1. Startseite
  2. Region
  3. Main-Taunus
  4. Hofheim

Hofheim: Neue Ländcheshalle ist schön und teuer

Erstellt:

Kommentare

Schlüsselübergabe: Abteilungsleiterinnen und -leiter des TV Wallau, Stadtrat Bernhard Köppler (2. v. l.), Yvonne Werner (Leiterin Fachbereich Bauen, Umwelt und Natur, li.), mit Bürgermeister Vogt, Präsident Kage, Kreisbeigeordneter Winter und Erstem Stadtrat Exner (v. l.), die den Hefeteig-Schlüssel präsentieren.
Schlüsselübergabe: Abteilungsleiterinnen und -leiter des TV Wallau, Stadtrat Bernhard Köppler (2. v. l.), Yvonne Werner (Leiterin Fachbereich Bauen, Umwelt und Natur, li.), mit Bürgermeister Vogt, Präsident Kage, Kreisbeigeordneter Winter und Erstem Stadtrat Exner (v. l.), die den Hefeteig-Schlüssel präsentieren. © Stadt Hofheim

Bürgermeister Christian Vogt übergibt Schlüssel an Wallaus TV-Chef Michael Kage - Sportbetrieb wurde bereits aufgenommen

Wallau. Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Da die alte Ländcheshalle schon bald als Unterkunft für geflüchtete Menschen aus der Ukraine benötigt wird, sah sich die Stadt Hofheim veranlasst, schnell zu handeln. Am vergangenen Samstag überreichte Bürgermeister Christian Vogt den Schlüssel symbolisch an den Präsidenten des TV Wallau, Michael Kage. Der Verein mit seinen vier Abteilungen wird, wie schon in der alten Ländcheshalle, der Hauptnutzer der Sportstätte sein. Der recht kurzfristig angesetzte Termin soll dem Verein die Planungssicherheit für den kommenden Trainings- und Spielbetrieb geben und den nahtlosen Übergang von der alten in die neue Halle gewährleisten. Nach den Sommerferien soll die Eröffnung noch größer nachgefeiert werden.

"Ich freue mich sehr, dass wir die Halle heute - gut vier Jahre nach dem Spatenstich am 2. März 2018 - in diesem kleinen Rahmen übergeben können. Die Stadt hat hier ein zukunftsorientiertes Gebäude für Sport und Kultur sowie den Schulsport der benachbarten Taunusblickschule errichten lassen. Zusammen mit den bereits 2019 sanierten Außenanlagen mit Kunstrasenplatz, Tartanbahn, Weitsprunganlage und Flutlicht bildet die Ländcheshalle eine vorbildliche und vielfältig nutzbare Sport- und Freizeitstätte", erklärte Bürgermeister Vogt.

Ute Winter, Mitglied des Kreisausschusses, überbrachte Grüße von Landrat Michael Cyriax. Unter den Gästen befanden sich Erster Stadtrat Wolfgang Exner und Stadtrat Bernhard Köppler, der Wallauer Ortsbeirat, Stadtverordnete, Präsidium und Mitglieder des TV Wallau sowie Mitarbeiter der Bürgerdienste Sport und Vereine und die Fachbereichsleiterin Bauen und Umwelt ,Yvonne Werner, sowie die ehemalige und die aktuelle Schulleiterin der Taunusblickschule.

Die Kosten des Projekts sollten sich ursprünglich auf 8,7 Millionen Euro belaufen, die bis zu den ersten Ausschreibungen eingehalten wurden. Dann entstanden beim Hallenboden, der Technik und durch die Insolvenz einer Firma Probleme, die erhebliche Mehrkosten verursachten. Vogt machte dazu während der Schlüsselübergabe keine Angaben. "Am Ende kommt es doch darauf an, was dabei herauskommt", sagte er. Mag sein, aber den Steuerzahler hat die Wallauer Arena fast 14 Millionen Euro gekostet.

Das Ergebnis aber kann sich in der Tat sehen lassen. Die Kreisbeigeordnete Ute Winter nannte die Ländcheshalle "ein Aushängeschild für den Main-Taunus-Kreis". Sie halte sich als Handballer-Mutter an die Devise "je mehr Sport, desto besser" und ist der Meinung: "Sport ist genauso wichtig wie Mathematik und Deutsch." Der Kreis hat den Bau mit einer Million Euro unterstützt. Dafür findet der Schulsport der Taunusblickschule auf einem Feld in der Dreifachhalle statt.

Die große Dreifeldhalle, deren Bereiche mit Trennvorhängen teilbar sind, so dass Handball, Volleyball und Basketball gleichermaßen gespielt werden können, wird durch eine Mehrzweckhalle ergänzt. Diese kann neben Vereins- und Schulsport auch für Veranstaltungen wie Theater oder Schulaufführungen genutzt werden. Die Kapazität ist auf 199 Personen beschränkt, wogegen die Dreifeldhalle mit ihren drei verschiebbaren Tribünen für bis zu 600 Personen geeignet ist. Ein kleiner Spiegelraum für Yoga oder Pilates in kleinen Gruppen grenzt an die Mehrzweckhalle, über Treppe oder Aufzug gelangt man im Untergeschoss zu den Umkleideblöcken für die Hallennutzung wie auch für die Sportplatznutzung und zu den Schiedsrichter- oder Trainerkabinen. In den "Katakomben von Wallau", wie sie Fachbereichsleiterin Yvonne Werner schmunzelnd nannte, befindet sich auch die Haustechnik.

Außerdem führt ein separater Eingang direkt vom Schulhof der Taunusblickschule in die Sporthalle. Die alte Schulsporthalle soll über kurz oder lang ebenfalls abgerissen werden.

Direkt im Anschluss an die Schlüssel-Übergabe fand das erste Trainingsspiel in der Halle statt. Die F-Jugend gemischt durfte den Auftakt geben. Schon in der nächsten Woche findet ein Handball-Camp statt. Ebenso wird dort das Tischtennis-Turnier an Pfingsten, bei dem Spieler aus ganz Deutschland dabei sind, ausgetragen. sot

Auch interessant

Kommentare