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Hofheim: Marc Schlüter ist der Mann für alle Fälle

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Von: Barbara Schmidt

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Seine Berufslaufbahn startete Marc Schlüter beim Finanzamt in seiner Heimatstadt Darmstadt. Heute ist der 48-Jährige Leiter des Fachbereichs Zentrales im Hofheimer Rathaus.
Seine Berufslaufbahn startete Marc Schlüter beim Finanzamt in seiner Heimatstadt Darmstadt. Heute ist der 48-Jährige Leiter des Fachbereichs Zentrales im Hofheimer Rathaus. © babs

Seit seinem Amtsantritt vor drei Jahren hat Bürgermeister Christian Vogt (CDU) im Hofheimer Rathaus für einige Veränderung gesorgt. Die Verwaltungsstruktur wurde kräftig umgebaut. Im Ergebnis sind nun die Zuständigkeiten überschaubarer, denn statt nur drei Diensten, die alles Mögliche subsumierten, gibt es nun zehn Fachbereiche, die weitgehend den früheren Ämtern entsprechen.

Hinzu kommt die von Vogts Vorgängerin Gisela Stang (SPD) geschaffene Stabsstelle, deren Zuschnitt Vogt aber verschlankt hat. Da im Rathaus zudem in vielen zentralen Aufgabenbereichen leitende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ruhestand gegangen sind, gab es auch personell einigen Wandel. In einer kleinen Sommerserie stellen wir die Menschen vor, die Fachbereichsleitungen in jüngster Zeit neu übernommen haben.

Hofheim. Mit dem Fachbereich, der von Marc Schlüter geleitet wird, hat eigentlich jeder im Hofheimer Rathaus zu tun. Denn diesem kommt genau die Rolle zu, auf die der Name verweist: Hier geht's um "Zentrales". Die Bereiche Recht und Versicherungen, Personal, Digitalisierung und IT oder Organisation sind wesentliche Bausteine. "Wir bearbeiten hier Querschnitts-Aufgaben", umschreibt es Marc Schlüter.

Das fängt mit der Sorge dafür an, dass jeder städtische Mitarbeiter einen Arbeitsplatz hat, der funktioniert, und reicht bis zur Verantwortung fürs Bürgerbüro. Zugeordnet wurde dem Zentralen Dienst zudem der Bereich Wahlen und Statistik. "In der Stellenausschreibung stand das noch nicht drin", erinnert sich Schlüter mit einem Schmunzeln, aber auch seine Vorgängerin Ilona Harkert war ja schon Wahlleiterin in Hofheim, und der neue Fachbereichsleiter hat seine "Feuertaufe" auf diesem Terrain gleich mit der kompliziertesten Wahl, der Kommunalwahl, bestanden.

Ganz so neu, das lässt sich daran ablesen, ist Marc Schlüter nämlich nicht mehr im Rathaus, zum 1. September 2020, mitten in der Pandemie, hat er den Arbeitsplatzwechsel vollzogen. Der war für ihn auch ein Wechsel vom Landes- zum Kommunalbeamten, denn der 48-Jährige kann auf viele Jahre im Dienst des Landes Hessen zurückblicken.

Gestartet hat der gebürtige Darmstädter seine Berufslaufbahn in seiner Heimatstadt, beim Finanzamt. "Als junger Mensch hat man wenig Vorstellung davon, was da so auf einen zukommt im Berufsleben", sagt der Wahl-Hattersheimer heute. Doch mit dem Diplom als Finanzwirt in der Tasche muss ja das Leben nicht mit Elster Online enden. Schlüter jedenfalls wurde gleich bei der Diplom-Verleihung angesprochen, ob er nicht Lust hätte mitzuhelfen, die damals neue doppelte Haushaltsführung mitsamt SAP-Software beim Land Hessen einzuführen. "Projektarbeit par exellence" sei das gewesen, sagt Schlüter - und eine Zeit, in der niemand fragte, wann denn Feierabend sei. Diese Geburtshilfe für das "Hessische Competence Center", das nun schon seit 20 Jahren für die Verwaltungssteuerung auf Landesebene sorgt - für Schlüter eine wegweisende Erfahrung.

2007 wurde er gefragt, ob er nicht Persönlicher Referent des Staatssekretärs im Finanzministerium sein wolle. Was das bedeute, habe er auch hier nicht wirklich gewusst, meint Schlüter lächelnd. Allein, er nahm auch diese Offerte an. Ressortübergreifend ging es unter anderem um den Aufbau der Lehrer- und Schülerdatenbank. 2010 wechselte er ins Kultusministerium. Haushalt, Organisation und Controlling im Blick zu haben, "und das mit wechselnden Ministern", sei wiederum "extrem spannend" gewesen, meint der 48-Jährige. Um die Einführung der Schulbudgets ging es unter anderem. Marc Schlüters Selbstverständnis bei alldem: "Ich bin Teil der Verwaltung. Wir bieten die bestmögliche Unterstützung für die Politik, machen aber nicht selbst Politik."

Das will Schlüter auch im Hofheimer Rathaus so halten. Um seinen Job hier hat sich der Hattersheimer, der nach den vielen Jahren im Land einfach mal (kommunales) Neuland wollte, diesmal ganz ordentlich beworben. Inzwischen hat er schon einigen Respekt davor gewonnen, "welche Herausforderungen so ein Bürgermeister täglich hat". Damit diese nicht nur der Chef, sondern die gesamte Stadtverwaltung meistern kann, versuche sein Fachbereich, "eine Basis zu schaffen, dass die Arbeit möglichst effizient und rechtssicher läuft", erläutert Schlüter.

Die Technik für die Anforderungen des Online-Zugangsgesetzes auszurüsten oder ein Dokumentarsystem einzuführen gehört zu den Zukunftsaufgaben. Aktuell ist etwa die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Ehrenamt bei der Betreuung der Ukraine-Flüchtlinge ein Thema. Schlüters Credo dabei: "Wenn sich da Bürger in ihrer Freizeit so engagieren, dann sind wir als Verwaltung gefordert, alles zu tun, was ihnen die Arbeit erleichtert."

Am Freitag lesen Sie im nächsten Teil der Serie, was Jörg Fichtl, der neue Fachbereichsleiter Kinderbetreuung, an seiner Aufgabe so spannend findet.

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