Die Mitarbeiter des Vital-Hotels heißen wieder Gäste willkommen. Wann die geschlossene Rhein-Main-Therme wieder richtig in Betrieb gehen kann, ist zurzeit nicht klar.
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Die Mitarbeiter des Vital-Hotels heißen wieder Gäste willkommen. Wann die geschlossene Rhein-Main-Therme wieder richtig in Betrieb gehen kann, ist zurzeit nicht klar.

Wirtschaft

Rhein-Main-Therme in Hofheim weiter dicht: Thermen-Chef ist sauer

  • vonManfred Becht
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Die Rhein-Main-Therme in Hofheim ist eines der beliebtesten Spaßbäder der Region. Wie geht man dort mit der Corona-Schließung um?

  • Die Rhein-Main-Therme in Hofheim (Main-Taunus-Kreis) ist wegen Corona geschlossen
  • Ein Termin für eine Wiedereröffnung ist noch nicht in Sicht 
  • Die Betreiber nutzen die Zwangspause, entlassen wurde bisher niemand 

Hofheim – Mitte Juni wolle die Landesregierung über die Wiederöffnung von Schwimmbädern entscheiden, hat Hessens Innenminister Peter Beuth angekündigt. Besonders im Blick sind dabei angesichts des bevorstehenden Hochsommers natürlich die Freibäder. Aber auch die Hallen- und Spaßbäder haben in den nächsten Monaten ihr Publikum, wenn sie öffnen dürfen. Zu denen, die dies erhoffen, gehört Robin Stork, Betreiber der Rhein-Main-Therme in Hofheim.

Hofheim: Strenge Auflagen dürften Wiedereröffnung von Rhein-Main-Therme erschweren

"Momentan ist für die Wiedereröffnung der Rhein-Main-Therme kein Termin in Sicht", will Robin Stork, Chef der Paderborner Unternehmensgruppe, dieser Zeitung gegenüber keine voreiligen Versprechungen machen. "Wir hoffen, dass sich im Juni ein Eröffnungstermin anbahnt", so Stork. Wobei er nicht zufrieden ist mit den Vorgaben der Politik. Teilweise seien die Auflagen nicht erfüllbar, teilweise gebe es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Regelungen. "Es ist absurd, dass in verschiedenen Bereichen mit zweierlei Maß gemessen wird", findet er.

Was die Besucher neben der Frage, wann es wieder losgeht, natürlich interessiert, ist, ob der Betrieb in Gefahr ist. Es gibt Unternehmen, die aufgegeben haben, auch in Hofheim. Von einem "hohen einstelligen Millionenbetrag" Verlust spricht Stork, freilich nicht für den Standort der Rhein-Main-Therme in Hofheim alleine. 

Hofheim: Hotel an der Rhein-Main-Therme ist wieder in Betrieb

Stork leitet mit seinem Vater Heribert eine auf Wellness spezialisierte Firmengruppe, zu der deutschlandweit vierErlebnisbäder und drei Hotels gehören. In den letzten Jahren habe man gewisse Reserven bilden können, so dass man nicht mit dem Rücken zur Wand stehe. Aber er lässt auch durchblicken, dass diese Reserven nicht unerschöpflich sind. Eine Weile habe man gefürchtet, in diesem Jahr überhaupt nicht mehr öffnen zu können. Stork: "Das kann das stärkste Hotel nicht überstehen."

Inzwischen konnte - immerhin - in Hofheim das Hotel, das direkt an die Rhein-Main-Therme angegliedert ist, seinen Betrieb wieder aufnehmen. Mit der Resonanz am ersten Wochenende, auch erreicht durch spezielle Angebote, ist Stork durchaus zufrieden, blickt aber noch skeptisch in die Zukunft. "Das Ausbleiben von Geschäftsreisenden, Messe- und Tagungsgästen können wir nicht an zwei Wochenendtagen mal eben kompensieren", sagt Stork. Denn im Vergleich zum vergangenen Jahr sind 50 Prozent der Auslastung und 70 Prozent des Umsatzes verloren gegangen.

Rhein-Main-Therme in Hofheim: Spaßbad lief im Krisenmodus weiter

Und dabei konnten die Kosten längst nicht in gleichem Umfang gesenkt werden, sondern blieben etwa bei 80 Prozent des normalen Niveaus. Das hat auch damit zu tun, dass die Rhein-Main-Therme in Hofheim nie abgeschaltet, nie heruntergefahren wurde, sondern im Krisenmodus weiter lief. Man habe sich die Möglichkeit erhalten wollen, schnell wieder mit dem Betrieb zu beginnen, so Stork.

Dies ist bisher allerdings nur zu einem kleinen Teil belohnt worden. Das Vital-Hotel wurde wieder eröffnet, der Fitnessclub auch, die Therme aber nicht. Ins Schwimmbad kommt nur, wer Gast im Hotel ist. Die Folge ist, dass es Stammgäste gibt, die zu einem Rabattpreis das Hotel buchen, nur, um Therme und Sauna nutzen zu können. Das ist allerdings keine Dauerlösung, weder für den Betrieb noch für die Badegäste.

Rhein-Main-Therme in Hofheim: Es gab keine Entlassungen

Mitarbeiter entlassen haben weder die Rhein-Main-Therme noch das Vital-Hotel, dies sei auch für die Zukunft nicht geplant. "Wir glauben, dass unser Hotel und die Therme auch nach der Krise wieder gefragt sein werden", sagt Stork. In Kurzarbeit freilich mussten fast alle Mitarbeiter geschickt werden. Das Team habe gut mitgezogen, freut sich Stork. Inzwischen werde schon wieder Personal und vor allem auch Auszubildende in allen Bereichen gesucht.

Untätig waren viele Mitarbeiter in der Phase der Schließung ohnehin nicht. Die Technikmannschaft habe intensiv daran gearbeitet, alle Bereiche zu sanieren und zu verschönern. "Der Innenbereich der Sauna, der Saunagarten und viele technische Anlagen sind jetzt in einem Top-Zustand", versichert der Unternehmer aus Ostwestfalen. Renovierungsarbeiten habe es auch im Hotel gegeben.

Aber nicht nur das. Die Überlegungen laufen auf Hochtouren, welche Hygienekonzepte in Bad und Sauna umgesetzt werden können. Dabei scheinen die Voraussetzungen nicht schlecht. Im Wasser befinde sich der Gast in einer Art Dauerdesinfektion, so Stork, denn im Chlorwasser überleben keine Viren und keine Bakterien. In den Saunen könne die Übertragungs-Wahrscheinlichkeit durch Temperatur und Abstand erheblich gemindert werden, so dass eine Ansteckung seiner Ansicht nach unwahrscheinlich sei.

Von Manfred Becht

Feucht, dunkel und eng - so könnte man sich die Unterwelt der Rhein-Main-Therme in Hofheim vorstellen. Aber weit gefehlt: Unter den insgesamt 14 Wasserbecken breitet sich auf 4900 Quadratmetern zwar ein gewisses Labyrinth aus, aber ein sehr helles und aufgeräumtes. So kommen hier manche Geheimnisse ans Licht.

Die Freibäder in Hessen öffnen wieder. Dass das kaum ohne strenge Auflagen und somit enorme Einschränkungen für die Badegäste geht, zeigt ein Beispiel aus der Nähe Hofheims: Das Freibad in Königstein

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