Dudelsackspieler Thomas Zöller freut sich, dass das von ihm initiierte Interkeltische Folkfestival wieder vor Publikum stattfinden kann.
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Dudelsackspieler Thomas Zöller freut sich, dass das von ihm initiierte Interkeltische Folkfestival wieder vor Publikum stattfinden kann.

Kultur

Hofheim: Musik "live" und nicht mehr nur per Internet

  • VonStephanie Kreuzer
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Es geht endlich wieder los: Das 15. Interkeltische Folkfestival wird vom 8. bis 10. Juli im Alten Wasserschloss ausgerichtet

Hofheim -Für das kulturelle Leben ist die Entscheidung der Stadt Hofheim, trotz Pandemie einen Kreisstadt-Sommer zu inszenieren, wohl ein Segen. In diesem Rahmen darf nicht zuletzt das Interkeltische Folkfestival stattfinden, freut sich Initiator und Ideengeber Thomas Zöller. Gemeinsam mit seiner Dudelsack-Akademie und der Musikschule Hofheim als Veranstalter kann er - vom 8. bis 10. Juli - die immerhin 15. Auflage auf die Beine stellen. Besonders dankbar ist er auch für die Treue der zahlreichen Unterstützer und Sponsoren. "Ohne deren finanzielle Hilfe wäre es gar nicht möglich, eine solche Veranstaltung durchzuführen", betont der künstlerische Leiter, "denn aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen trägt es sich wirtschaftlich nicht."

Statt der normalerweise im Wasserschloss verfügbaren 300 bis 350 Plätze, kann er nur ein Drittel davon anbieten, also pro Abend lediglich 100 Personen dort einlassen. Wie die Bedingungen vor Ort hinsichtlich Maskenpflicht und Abständen letztlich aussehen werden, wird sich nach den dann geltenden Verordnungen richten müssen. Die notwendigen Schutzmaßnahmen sollen auf jeden Fall eingehalten werden, denn die Sicherheit der Besucher soll immer an erster Stelle stehen.

Für Zöller war es jedoch keine Option, wieder ein Konzert per Webstream zu veranstalten: "Aufgrund der langen Lockdown-Phase mit den vielen Online-Veranstaltungen haben die meisten Leute gerade jetzt im Sommer sicherlich keine Lust mehr, am Computer zu sitzen." Daher soll dieses Jahr alles wieder "live" stattfinden, denn wichtig sei es, miteinander im echten Leben diese Stimmung zu erleben: "Ich freue mich einfach, wenn wir einen Raum schaffen können, wo eine solche Gemeinschaft und Zusammenkunft zelebriert werden kann", beschreibt er seinen Ansporn.

Von den drei Konzerttagen finden zwei im Wasserschloss statt. Im Rahmen eines besonderen Eröffnungskonzerts am Donnerstag in der Stadthalle Hofheim wird eine Veranstaltung nachgeholt, die eigentlich bereits für das vergangenen Jahr - im Rahmen des Beethovenjahres 2020 - geplant war. Nun kann das Programm "Ludwig Mòr nan Òran - Der große Ludwig der Lieder" rund um die Geheimnisse zu Ludwig van Beethovens schottischen Liedern präsentiert werden. Einige davon stammen aus der gälischen Kultur des schottischen Hochlandes und datieren bis ins 16. Jahrhundert zurück, wie Thomas Zöller erläutert.

In diesem Konzert werden sie erstmals gegenübergestellt, denn der Musikwissenschaftler Michael Klevenhaus ist nach jahrelanger Recherchearbeit auf der Suche nach den gälischen Vorlagen dieser Lieder fündig geworden. Erwartet wird eine musikalische Entdeckungsreise zu den Ursprüngen der Beethoven-Werke und zu den Geschichten, die ihnen zugrunde liegen - Lieder, die von klarer Schönheit zeugen sollen. Sie werden von Michael Klevenhaus traditionell gesungen und von Thomas Zöller auf dem Dudelsack begleitet. Außerdem sind zu hören Stefan Horz am Flügel sowie die Sopranistin Theresa Nelles.

Am Freitagabend im Wasserschloss gibt es Folkmusik "von der Saale bis zur irischen See", gespielt von der Band "Bube Dame König", die im Vorprogramm von Knud Seckel, der auf seiner Drehleier Melodien aus der französischen, bretonischen und schwedischen Folktradition mit modernen Elementen verbinden wird, unterstützt werden.

Die mitwirkenden Musiker sind Juliane Weinelt (Gesang, Querflöte, Maultrommel), Till Uhlmann (Drehleier, Violine, Hintergrundgesang) und Jan Oelmann (Gesang, Akustikgitarre, Violine, Stompbox). Anklänge aus irischem, skandinavischem und französischem Folk treffen auf deutschsprachige Texte, die sich oft auf lokale Sagenstoffe und Legenden beziehen.

Der Samstag gehört der Band "Naragonia" aus Belgien, die auf mittlerweile acht Alben und Tourneen in ganz Europa zurückblicken kann. Toon van Mierlo (Knopfakkordeon, Dudelsäcke), Pascale Rubens (Knopfakkordeon, Geige) und Maarten Decombel (Mandola, Gitarre) spielen ihre charakteristischen Kompositionen. Eröffnet wird der Abend von der Sängerin und Instrumentalistin Jule Bauer, den eingefleischten Folk-Fans bekannt durch ihr Mitwirken in Musikgruppen wie Triskilian und Oni Wytars, die ihre Nyckelharpa im Gepäck haben wird.

"Ich denke, die Musiker freuen sich alle sehr auf den Auftritt", ist der Hofheimer Thomas Zöller überzeugt, "denn ich weiß es ja von mir selbst, was in den letzten 15 Monaten so alles abgesagt wurde. Wir werden hoffentlich ein paar schöne Konzerttage haben."

Eintrittskarten kosten im Vorverkauf 19,50 Euro, sie können im Internet unter der Adresse www.interkeltisches-folkfestival.de bestellt werden. Es wird dieses Mal keine Abendkasse geben.

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