Im hellen Erdgeschoss der neuen Bücherei am Kellereiplatz kann HWB-Geschäftsführer Josef Mayr schon auf die Freitreppe ins Obergeschoss hinweisen, die noch mit Holz belegt wird. In Kombination mit den Holzfenstern und einem Parkettboden, wo jetzt noch Plastikplanen liegen, soll so eine warme Atmosphäre zum Aufenthalt einladen.
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Im hellen Erdgeschoss der neuen Bücherei am Kellereiplatz kann HWB-Geschäftsführer Josef Mayr schon auf die Freitreppe ins Obergeschoss hinweisen, die noch mit Holz belegt wird. In Kombination mit den Holzfenstern und einem Parkettboden, wo jetzt noch Plastikplanen liegen, soll so eine warme Atmosphäre zum Aufenthalt einladen.

Neubau

Hofheim: Parkett und Klinker - "Es soll ja schön werden"

  • vonBarbara Schmidt
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Es wurde lange und heftig gestritten über den Neubaukomplex von Taunus Sparkasse und Stadtbücherei am Nordrand des Kellereiplatzes - am Ende gab es einen Kompromiss. Nun gehen die Arbeiten auf Hofheims bedeutendster Baustelle in die Schlussphase. Zeit für einen Besuch.

Hofheim -Noch staubt's und lärmt's, noch hängen Kabel von der Decke und ein zuckender Schlauch spuckt eine breiig-graue Estrich-Masse auf den Boden im Kellergeschoss. An allen Ecken sind Arbeiter mit ganz unterschiedlichen Dingen beschäftigt. Sichtbar wird vor allem eines: Es geht voran auf der derzeit wichtigsten Baustelle der stadteigenen Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB), dem Komplex rund um die neue Stadtbücherei am Kellereiplatz.

Exklusiv ermöglicht HWB-Geschäftsführer Josef Mayr dieser Zeitung und damit ihren Lesern erste Eindrücke von den Neubauten - auch von innen. Dabei ist der Innenausbau in der Stadtbücherei noch nicht ganz so weit gediehen wie in der künftigen Taunus Sparkasse. "Da sind schon die Maler am Werk", sagt Mayr.

Viel Helligkeit in der Stadtbücherei

Erst einmal geht es aber ins Erdgeschoss der neuen Bibliothek. Das atmet deutlich mehr Weite als die aktuellen Räume ein paar Meter weiter die Elisabethenstraße hinunter. Die bodentiefen Fenster, die sich zum Teil auch als Türen nach außen öffnen können, bringen bereits jetzt, wo die Gerüste den Lichteinfall noch dämpfen, viel Helligkeit. Als Holzfenster zeigen sie sich innen, außen sind sie aus einem ockergefärbten Aluminium. Eine wertige Sache. Als Bodenbelag sei Parkett vorgesehen, sagt Mayr, und das in allen drei Stockwerken. "Es soll ja schön werden", macht er deutlich, dass es darum gehe, hier einen Ort zu schaffen, der als zu Hofheim passend empfunden wird.

Klar, das koste "ein paar Euro mehr", räumt Mayr ein. Auch wegen ein paar Problemen bei der Einrichtung der Baugrube sei der Kostenrahmen von rund 12,5 Millionen Euro wohl nicht ganz zu halten. Halten wird die HWB aber, wie es aktuell aussieht, den Zeitplan. Schon im Juli/August soll die Taunus Sparkasse ihr Gebäude übergeben bekommen. Im September soll die Stadtbücherei bezugsfertig sein.

Gleich der Bereich am Eingang wird zur Lektüre von Zeitungen und Zeitschriften einladen. Hier gibt es auch eine Behindertentoilette. Die große Theke, an der die Medien-Ausleihe erfolgt, hat ihren Platz vor der Freitreppe, die über holzbelegte Stufen ins Obergeschoss führen wird. Einen Aufzug gibt es aber demnächst auch in der Bücherei.

Vom Lesecafé im Erdgeschoss geht der Blick auf den Kellereiplatz. Fantasie braucht man jetzt noch, sich den Kulturgarten vor der anderen Fensterfront vorzustellen. Aktuell ist er Ort für Baumaterial und Baucontainer, erahnen lässt sich aber schon, dass er mit Kellerei- und Altstadthäusern eine schöne Kulisse haben wird.

Im Obergeschoss sind gleich zwei sogenannte "Bay-Windows" eingebaut worden - eine der Lieblingsideen von Architekt Joachim Gottstein. Sie treten ein Stück aus der Fassade heraus nach vorn. Das wird der Büchereibesucher allerdings nicht tun können, denn in Hofheim sind sie nicht bodentief, sondern mit einer Fensterbank versehen - als sicher einmal sehr begehrter Platz zum Schauen wie zum Schmökern.

Sozialwohnungen mit tollem Blick

Über eine kleine, zu beiden Seiten verglaste Gebäudebrücke werden sich die Bücherei-Mitarbeiter künftig von hier in ihre Büros im Nachbarhaus begeben können, wo auch die Büros für das Stadtarchiv Gestalt annehmen. Darüber liegen zwei Sozialwohnungen, die allein schon wegen der Blicke auf die Hofheimer Altstadt und den Kapellenberg sicher zu den schönsten unter den 1800 HWB-Wohnungen gehören werden.

Über den Balkon geht's aufs Gerüst zu einem Rundgang ums Haus in luftiger Höhe. Mayr weist auf das Büchereidach, auf dem schon in ein spezielles Kultursubstrat eingesät ist, was hier bald sprießen soll: "Eine biodiverse Samenmischung", erläutert Mayr, geeignet, das Insektenleben zu fördern. Dass "echte Klinker" an die Hauswand kommen, zeigt der HWB-Chef auch. Dünne Riemchen aus richtigem Stein werden auf Putz und Dämmung gesetzt. Auch das kostet ein bisschen mehr.

Um die pünktliche Anlieferung der Dämmplatten hat der Bauherr übrigens gezittert. Die große Baukonjunktur sei bei Lieferengpässen nach wie vor spürbar, kann er berichten. Und ist froh, dass es bislang keine Corona-Infektionen bei den Mitarbeitern der Baufirmen und auch sonst keine größeren Probleme gab.

Der Blick ins künftige Stadtarchiv direkt neben der Tiefgarage ist aktuell noch der in eine "Dunkelkammer" mit rohen Betonwänden. Dagegen flutet das Licht in den dank der bodentiefen Fensterfront zum Kellereiplatz hin attraktivsten Raum, den die Taunus Sparkasse im obersten Stockwerk ihres separaten Gebäudes erhalten wird. Hier sieht es mit den Tapeten an den Wänden tatsächlich schon "fast wohnlich" aus, wie der HWB-Geschäftsführer anmerkt. Selbst für ihn, der schon so viel gebaut hat in Hofheim, ist diese Baustelle "besonders". Auch weil es viele unterschiedliche Anforderungen gebe in diesem Kombi-Bau von der Bücherei bis zur Bank. "So etwas macht man einfach nicht jeden Tag", sagt Mayr.

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