Der Kelkheimer Wolfgang Männer (CDU) bleibt für weitere fünf Jahre Vorsitzender des Kreistags und damit "Erster Bürger" des Main-Taunus-Kreises. Männer sei als Parlamentschef "über jeden Zweifel erhaben", begründete Christian Seitz gestern in der Hofheimer Stadthalle den Wahlvorschlag der CDU, dem der Kreistag nahezu einstimmig folgte.
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Der Kelkheimer Wolfgang Männer (CDU) bleibt für weitere fünf Jahre Vorsitzender des Kreistags und damit "Erster Bürger" des Main-Taunus-Kreises. Männer sei als Parlamentschef "über jeden Zweifel erhaben", begründete Christian Seitz gestern in der Hofheimer Stadthalle den Wahlvorschlag der CDU, dem der Kreistag nahezu einstimmig folgte.

MTK-Kreistag

Hofheim: Nur einer war gegen Männer

  • vonBarbara Schmidt
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Es gab eine breite Mehrheit für den Kandidaten: Der Vorsitzende des Kreistags, Wolfgang Männer (CDU), ist gewählt. Wie sich der Kreisausschuss zusammensetzt ist noch nicht klar.

Hofheim -Noch ist nicht klar, wie sich künftig die Mehrheiten im Kreistag zusammensetzen werden. Doch bei der konstituierenden Sitzung des hohen Hauses spielte das zumindest für den Tagesordnungspunkt "Wahl eines/einer Kreistagsvorsitzenden" keine Rolle. Denn hier herrschte nahezu Einstimmigkeit darüber, wer dieses Amt auch in den kommenden fünf Jahren bekleiden soll. Von den 78 anwesenden Kreistagsmitgliedern lehnte lediglich Neuling David Kurzke (Die Partei) den seit 2011 in dieser Funktion bewährten Christdemokraten Wolfgang Männer ab und stimmte mit Nein; AfD-Fraktionschef Hendrik Lehr enthielt sich der Stimme. 76 Ja-Stimmen konnte Alterspräsident Dr. Gernot Laude (AfD) somit für Männer feststellen und gratulierte diesem nach dessen Zustimmung zur Wahl mit einem: "Wunderbar, Glückwunsch!"

Zuvor hatte Christian Seitz in Vertretung des noch nicht wieder ganz genesenen Fraktionsvorsitzenden Dr. Frank Blasch für die CDU deutlich gemacht, sie sei froh, dass der "gute Brauch", der größten Fraktion das Vorschlagsrecht für den Vorsitz zuzubilligen, mitgetragen werde, "weil man es andernorts auch schon anders beobachten kann". Der 77-jährige Wolfgang Männer seinerseits sprach nach seiner Wahl die Hoffnung aus, dass sich "an Art und Stil der Debatte und dem persönlichen Respekt", der das Parlament bisher ausgezeichnet habe, auch in den kommenden Jahren nichts ändern möge.

Während der Kreistagsvorsitzende per Akklamation gewählt werden konnte, war für die sechs Stellvertreter-Posten geheime Wahl erforderlich. Die FWG erhielt dabei für ihre Liste acht Stimmen, drei mehr, als sie selbst Sitze hat. Dahinter lässt sich Kalkül der Linken vermuten, die aufgrund des Wahlverfahrens nach Hare-Niemeyer mit ihren drei Abgeordneten keine Chancen auf einen eigenen Stellvertreter hatten. Die Folge: Die an Stimmenzahl grundsätzlich genauso so große AfD-Fraktion hatte das Nachsehen gegenüber der FWG. Ins Präsidium gewählt wurden damit Susanne Fritsch, Alexander Feist (beide CDU), Peter Kluin (Grüne), Julia Ostrowicki (SPD), Michaela Schwarz (FDP) und Thomas Kandziorowsky (FWG).

Kein Fraktionsstatus für die Linke

Keinen Erfolg hatten die drei Linken-Abgeordneten mit ihrem Versuch, für sich einen Fraktionsstatus zu erreichen. Der ist nach der Geschäftsordnung, die zuvor mit den Stimmen von CDU, Grünen, SPD, FWG, FDP und AfD (außer Lehr) gebilligt worden war, erst ab einer Mindestzahl von vier Sitzen gegeben. Das habe vor der Wahl gegolten und solle daher auch danach nicht verändert werden, so der stellvertretende CDU-Fraktionschef Seitz. Gnädiger wollten SPD und Grüne sein, um der Linken die volle Mitarbeit zu ermöglichen. Doch FDP, FWG und die Mehrzahl der AfD-Männer sahen es wie die CDU.

Als Fingerzeig auf neue Mehrheiten im Parlament des MTK wohl genauso ungeeignet wie eine Bemerkung von Philipp Neuhaus (SPD). Er gehe davon aus, auch in den nächsten fünf Jahren Oppositionsführer zu sein, führte er seinen Appell ein, die für die Linke so wichtige Entscheidung über einen Fraktionsstatus nicht, wie zuerst beabsichtigt, in den Ausschuss zu verschieben. Ob bei der CDU besser ankommt, dass der Grüne Albrecht Kündiger Unwillen über die Änderungsanträge der Linken bekundete, die die Dinge immer so haben wolle, wie es für sie besser passe?

Den ehrenamtlichen Kreisausschuss um eine Person zu vergrößern, die Ausschüsse um je eine zu verkleinern, dafür gab es ebenso wenig Mehrheiten wie für den Antrag, das vierte hauptamtliche Kreisausschuss-Mitglied, das vor fünf Jahren Koalitionsbedingung der Grünen gewesen war, zu streichen. "Aus unserer Sicht ist dazu heute der falsche Zeitpunkt", lehnte CDU-Sprecher Seitz das wegen der laufenden Koalitionsverhandlungen ab. Und er verwies spitzfindig darauf, die Stelle, die die Linke abschaffen wolle, sei besetzt (mit der Grünen Madlen Overdick), vakant sei die des Ersten Kreisbeigeordneten. Spannend: SPD-Fraktionschef Neuhaus, der sich vor der Wahl für die Reduzierung zurück auf drei Stellen ausgesprochen hatte, stimmte in diesem Punkt der CDU-Argumentation zu, man müsse jetzt erst gucken, was aus den Koalitionsverhandlungen werde. Zu früh war es der CDU auch für die Entscheidung über die ehrenamtlichen Kreisbeigeordneten, die mit großer Mehrheit in den Juli vertagt wurde. babs

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