Man sieht, es geht. Aber nur in einem kurzen Steckenabschnitt im Süden gilt Tempo 30 auf der viel befahrenen Rheingaustraße (B 519).
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Man sieht, es geht. Aber nur in einem kurzen Steckenabschnitt im Süden gilt Tempo 30 auf der viel befahrenen Rheingaustraße (B 519).

Verkehr

Hofheim: Mehrheit gegen Tempo 30 auf der Rheingaustraße

  • VonManfred Becht
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Grüne in der Stadtverordnetenversammlung: Der Lärm auf Hofheims meist befahrener Straße würde halbiert. CDU, FDP und FWG widersprechen

Hofheim -Es gab schon Zeiten, fünf Jahre liegt das zurück, da wollten Stadtverordnete und Magistrat für die gesamte Rheingaustraße eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde durchsetzen. Die Auseinandersetzung mit der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil, die bei Bundesstraßen gefragt werden muss, war von allerlei Kapriolen gekennzeichnet, um zulässige Berechnungsmethoden und anderes mehr. Magistrat und Parlamentsmehrheit hatten im vergangenen Jahr schließlich kapituliert.

Jetzt hat sich die Diskussion weiterentwickelt. Die fehlende Durchsetzbarkeit gegenüber Hessen Mobil ist gar nicht mehr das Problem. CDU, FDP und FWG wollen von einer solchen Tempobegrenzung nichts mehr wissen, mit unterschiedlichen Begründungen. Die Grünen wollten einen neuen Anlauf nehmen, bekamen in der Stadtverordnetenversammlung aber nur die Unterstützung der Linken. Die SPD enthielt sich.

Die Grünen hatten sich eine Stellungnahme von Hessen Mobil aus dem vergangenen November noch einmal vorgenommen. Sie haben dem Papier entnommen, dass die Richtwerte überschritten werden, die eine weitere Geschwindigkeitsbegrenzung erlauben. Der sogenannte Beurteilungspegel werde um bis zu 3 dB (A) gesenkt, was für die Anwohner eine Halbierung des Lärms bedeute. Zeitnah solle daher Tempo 30 angeordnet werden, so der Antrag der Grünen. Die Gegenargumente fielen unterschiedlich aus. Die Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Straße liege zwischen 12 und 15 Stundenkilometer, der Antrag sei daher völlig unannehmbar, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexander Kurz. Außerdem sei die Stadt nicht zuständig. FDP-Mann Ralf Weber sprach sich "gegen eine Verlangsamung des Verkehrs auf der Rheingaustraße aus" und sprach von "offensichtlich ideologischen Hintergründen" des Antrags.

André Seuberth (FWG) wiederum erklärte, eine Verringerung um 3 dB (A) sei für die Anwohner kaum wahrnehmbar - die Grünen beharrten unter Berufung auf das Umweltbundesamt darauf, dass sich eine Halbierung des Lärms ergebe. Zu bestimmten Tageszeiten werde auch viel schneller gefahren, ergänzte Bettina Brestel (Grüne).

"Die Rheingaustraße wird nachts als Rennstrecke genutzt", so Tobias Undeutsch (SPD), was aber nicht dazu führte, dass die SPD sich dem Grünen-Antrag anschloss. Die BfH stimmte gegen den Antrag, hätte lieber zuerst ein umfassendes Verkehrskonzept und kann sich vorstellen, dass eine Begrenzung auf 40 Kilometer pro Stunde sinnvoller wäre. Ob das Ende der Diskussion damit erreicht ist? bt

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