Erst mal ziemlich pflegeleicht: Statt Blumen, Büsche und Bäume zu pflanzen, hat mancher seinen Vorgarten mit Schotter auffüllen lassen.
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Erst mal ziemlich pflegeleicht: Statt Blumen, Büsche und Bäume zu pflanzen, hat mancher seinen Vorgarten mit Schotter auffüllen lassen.

Natur und Umwelt

Hofheim: Noch mehr Schottergärten sind unerwünscht

  • VonManfred Becht
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Auf ein Verbot konnten sich die Hofheimer Stadtverordneten aber noch nicht einigen. Jetzt soll der Magistrat erstmal prüfen, was man gegen Schotter-Vorgärten machen kann.

Hofheim -Schottergärten möchte in der Stadtverordnetenversammlung offensichtlich niemand in Hofheim sehen - zumindest wollte keiner eine Verteidigungsrede für die Steinwüsten halten. Aber diese Vorgärten durch eine Satzung zu verhindern, so weit wollten die Parlamentarier dann auch wieder nicht gehen. Ein entsprechender Antrag der BfH wurde gar nicht erst abgestimmt, sondern so stark verändert, dass es bei einigen Berichtsaufträgen für den Magistrat bleibt.

Immerhin, die Aufträge sind so formuliert, dass weitere Schritte folgen müssen - sonst braucht sich die Verwaltung die ganze Arbeit gar nicht zu machen. Berichten soll der Magistrat, welche rechtlichen Möglichkeiten es gibt, die Ausbreitung von Schottergärten zu verhindern. Außerdem soll die tatsächliche Situation im Stadtgebiet analysiert werden. Wissen wollen die Stadtverordneten auch, ob der Magistrat bisher schon etwas gegen die Schottergärten getan hat.

Die BfH wollte gleich Nägel mit Köpfen machen und eine Satzung nach dem Muster der Städte Frankfurt und Wiesbaden verabschieden. In der Frankfurter Vorgartensatzung, die es schon seit 1977 gibt, ist die Rede davon, dass Vorgärten "gärtnerisch" zu gestalten sind. "Die Begrünung soll ziergärtnerisch erfolgen und in angemessenem Umfang Bäume und Sträucher enthalten", geht die Landeshauptstadt Wiesbaden ein Stück weiter.

Es sei intelligenter, mit Anreizen zu arbeiten als mit Verboten, begründete Andreas Hegeler (CDU), warum die Mehrheit zunächst nichts davon hält, eine solche Satzung zu beschließen. "Es kann nicht sein, immer neue Verbote auszusprechen", stimmte Fraktionskollege Jürgen Pauly ein. Ein Verbot bedeute allerlei Aufwand mit Definitionen und Differenzierungen, fürchtet Hegeler.

Man sei in den letzten Jahren damit aber nicht voran gekommen, erwiderte die Grünen-Stadtverordnete Bettina Brestel. Ginge es nach ihr, würde eine Satzung für die Zukunft beschlossen, während man sich noch überlegen könnte, wie bereits bestehende Schottergärten zum Verschwinden gebracht werden könnten. Diesen Unterschied hatte zuvor Erster Stadtrat Wolfgang Exner auch schon gemacht - wobei es für ihn im ersten Schritt darum gehen müsste, den politischen Willen genauer zu beschreiben.

Man kann auf die weitere Debatte gespannt sein, wenn der Magistrat seine Erkenntnisse vorlegt. Wobei die BfH schon darauf hingewiesen hat, dass eine Vorgartensatzung zu den Maßnahmen zählt, die in der 2019 beschlossenen "Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Hofheim" beschlossen wurden. bt

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