So könnte es an der Ecke Liederbacher Weg/Hermann-Friesen-Straße künftig aussehen: Viereinhalbgeschossige Mehrfamilienhäuser sind hier geplant, im Erdgeschoss des Eckhauses soll die U 3-Kita sein.
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So könnte es an der Ecke Liederbacher Weg/Hermann-Friesen-Straße künftig aussehen: Viereinhalbgeschossige Mehrfamilienhäuser sind hier geplant, im Erdgeschoss des Eckhauses soll die U 3-Kita sein.

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Hofheim: Polar Werk II - Deal mit Investor Instone

  • VonBarbara Schmidt
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Die stadteigene HWB will 20 geförderte Wohnungen und eine Kita vom Investor bauen lassen und erwerben. Insgesamt entstehen 95 neue Wohnungen im Hofheimer Norden.

Hofheim -Das ging fix. Im September hatte diese Zeitung exklusiv berichtet, dass die Inhaberfamilie Mohr das Werk II von Polar Mohr an der Homburger Straße an die Instone Real Estate verkauft hat. Bereits zur nächsten Bauausschusssitzung am kommenden Dienstag wird der Magistrat unter dem Tagesordnungspunkt 3 "Bauleitplanung der Stadt Hofheim am Taunus" einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan für das Gebiet einbringen. "Wohngebiet an der Homburger Straße" ist der Titel.

Mehr noch: Die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB), die schon vor 13 Jahren gern auf dem Gelände des Polar Werks II gebaut hätte, hat in den vergangenen Monaten mit der Instone Real Estate intensiv verhandelt. Das börsennotierte Unternehmen mit Sitz in Essen ist einer der größten Wohnbau-Entwickler Deutschlands. Das Ergebnis ist ebenfalls Teil der Vorlage des Magistrats, denn für die HWB haben der Aufsichtsratsvorsitzende Bürgermeister Christian Vogt (CDU) und Geschäftsführer Norman Diehl vor wenigen Tagen einen "Letter of Intent", eine Art städtebaulichen Vertrag, mit der Instone geschlossen.

95 Wohnungen sollen neu entstehen

Auf dem bisherigen Werksgelände, das knapp 8000 Quadratmeter groß ist, sollen demnach über einer eingeschossigen Tiefgarage rund 95 Wohnungen gebaut werden. 20 Prozent davon soll die HWB für ihren Wohnraum-Bestand schlüsselfertig erhalten. Erworben werden sollen sie mit Fördermitteln des Landes. Es handele sich nicht um klassische Sozialwohnungen, sondern um geförderten Wohnraum für Menschen mit geringeren Einkommen, erläutert Vogt auf Nachfrage.

Er hat sich mit der Instone zudem darauf verständigt, dass in dem neuen Wohnquartier auch die im Hofheimer Norden so dringend benötigte U 3-Kita entstehen soll. Wie berichtet, hatte die Stadt im Sommer aus Kostengründen die Pläne begraben, die Kita am Steinberg um zwei Gruppen für Krippenkinder zu erweitern. Nun soll an der Hermann-Friesen-Straße/Ecke Liederbacher Weg eine dreigruppige Kinderkrippe entstehen.

Dass die Bebauung der Umgebung angepasst werden soll, sei ebenfalls mit der Instone vorab besprochen worden. Die Mehrfamilienhäuser sollen demnach im Grundstücksteil zur Hermann-Friesen-Straße hin vier Vollgeschosse plus Staffelgeschoss haben dürfen, in Richtung Kantstraße nur zwei Vollgeschosse plus Staffelgeschoss. Das soll der umliegenden Bebauung Rechnung tragen. Die Zufahrt zur Tiefgarage soll am Liederbacher Weg sein.

Die Wohnungen, die die HWB übernehmen will, werden direkt gegenüber den HWB-Häusern liegen, die sich in Richtung Fichtestraße hier anschließen. Alle neuen Wohnungen sollten dank geplanter Aufzüge barrierefrei sein, so Norman Diehl. In der Nachbarschaft gebe es ältere HWB-Mieter, die viele Treppen zu bewältigen hätten. Ihnen könne man so möglicherweise einen Umzug ermöglichen, für den aber nicht das komplette Umfeld gewechselt werden müsse.

Instone weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass die Gebäude, die hier entstehen sollen, "energieeffizient und nachhaltig" und zudem "architektonisch anspruchsvoll" seien. Photovoltaik-Anlagen und begrünte Dächer gehören zum Standard.

Stadtverordnete sind jetzt gefragt

Das Ganze, auch der Vorvertrag mit der HWB, steht unter einem wichtigen Vorbehalt: Die Stadtverordnetenversammlung muss dem zustimmen und den Bebauungsplan, der am Dienstag zunächst im Ausschuss auf den Weg gebracht werden soll, entsprechend absegnen.

Der Instone-Geschäftsführer für Rhein-Main, Ralf Werner, sieht in dem Projekt "eine sinnvolle Nachnutzung einer zuvor industriell genutzten Fläche" die eine "städtebauliche Aufwertung" bringe. Bürgermeister Christian Vogt und HWB-Geschäftsführer Norman Diehl heben hervor, dass die Stadt durch die Kooperation dank der Schaffung auch "bezahlbaren" Wohnraums sowie einer Lösung für den Mangel an U 3-Kita-Plätzen ebenfalls profitiere.

Extra: Über Bebauungsplan wird öffenlich verhandelt

In öffentlicher Sitzung wird am Dienstag, 23. November, im Obergeschoss der Stadthalle von 19 Uhr an der Ausschuss für Planung, Bauen, Umwelt und Verkehr unter anderem über die Vorlage des Magistrats verhandeln, die das Grundstück Homburger Straße 18 betrifft. Das frühere Werk II von Polar Mohr wurde 2010 stillgelegt. Seither waren die Maschinenhallen und das Bürogebäude an verschiedene Gewerbebetriebe vermietet. Die Familie Mohr hatte das Gelände für mutmaßlich rund 12 Millionen Euro an die Instone Real Estate verkauft, die im September auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt hatte, hier ein Wohnbauprojekt verwirklichen zu wollen. Bislang gibt es für diesen Teil von Hofheim Nord keinen Bebauungsplan. Wo das nicht der Fall ist, darf nach Paragraf 34 Baugesetzbuch errichtet werden, was der umliegenden Bebauung entspricht. Mit einem Bebauungsplan kann die Stadt beeinflussen, was auf dem Gelände möglich ist und was nicht. babs

So sieht's aktuell aus: Blick auf Werk II von Polar Mohr.

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