Unserem Fotografen Matthias Knapp ist es gelungen, einen der glitschig-grünen Gesellen im historischen Marxheimer Brandweiher aufzuspüren.
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Unserem Fotografen Matthias Knapp ist es gelungen, einen der glitschig-grünen Gesellen im historischen Marxheimer Brandweiher aufzuspüren.

Natur

Hofheim: Quak! Quak! Quak! Löschteich-Frösche gehen Nachbarn tierisch auf die Nerven

  • VonBarbara Schmidt
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Die Amphibien haben es sich in einem historischen Brandweiher im Hofheimer Stadtteil Marxheim gemütlich gemacht. Umsiedeln geht nicht so einfach, deshalb sind jetzt Experten gefragt.

Marxheim -Froschkonzerte sind nicht jedermanns Sache. Vor allem, wenn sie im Wohngebiet ertönen. Und kein Ende nehmen wollen. Die Anwohner rund um den historischen Brandweiher in der Marxheimer Kassernstraße jedenfalls sind mittlerweile so genervt, dass sie den Ortsbeirat um Hilfe gebeten haben. Einen gemeinsamen Antrag haben CDU, SPD und Grüne daraufhin formuliert. Das Ziel: Die Stadt soll dafür sorgen, dass die lautstarken Frösche aus dem Brandweiher umgesiedelt werden in ein "geeignetes Habitat".

Doch das klingt viel einfacher, als es ist. Das machte Bürgermeister Christian Vogt deutlich, an dessen Ohr zumindest die Klage über die konzertierenden Frösche auch schon gedrungen ist, während sich einzelne Ortsbeiratsmitglieder sogar schon an Ort und Stelle von der tierischen Lärmbelästigung einen Eindruck verschafft hatten.

Zwei Problemlagen zeigte Vogt auf: Der Brandweiher steht unter Denkmalschutz, für die Frösche gilt Naturschutz. Das heißt: Die Frösche einfangen und irgendwo in einen Teich umsetzen, um die Ruhe der Anwohner wieder herzustellen und dann endlich die Rückverwandlung des Brandweihers vom ummauerten Tümpel zum historischen Wasserreservoir in Angriff zu nehmen, das geht so einfach nicht. Im Gegenteil sah Jurist Vogt sich im Ortsbeirat zu der Warnung veranlasst: "Das wird schwierig." Die Frösche, so seine Befürchtung, könnten am Ende dafür sorgen, dass die "schon fast historische Entscheidung zum Brandweiher" noch mal umgemodelt werden müsse.

Ganz sicher ist Vogt, dass das Thema Stadt und Ortsbeirat nun ungeahnt noch einmal für längere Zeit beschäftigen wird. Jetzt muss wohl erst einmal ein Gutachter ran, um festzustellen, welche Amphibiensorte sich in den historischen Mauern häuslich eingerichtet hat. Eine Frage ist nicht nur für Tobias Undeutsch (SPD), wie die Tiere in das von einer immerhin rund 50 Zentimeter hohen Mauer umgebene Bauwerk gelangt sind. Ob der Froschlaich von Wasservögeln eingeschleppt wurde oder ob etwa genervte Gartenteichbesitzer die ihnen selbst zu laut gewordenen Untermieter im Brandweiher ausgesetzt haben, ließ sich am Mittwochabend nur spekulieren.

Silvia Stengel, die sich gerade mit einer Petition dafür stark macht, dass ländliche Geräusche in alten Dorfkernen geduldet werden müssen, begründete damit, dass sie nicht mit den übrigen Fraktionen die Umsiedlung der Frösche beantragt hatte. Undeutsch, der das Froschkonzert kennt, ist indes sicher: "Das ist kein ländliches Geräusch. Das ist nur sehr störend." babs

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