Die Großbaustelle Martha-Else-Haus liegt inzwischen gut im Zeitplan. Anfang 2021 soll der Neubau des Seniorenheims bezogen werden.
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Die Großbaustelle Martha-Else-Haus liegt inzwischen gut im Zeitplan. Anfang 2021 soll der Neubau des Seniorenheims bezogen werden.

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Hofheim: Das Problem mit dem Schichtenwasser

  • vonBarbara Schmidt
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Beim Neubau des Martha-Else-Hauses am Kapellenberg mussten 25 000 Kubikmeter Grundwasser abgepumpt werden. Auch der Kliniken-Neubau war schon ein Problemfall.

Hofheim. Der Neubau des Martha-Else-Hauses ist trotz der Corona-Pandemie "weitestgehend im Zeitplan", wie Geschäftsführer Axel Urban auf Anfrage dieser Zeitung berichtet. Zwar werde sich wohl der Traum, Weihnachten bereits in den neuen Räumen zu feiern, nicht erfüllen, doch Ende Januar/Anfang Februar soll das neue Gebäude bezugsfertig sein.

Während der ersten Bauphase hatte das am Kapellenberg häufige Phänomen des Schichtenwassers wie schon beim Bau des Hofheimer Krankenhauses dafür gesorgt, dass über ein Pumpensystem für eine trockene Baugrube gesorgt werden musste. Dass der Zustand der Bäume am Kapellenberg, von denen viele sichtlich unter der anhaltenden Trockenheit leiden, etwas mit dem Abpumpen größerer Wassermengen zu tun hat, sieht Urban nicht. Zwar bestätigt er, dass 25 000 Kubikmeter Wasser aus der Baugrube in die Kanalisation geleitet wurden. Seit Februar laufe aber keine Pumpe mehr. Man habe lediglich eine Pumpe noch liegen lassen, um im Fall des Falles zu verhindern, dass der Keller des an die Baustelle angrenzenden Bestandsgebäudes überschwemmt werde,

Auch der bekannte Hofheimer Geologe Professor Karl-Josef Sabel hält einen Zusammenhang zwischen den Trockenheitsschäden an Bäumen und dem Abpumpen des Schichtenwassers für wenig wahrscheinlich. Kaum eine Baumart habe derart tief reichende Wurzeln und im Wasser stehen wolle im Grunde keine heimische Baumart.

Dass grundsätzlich eine immer stärkere Nachverdichtung am Kapellenberg, bei der jeweils auch in den Untergrund eingegriffen wird, aber sehr wohl Auswirkungen auf das Grundgefüge hat, ist für Sabel keine Frage. Das Schichtenwasser, das sich in den sogenannten "Hofheimer Kiesen" sammelt, die vor rund 25 Millionen Jahren entstanden seien, gehöre zum Grundwasser, erläutert der Geologe. Das Schichtenwasser ströme durch die Kiese bergabwärts.

Wenn es an einer Stelle in großer Menge abgepumpt werde, könne eine Folge sein, dass Brunnen in der Umgebung trocken fallen. Denn Baumaßnahmen veränderten den Verlauf des Wassers im Untergrund. Das sucht sich bekanntlich immer einen Weg. Wenn der an einer Stelle verstellt wird, geht es eben anderswo weiter talabwärts.

Dass es zu Absenkungen kommt sei weniger wahrscheinlich. "Dazu sind die Kiese zu hart und zu eckig." Ganz klein sind die Wassermengen, die zuerst über lange Zeit für den Neubau des Hofheimer Krankenhauses und nun eben für den Altenheim-Bau in die Kanalisation gepumpt wurden aber nicht. Das besorgt auch die Grünen, die daher eine entsprechende Anfrage an den Magistrat gestellt haben.

Dass er die abgepumpten 25 000 Kubikmeter Wasser, die 1923 Tankwagen füllen würden, gern zum Gießen vieler Bäume zur Verfügung gestellt hätte, ist für Axel Urban übrigens keine Frage. Nicht zuletzt, weil die vorgeschriebene Kanal-Einleitung die Stiftung Martha-Else-Haus als Bauherrn eine ganze Stange Gebühren an die Stadtwerke kostet. babs

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