Nach der Weihe im Limburger Dom: Hofheims früherer Pfarrer Reinhold Kalteier, Bischof Dr. Georg Bätzing, Moritz Hemsteg und Hofheims Pfarrer Helmut Gros (von links). Foto: Bistum Limburg
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Nach der Weihe im Limburger Dom: Hofheims früherer Pfarrer Reinhold Kalteier, Bischof Dr. Georg Bätzing, Moritz Hemsteg und Hofheims Pfarrer Helmut Gros (von links). Foto: Bistum Limburg

Religion

Hofheim: Moritz Hemsteg ist jetzt im Auftrag des Herrn unterwegs

  • vonBarbara Schmidt
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Der Hofheimer wurde in diesem Jahr als einziger Kandidat im Limburger Dom zum Priester geweiht

Hofheim/LimburgSeine Priesterweihe sollte auch unter Corona-Bedingungen stattfinden, und Moritz Hemsteg (27) hat diese Entscheidung nicht bereut. "Etwas auf Distanz, aber sehr schön", lautet das Urteil des Neupriesters aus Hofheim. Als "super feierlich und super persönlich" erlebten seine früheren Messdiener-Gruppenleiterinnen Dominika Sewerin und Christiane Kippert den Weihe-Gottesdienst im Limburger Dom. Sewerin: "Sie haben das beste aus der Situation gemacht."

Die beiden jungen Frauen gehörten zu den wenigen Gästen, die nicht nur live - wie rund 5500 Zuschauer per Video-Stream im Internet - , sondern auch leibhaftig dabei sein konnten, als Bischof Dr. Georg Bätzing dem jungen Hofheimer die Hände auflegte, sakramentales Zeichen für die Übermittlung seines neuen Amtes.

Dem werde, auch wenn es "sehr angefochten ist, doch noch viel Spirituelles entgegengebracht", war schon am Pfingstsonntag-Abend eine erste Erfahrung, von der Hemsteg berichten konnte. "Können Sie einen Segen spenden?" Dies sei er schon mehrfach gefragt worden.

Den Segen mit ihm gemeinsam zu erteilen, hatte auch Bischof Bätzing den jungen Priester - für ihn sichtlich überraschend - am Ende des Weihegottesdienstes aufgefordert. Nicht die einzige Situation, in der dann offenbar half, was Hofheims früherer Pfarrer Reinhold Kalteier seiner großen Messdiener-Schar stets geraten hatte: "Egal, was es ist, Hauptsache, ihr tut es mit Würde." Denn gleich dreifach musste zwischendurch auch ein Gang zum Desinfektionsmittel-Spender eingebaut werden in die Liturgie, die ansonsten manchen Verzicht erforderte.

Eine Handauflegung durch die anderen anwesenden Priester, unter ihnen neben Kalteier auch der aktuelle Pfarrer von St. Peter und Paul, Helmut Gros, sein Kaplan Johannes Funk sowie die früheren Kapläne Stefan Salzmann und Gerrit Engelmann, gehörte dazu. Oder die Umarmung zum Friedensgruß, zu der der Bischof unwillkürlich schon angesetzt hatte, bevor ihm klar wurde: Das geht an diesem Tag nicht.

Auch der Primizgottesdienst mit anschließendem Gemeindefest in Hofheim, der am Pfingstsonntag stattfinden sollte, wurde coronabedingt abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben. "Das bedaure ich sehr", so Pfarrer Gros, der dem jungen Priesterkollegen "ein sehr gutes Fundament" und "eine wache Liebe zu den Menschen" wünscht. Für Reinhold Kalteier war die bescheidenere Form der Priesterweihe nicht nur "stimmig", sondern auch "der Zeit angemessen". Sein Wunsch für Hemsteg: "Geerdet zu bleiben" - und für die erste Kaplan-Stelle in Westerburg im Westerwald, gute Erfahrungen. Von dort wechselt Peter Hofacker, früher einmal Jugendpfarrer im Main-Taunus, auf die vakante Pfarrstelle in Wetzlar. Für ihn sei die eher ländliche Gegend mit noch starker katholischer Prägung "etwas Neues", sagt Hemsteg, der ein Jahr lang als Diakon in Idstein Pfarrei-Erfahrung gesammelt hat. Der Eindruck des Bischofs von Hemsteg: "Seine intellektuelle Stärke, künstlerische Ader, sein musikalisches Talent stechen deutlich hervor."

Als Diakon mit dabei im Limburger Dom war auch Leon Pista. Der junge Mann, der mit Pfarrer Friedhelm Meudt im November nach Flörsheim und Hochheim gewechselt war, wird am 24. Juni in seiner rumänischen Heimat die Priesterweihe empfangen.

Eine bescheidenere Form von Primiz feierte Moritz Hemsteg am Sonntag übrigens in Eibingen mit Freunden und Familie. Seinen Wahlspruch aus dem neutestamentlichen Philipperbrief "Unsere Heimat ist im Himmel" ist Provokation gegenüber einer Gesellschaft, die damit nicht mehr viel anfangen kann - Hemsteg sieht ihn aber nicht zuletzt als Anspruch an sich selbst, "Anwalt des himmlischen Reiches des Friedens und der Gerechtigkeit zu sein in einer Welt voller Ungerechtigkeit, Vernachlässigung und Leid".

Etwas, was auch Menschen ohne Weihe, Frauen und Männer, in der katholischen Kirche haupt- und ehrenamtlich treibt, sich einzusetzen. So wird der Hofheimer Johannes Edelmann, der als Pastoralreferent zuletzt in der Pfarrei Eppstein arbeitete, mit dem heutigen Tag seinen neuen Dienst als Krankenhausseelsorger an den Main-Taunus-Kliniken aufnehmen. Barbara Schmidt

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