die Rohbauarbeiten abgeschlossen, die Haustechnik aber, je nach Gewerk, zwischen 60 und 90 Prozent. Das Risiko besteht also, dass zumindest die Zwölf-Millionen-Euro-Grenze überschritten wird.

Ein weiteres Dauerärgernis in Hofheim: Hundebesitzer lassen ihre Vierbeiner fast überall ihr Geschäft erledigen. Jetzt gibt es das Problem auch noch auf Hofheims Friedhöfen. Wildernde Hunde haben zudem in Langenhain für Aufregung gesorgt.

Die Taunus Sparkasse hat in Hofheim ein Filet-Grundstück gekauft

Von Manfred Becht

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