Symbolbild: Künftig soll es in allen Hofheimer Stadtteilen mehr Kontrolle geben, um gegen Falschparker vorzugehen.
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Symbolbild: Künftig soll es in allen Hofheimer Stadtteilen mehr Kontrolle geben, um gegen Falschparker vorzugehen.

Lokales

Hofheim: Mehr Stellen für die Stadtpolizei

  • VonManfred Becht
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Ein gefährliches Problem: Falschparker blockieren Feuerwehrfahrzeuge

Hofheim -Seit dem vorletzten Jahr stockt die Stadt das Personal bei der Ordnungspolizei auf. Acht Stellen gab es damals. Inzwischen stehen zwölf Ordnungspolizisten im Stellenplan. Auch wenn diese Mitarbeiter noch andere Aufgaben haben: Rein theoretisch wäre damit auch mehr Personal vorhanden, das sich um Falschparker kümmern könnte.

Dass dies notwendig wäre, das haben 2021 Fahrten der Feuerwehren durch die Ortsteile gezeigt. Neu ist das Problem nicht - in den Ortsbeiräten werden ständig Klagen laut über Autos, die so abgestellt werden, dass es für die Retter kein Durchkommen gibt. Viele Autofahrer prüfen zwar Pi mal Daumen, wenn sie parken, ob gewöhnliche Personenwagen vorbei kommen. An Feuerwehrautos und Fahrzeuge der Müllabfuhr denken sie dabei oft nicht.

Es handelt sich nicht um Ausnahmen, die Fälle häufen sich. In Wallau zum Beispiel. In der Mühlgasse war bei der Rundfahrt der Feuerwehr ein Auto an der Einfahrt von der Straße zur Burg nicht genau auf dem Parkplatz abgestellt, die Feuerwehr kam nicht vorbei. Man versuchte es von der anderen Seite her - und an einer Engstelle blockierten zwei Autos die Durchfahrt. Hätte es gebrannt, hätte die Feuerwehr nicht mit ihrem Lkw zur Unglücksstelle kommen können.

An der Einmündung der Straße "Am Nachtschatten" wiederum war zu diesem Zeitpunkt eine Baustelle - ein Auto stand auf dem Gehweg, zwei im Halteverbot. In der Pfarrbornstraße kommt die Feuerwehr an Hausnummer 18 nur durch, wenn das Auto gegenüber direkt an der Wand steht und die Räder nicht nach außen gestellt sind. In der Hans-Böckler-Straße am Wickerbach waren Autos so geparkt, dass die Feuerwehr blockiert wurde.

Manches hat sogar System. In der Bachgasse wird eine Feuerwehrzufahrt durch Lieferfahrzeuge eines Restaurants blockiert. Sobald eines wegfuhr, wurde ein neues dort abgestellt, hat die Feuerwehr beobachtet. Wird dies geahndet, zahlt der Halter des Autos ein Bußgeld von 55 Euro. Offensichtlich wird dort aber so selten kontrolliert, dass solche Strafen das Geschäftsmodell des Wirtes nicht gefährden.

Freilich sind es nicht immer Geschäftsleute oder Privatpersonen, die die gefährlichen Situationen heraufbeschwören. In der Wallauer Pfarrbornstraße wurde eine alte Laterne gegen eine neue getauscht. Die neue Lampe steht näher an der Straße als ihre Vorgängerin - und macht eine Engstelle aus dem Abschnitt. Parkt jemand auf der anderen Seite nicht dicht an der Wand, endet an dieser Stelle für die Feuerwehr die Fahrt.

In Wildsachsen gibt es gleich drei Hydranten, die immer wieder einmal zugeparkt werden. Das kann im Notfall zu Verzögerungen bei der Hilfeleistung führen, heißt es im Bericht des Magistrats über die "Bewegungsfahrten" in Hofheims kleinstem Stadtteil. Auffällig ist außerdem, dass immer wieder davon die Rede ist, am besten müsse dieser oder jener Parkplatz verschwinden, eben weil sich die Autofahrer nicht an die Markierungen halten. Kommen die Parkplätze dann weg, gibt es Proteste aus der Anwohnerschaft. Solche Erfahrungen hat die Stadt in der Hofheimer Altstadt schon gemacht.

Offensichtlich gibt es aber die Absicht, sich mehr um das Thema zu kümmern. Künftig solle es regelmäßig solche "Bewegungsfahrten" in allen Stadtteilen geben, hat der Magistrat in mehreren Ortsbeiräten wissen lassen. Zur Kontrolle der Situation sind dann ja auch mehr Mitarbeiter der Ordnungspolizei verfügbar - theoretisch. Denn mehr Stellen nutzen nichts, wenn sie nicht besetzt werden können. Die Aufstockung auf zwölf tatsächlich vorhandene Mitarbeiter, lässt die Stadt wissen, sei jedenfalls noch nicht geschafft.

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