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Hofheim: Parkgebühr per Handy zahlen

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Von: Manfred Becht

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Die Parkautomaten wie dieser hier auf dem Kellereiplatz sollen als Alternative zum modernen Bezahlsystem per Smartphone-App stehen bleiben.
Die Parkautomaten wie dieser hier auf dem Kellereiplatz sollen als Alternative zum modernen Bezahlsystem per Smartphone-App stehen bleiben. © kajo

Das neue System soll spätestens 2023 eingeführt werden. Wahrscheinlich wird das Parken in der Kreisstadt auch teurer.

Hofheim. Spätestens von Beginn des nächsten Jahres an sollen die Autofahrer in Hofheim Parkgebühren einfach per Mobiltelefon zahlen können. Einstimmig beauftragte der Haupt- und Finanzausschuss den Magistrat, einen entsprechenden Vertrag mit dem Smartparking e. V. abzuschließen. Das ist ein Zusammenschluss verschiedener Unternehmen, der dafür sorgt, dass in der Stadt alle Bezahl-App-Anbieter genutzt werden können.

Gleichzeitig zeichnet sich allerdings ab, dass das Parken in Hofheim teurer werden könnte. Erstens erheben die verschiedenen Firmen natürlich Gebühren - per App auf dem Handy zahlen ist also ein wenig teurer als am Geldautomaten. Und zweitens stellte Bürgermeister Christian Vogt (CDU) zur Diskussion, generell "über eine Gebührenanpassung nachzudenken". Lange habe man die Gebühren nicht angetastet, so der Bürgermeister, der an die aktuelle Inflation erinnerte.

Parkhäuser bleiben ausgenommen

Freilich wurde an dieser Stelle im Ausschuss nicht weiter diskutiert. Vertreter aller Fraktionen begrüßten die Einführung des Handy-Parkens - dass es heute Abend in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wird, kann als sicher gelten. Parkhäuser mit Schranken, das Chinon-Center zum Beispiel, bleiben von der Regelung allerdings ausgenommen.

"Wir haben eine sehr gute Lösung gefunden", freut sich der Erste Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) über die mit Smartparking ausgehandelte Vereinbarung. Denn der Stadt entstehen für das Projekt keine laufenden Kosten. Die Autofahrer können alle Anbieter nutzen, die sich dem Verein angeschlossen haben, und das sind viele. Exner: "Ich denke, wir bringen Hofheim ein Stück weiter."

Entscheidend für die Autofahrer ist, dass sie in Hofheim nicht auf eine Firma festgelegt werden, sondern es können alle App-Anbieter genutzt werden, die sich dem Verein angeschlossen haben. Manche erheben eine monatliche Pauschalgebühr, manche schlagen auf die Parkgebühren jeweils 10 Cent auf - jeder Kunde sucht sich das Unternehmen heraus, das zu seinen Parkgewohnheiten passt. Die Anbieter rechnen mit Smartparking ab, der Verein wiederum mit der Stadt. Die städtische Ordnungspolizei kontrolliert auch - sie kann online über die Autonummer feststellen, wer gezahlt hat und wer nicht.

"Man muss nicht vorher überlegen, wie lange man braucht, sondern zahlt genau nach Bedarf", so Philipp Zimmermann von Smartparking e. V. im Haupt- und Finanzausschuss. Nicht nur erspart man sich also das Suchen nach Kleingeld und den Weg zum Parkscheinautomaten, sondern läuft auch nicht mehr Gefahr, einen Strafzettel wegen Überschreitung der bezahlten Parkdauer zu bekommen.

Parkscheinautomaten verschwinden nicht

Aus dem Straßenbild verschwinden werden die Parkscheinautomaten damit nicht. Die Möglichkeit, in bar zu bezahlen, gebe es auch weiterhin. Die Automaten werden lediglich mit einem Aufkleber versehen, der darauf hinweist, dass das Zahlen mit dem Smartphone ebenfalls möglich ist.

Für das Thema Datenschutz interessierte sich bei den Ausschussberatungen niemand, zumindest wurde nicht danach gefragt. Immerhin wird durch das Handyparken aktenkundig, welche Autofahrer sich wann wo aufgehalten haben. Es sei vertraglich ausgeschlossen, dass die Daten nicht gelöscht, sondern weitergegeben werden, betonte Smartparking-Sprecher Zimmermann gegenüber dieser Zeitung am Rande der Sitzung. Das gesamte Thema Datenschutz werde in den Verträgen vollständig geregelt.

Im Rathaus denkt man derweil schon über die nächsten Schritte zur Digitalisierung des Verkehrs nach. "Die nächste Aufgabe wird ein smartes Parkleitsystem sein", so Bürgermeister Vogt. Sensoren auf den Parkplätzen, die feststellen, ob ein Platz belegt ist, sind nach Einschätzung des Ersten Stadtrats Exner allerdings anachronistisch - in Eppstein wird gerade ein solches System getestet. Ziel müsse sein, dass der Autofahrer schon per Smartphone erfahren könne, wo aktuell ein Parkplatz für ihn frei sei.

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