Was aus der ehemaligen Luft-Klinik wird, wenn das Gelände an der Kurhausstraße in Hofheim zu einem Senioren-Wohnpark umgestaltet wird, steht noch nicht fest. Unter Denkmalschutz steht es nicht.
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Was aus der ehemaligen Luft-Klinik wird, wenn das Gelände an der Kurhausstraße in Hofheim zu einem Senioren-Wohnpark umgestaltet wird, steht noch nicht fest. Unter Denkmalschutz steht es nicht.

Politik

Hofheim: Muss Luft-Klinik Seniorenwohnungen weichen?

  • vonManfred Becht
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Eine breite Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung in Hofheim ist für ein Wohnpark-Projekt an der Kurhausstraße. Dafür könnte die Luft-Klinik weichen müssen.

  • Auf dem Grundstück der ehemaligen Luft-Klinik in Hofheim soll ein Wohnpark für Senioren entstehen.
  • Die Hofheimer Stadtverordnetenversammlung beschließt einen Plan zur Bebauung.
  • Bei anderen Bauprojekten in Hofheim hält die Linke dagegen.

Hofheim – Der Plan zum Bau seniorengerechter Wohnungen auf dem Grundstück der ehemaligen Kurklinik in der Kurhausstraße stößt in der Hofheimer Politik auf breite Zustimmung. Einmütig hat die Stadtverordnetenversammlung den Start eines Verfahrens beschlossen, an dessen Ende der Bebauungsplan für den Senioren-Wohnpark stehen soll. Der Plan beinhaltet genaue Vorgaben, wo welche Gebäude gebaut werden können. Umgesetzt werden soll das Projekt durch die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft und die GSIM, eine dem Main-Taunus-Kreis gehörende Gesellschaft.

Nach den Worten von Bürgermeister Christian Vogt werden mit dem Projekt mehrere Ziele verfolgt. Einmal könnte die anstehende Schließung des Hauses Maria Elisabeth ausgeglichen werden, wo 72 Wohnplätze für Senioren wegfallen. Aber es gehe auch um den Erhalt der als Naturdenkmal geschützten Bäume und um die Öffnung des Parks für die Öffentlichkeit.

Ausdrücklich wurde das Konzept auch von der Opposition gelobt; der Linken-Stadtverordnete Bernd Hausmann beispielsweise sprach von einem optimalen Standort. Zweifel wurden allenfalls daran laut, dass der Charakter des Parks erhalten werden könne. Nicht ganz klar ist das Schicksal der dort stehenden Gebäude - nach den Worten des Bürgermeisters stehen sie nicht unter Denkmalschutz; nach Aussage des Ersten Stadtrates Wolfgang Exner möchte der Kreis sie aber erhalten.

Öffnung des Parks für die Öffentlichkeit: Hofheimer Stadtparlament diskutiert

Vorbei ist es mit der Einmütigkeit im Stadtparlament aber bei zwei anderen Bebauungsplanverfahren. Einer der Pläne soll dazu führen, dass einige Grundstücke am Zusammentreffen von Langgewann und Altenhainer Straße bebaut werden können. Außerdem soll gleich nebenan an der Bienerstraße ein Mischgebiet festgesetzt werden, um das bestehende nebeneinander von Wohnungen und Gewerbebetrieben abzusichern.

Umstritten ist die Bebauung der freie Grundstücke, die heute als Gärten genutzt werden. Lange wurden sie frei gehalten, um dem Kreis eine Erweiterung der Steinbergschule zu ermöglichen. Da die Schule nun in der anderen Richtung erweitert wird, werden die Gärten nach Einschätzung der Stadt für die Schule nicht mehr gebraucht. Die Linke plädierte trotzdem dafür, die Fläche als Gemeinbedarfsfläche zu erhalten, steht mit dieser Position aber alleine da. Auch ihre Forderung, die Wertsteigerung der Grundstücke teilweise abzuschöpfen, fand keine Mehrheit. Die Abschöpfung habe schon bei der Umlegung der Grundstücke stattgefunden, so CDU-Mann Michael Henninger im Bauausschuss.

Freie Flächen in Hofheim zur Bebauung freigegeben – Linke plädiert für Gemeinschaftsflächen

Die von den Bürgern vorgetragenen Anregungen und Bedenken haben bisher zu keinen gravierenden Änderungen des Bebauungsplanes geführt. So wird auf den ökologischen Wert der Flächen mit großen Bäumen hingewiesen, die auch für zahlreiche Tiere Lebensraum seien. Auch machen sich die Nachbarn Sorgen über das zusätzliche Verkehrsaufkommen. Die Verwaltung teilt auch die Bedenken der Anlieger nicht, die Bebauung könne das Kleinklima beeinträchtigen und sei generell zu massiv. Der Bebauungsplan wird mit eher geringfügigen Änderungen nochmals offen gelegt; es wird dann erneut Gelegenheit gegeben, zu den Plänen Stellung zu nehmen.

Teilweise anders diskutiert wird ein Verfahren zur Änderung des Bebauungsplanes für eine Fläche beiderseits der Delkenheimer Straße zwischen der Ahornstraße und dem Ortsrand in Marxheim. Dort soll aus einem reinen Gewerbegebiet ein Mischgebiet werden.

Grünes Licht für zwei Bebauungsplanverfahren: Hofheims Gewerbegebiet soll Mischgebiet werden

Damit werden die dort vorhandenen Wohnhäuser abgesichert und festgeschrieben, dass neue Gewerbebetriebe nur eröffnet werden dürfen, wenn sie die Wohnnutzung nicht stören. Die Linke kritisierte dies als Versuch, frühere Fehler zu heilen. Stadt und Kreis hätten die dort stehenden Wohnhäuser gar nicht genehmigen dürfen, so dass es jetzt auch nicht den Druck gäbe, sie abzusichern. Es handele sich auch keineswegs nur um in Gewerbegebieten erlaubte Wohnungen von Firmeneigentümern, sondern um andere Neubauten. Der Linken gehe es darum, Senioren aus ihren lange genutzten Häusern zu vertreiben, mutmaßte der CDU-Stadtverordnete Michael Henninger. Die Stadtverordnetenversammlung gab für die Fortsetzung der Bebauungsplanverfahren am Steinberg und an der Ahornstraße grünes Licht. (Von Manfred Becht)

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