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Strenge Auflagen bei Restaurants in Hofheim

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In Hofheim werden heute wieder die meisten Restaurants und Cafés unter strengen Auflagen öffnen. Doch einige bleiben zu, für sie lohnt sich der eingeschränkte Betrieb nicht.

  • In Hofheim öffnen Restaurants und Cafés trotz Corona-Krise.
  • Die Hofheimer Gastronomen öffnen unter strengen Corona-Auflagen.
  • Die Neustart-Konzepte der Gastronomen unterscheiden sich.

Hofheim -Zwei Monate lang mussten sich alle gastronomischen Betriebe mehr oder weniger zurückhalten - nun darf es wieder losgehen, allerdings unter strengen Auflagen: So darf nur eine Person pro fünf Quadratmeter Grundfläche eingelassen werden, und zwischen den Gästen sind mindestens 1,5 Meter Abstand einzuhalten. Das Personal muss eine Mund-Nasen-Bedeckung verwenden und geeignete Hygienemaßnahmen überwachen, so dürfen beispielsweise Salz- oder Pfefferstreuer nicht gemeinsam genutzt werden. 

Hinzu kommt, dass Gäste - auf einem Vordruck - ihren Namen, Anschrift und Telefonnummer hinterlassen müssen, um eventuelle Infektionen nachverfolgen zu können; im Außenbereich gilt dies optional.

Corona-Lockerungen in Hofheim: Unterschiedliche Konzepte für Neustart

Während manche Gastronomen die erzwungene Schließung durch Renovierung überbrückten oder Einnahmenverluste durch einen Abhol- beziehungsweise Lieferservice kompensierten, hatten andere komplett pausiert. Für den Neustart verfolgen sie unterschiedliche Konzepte, auch je nach verfügbarer Fläche im Innen- und Außenbereich. 

So konzentriert sich die Pizzeria Lo Stivale in der Pfarrgasse weiterhin auf den Abholservice, da im kleinen Gastraum statt normalerweise 25 nur maximal sechs Personen bewirtet werden könnten. Auch für das Ristorante Dolce Casa im Waldeck lohnt es sich nicht, den Innenraum zu betreiben, so dass nur - gutes Wetter vorausgesetzt - die Außenfläche bedient wird.

Restaurants und Cafés in Hofheim: Hinweise und Desinfektionsmittel

Das Café Tass, seit 20. März komplett geschlossen, hat sich auf den Ansturm der Gäste gut vorbereitet, wie Matthias Pforr erzählt: Desinfektionsmittel am Eingang, laminierte Hinweiszettel auf den Tischen, 40 Plätze im Innenraum, und draußen wurden - genauestens vermessen - Tische und 70 Stühle aufgebaut. „Gerne würde ich den Bereich noch weiter auf den Ludwig-Meidner-Platz hin ausdehnen, da ich dort niemanden behindern würde, aber bisher hat die Stadt noch keine Entscheidung getroffen“, so seine Aussage am Mittwochnachmittag.

Recht skeptisch äußert sich Pieter Prins, der „Zum Türmchen“ betreibt, denn der Abholservice hat seine Kosten bei weitem nicht gedeckt. „Normalerweise legen wir in der Sommersaison das Polster für den Winterbetrieb an, aber das wird in diesem Jahr wohl nicht gelingen, denn in unserem Innenraum sind maximal 16 Gäste gestattet und auf der Terrasse dürfen wir statt knapp 90 nur 15 Plätze betreiben.“ Er hat daher ebenfalls eine Erweiterung im Außenbereich beantragt und will nach dem Wochenende eine erste Bilanz ziehen, ob sich der Betrieb so rechnet, zumal er dafür mindestens fünf Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückholen muss.

Hofheim: Betreiber von Restaurants und Cafés vermissen Kontakt zu Kunden

Den Kontakt zu seinen Gästen hat Georgios Sismanis vom „Balthasar“ am meisten vermisst: „Emotional und finanziell waren die vergangenen Wochen eine Katastrophe, auch wenn wir die Zeit genutzt haben, um kleinere Renovierungen und eine Grundreinigung vorzunehmen. Irgendwie muss es ja weitergehen, aber wir müssen abwarten, wie sich das alles entwickelt. Sicher ist, dass wir die Personalkosten runterfahren müssen und nicht alle Leute halten können.“ Innen wird er maximal 20 Personen reinlassen dürfen, draußen gibt es 18 Sitzplätze, aber auch er hofft auf eine Regelung mit der Stadt, mehr Tische aufstellen zu können.

Gewissermaßen privilegiert als Gastronom und gleichzeitig Konditor-Handwerker sieht sich Daniel Anderlohr von der Konditorei-Café Altes Rathaus, da er dank seines Außer-Haus-Verkaufs durchgehend offen haben konnte. Speziell bis Ostern wurde auch der Lieferdienst stark nachgefragt, und all das zusammen hat ihn „mit einem blauen Auge“ davonkommen lassen. „Da wir allerdings normalerweise 70 Prozent des Umsatzes mit dem Café machen, hat uns die Schließung dieses Bereichs doch erheblich getroffen.“ 

Corona-Lockerungen in Hofheim: Dankbar für Stammkunden

Mit maximal 16 Plätzen könnte er es auch jetzt nicht wirtschaftlich betreiben, daher öffnet er nur die elf Plätze auf der Terrasse, mit Selbstbedienung. Dankbar ist er für Stammkunden, die ihn unterstützten, indem sie ihren Kaffee und ihr Mittagessen bei ihm einkauften. Anderlohr ist wichtig, dass die Hofheimer Unternehmer zeigen, dass sie gemeinsam die Corona-Krise bewältigen können: „Gar nicht zu öffnen, ist das falsche Signal. Wir sind bereit, alles zu tun, um den Laden am Laufen zu halten!“

Melanie Veidt von der Viehweide kann eine sehr große Terrasse nutzen und die Fünf--Quadratmeter-Regelung gut umsetzen: „Wenn es jedoch regnet und nur der Gastraum zur Verfügung steht, wird es schwer. Daher hoffen wir sehr, dass sich die ganze Lage bald wieder entspannt.“ Derweil versucht sie alles, damit sich die Gäste wohl und sicher fühlen, verwendet also zum Beispiel Einmal-Speisekarten und verzichtet auf Tischdecken und Stoffservietten. 

Restaurants und Cafés in Hofheim: So viel Normalität wie möglich

Dem Gast so viel Normalität wie nur möglich zu bieten, ist das Credo von Christiane Stöckle, die mit ihrer Familie „Die Scheuer“ betreibt und auf „harte Wochen“ zurückblickt: „Wir haben die Kosten gesenkt, wo es nur ging, und die Durststrecke durch einen Abholservice ganz gut überbrücken können. Nun dürfen wir drinnen 25 Gäste und draußen 17 Personen bewirten.“ Das Abholgeschäft will sie zur Kompensation aufrechterhalten. Sie zeigt sich jedenfalls zuversichtlich: „If you stay positive in a negative situation, you win!“

Auch der Weinstand des Vereinsrings Hofheim auf dem Platz „Am Untertor“ ist jetzt wieder am Start - Samstag 11 Uhr geht es los. „Natürlich mit Corona-Abstand und guter Laune“, so der erste Vorsitzende Wulf Baltruschat, „und wir haben alle nötigen Vorkehrungen getroffen, darunter eine Einbahnstraßenregelung vor der Hütte, die mit aufgeklebten Linien auf dem Boden gekennzeichnet ist.“ Außerdem wurden Schilder aufgehängt und ausgelegt, die auf die einzuhaltende Distanz und die Hygienevorschriften verweisen. Die fünf Stehtische sind weit genug voneinander entfernt platziert und werden jeweils nach Benutzung desinfiziert. Die Thekenkräfte werden Mundschutz tragen, und eine Plastikscheibe dient als Spuckschutz. Geöffnet ist am Samstag von 11 bis etwa 19 Uhr und am Sonntag von 13 bis 19 Uhr. 

Von Stephanie Kreuzer

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