Der erste Bauabschnitt ist fast fertiggestellt, in sieben Wochen soll er bezogen werden. Es folgen dann der Abriss und der Neubau des Gebäudekomplexes an der Staufenstraße.
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Der erste Bauabschnitt ist fast fertiggestellt, in sieben Wochen soll er bezogen werden. Es folgen dann der Abriss und der Neubau des Gebäudekomplexes an der Staufenstraße.

Seniorenwohnen

Hofheim: Schlussspurt für das neue Martha-Else-Haus

  • vonBarbara Schmidt
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Ende Mai soll endlich der erste Bauabschnitt des Altenheims bezogen werden können. Derweil ist die Zukunft der Hauses Maria Elisabeth noch ungewiss.

Hofheim -Verzögerungen gibt es bei der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts für das neue Martha-Else-Haus (MEH). Wie Geschäftsführer und Heimleiter Axel Urban auf Anfrage dieser Zeitung gestern bestätigte, muss der Umzug in den 2019 begonnenen Neubau an der Ecke Friedensstraße/Lindenstraße noch ein wenig warten.

Nachdem die ursprünglichen Pläne, hier schon Weihnachten feiern zu können, sich nicht halten ließen, hatte das Gebäude spätestens im April bezugsfertig sein sollen. Doch einige Corona-Fälle bei Mitarbeitern der Baufirmen, die durch Quarantäne-Auflagen für Zwangspausen auf der Baustelle sorgten, haben einen Strich durch die Planung gemacht, berichtet Urban. Mittlerweile laufen erste Abnahmen, die große Bauabnahme stehe aber noch aus. Neuer Fertigstellungstermin sei jetzt "Ende Mai", sagt der Geschäftsführer des MEH, das von der Stiftung Martha-Else-Haus getragen wird.

Drei Wohngruppen mit 51 Plätzen

Alle, die gern ins neue Altenheim einziehen möchten oder einen Angehörigen dort unterbringen wollen, müssen sich weiter gedulden. Weil der Neubau nicht abgenommen ist, könne er derzeit aus Haftungsgründen und auch Corona-bedingt noch keine Zimmer durch Interessenten besichtigen lassen, erläutert Urban. 51 Heimplätze (statt früher einmal fast 100) in drei Wohngruppen gibt es künftig noch im neuen Haus. Alle Bewohner, die aktuell noch im Altbau an der Staufenstraße leben, werden dorthin umziehen.

Dringend warten zudem die letzten Bewohner des Haus-Maria-Elisabeth auf die Möglichkeit, ins MEH umzusiedeln (siehe Info-Text). Außerdem wird im Erdgeschoss eine Arztpraxis eröffnen. Das offene Konzept, das Urban für das neue Martha-Else-Haus vorgesehen hatte, muss wohl noch auf Eis gelegt werden. Geplant war, dass auch Besucher von außen zum Essen kommen können oder Räume für Veranstaltungen mit bis zu 120 Personen vermietet werden. Wann das der Fall sein kann, wird von der Pandemie-Entwicklung abhängen.

Weiter geht es aber auf jeden Fall mit den Bauarbeiten. Ist der Umzug geschafft, steht die Realisierung des zweiten Bauabschnitts an. Urban hofft, dass sich dieser nahtlos anschließen wird. Er sieht den Abriss des verbliebenen Altbaus an der Staufenstraße vor, 1963 der erste Teil des "Evangelischen Feierabendheims", das mit Mitteln der Schwestern Martha und Else Heilscher errichtet wurde. Entstehen soll an seiner Stelle ein neues Gebäude mit 13 seniorengerechten Wohnungen. Zudem werden hier 29 Stellplätze angelegt.

Baukosten liegen bei rund 17 Millionen Euro

Für die zwischen 55 und 85 Quadratmeter großen Mietwohnungen sollen Leistungen im Sinne eines betreuten Wohnens beim MEH zugebucht werden können. Bereits nach Bekanntwerden der Baupläne war die Nachfrage so groß, dass eine Warteliste angelegt werden musste.

Bei den ursprünglich veranschlagten Kosten der Gesamtmaßnahme in Höhe von 12 Millionen Euro war es allein schon aufgrund hoher Brandschutzauflagen und einer Veränderung bei der Hessischen Heimmindestbauverordnung nicht geblieben. Urban hatte die Kosten daher Ende 2018 auf 16,9 Millionen Euro nach oben korrigiert. Die Verzögerungen und gestiegene Baupreise werden dazu führen, dass es auch dabei nicht bleibt, bestätigt Urban. Genaues wird sich aber erst nach der Gesamt-Fertigstellung sagen lassen.

Die Frage, wie es mit dem Angebot an Wohnraum für Senioren und Heimplätzen in Hofheim aussieht, hat jüngst auch den Ortsbeirat Kernstadt beschäftigt. Die CDU erinnerte, dass durch die Schließung des Haus-Maria-Elisabeth rund 70 Heimplätze wegfallen. Bürgermeister Christian Vogt (CDU) verwies auf das geplante Projekt auf dem Gelände der früheren Luft-Klinik an der Kurhausstraße, wo die Stadt gemeinsam mit dem Kreis und unter Einbeziehung ihrer jeweils 100-prozentigen Tochter-Gesellschaften, der Hofheimer Wohnungsbau und der GSIM, Wohnprojekte für alte Menschen realisieren will. Dafür ist ein Bebauungsplanverfahren nötig, das die Stadtverordnetenversammlung auf den Weg gebracht hat.

Frage nach der Zukunft der Hauses Maria Elisabeth noch offen

Es ist so etwas wie der (jüngere) Zwilling des Martha-Else-Hauses: Die dritte Heilscher-Schwester neben Martha und Else, Lucie, und ihr Ehemann Dr. Martin Rohmer hatten für den Bau eines Altenheims ihr Villen-Grundstück am Roedersteinweg den Schwestern von der heiligen Elisabeth vermacht. Das Altenheim Haus Maria Elisabeth wird nach dem Willen des Ordens und seines Elisabeth-Vincenz-Trägerverbunds (EVV) zum 30. Juni aufgegeben. Eine Sanierung hielt der Träger für wirtschaftlich nicht darstellbar, einen Käufer hatte er nach eigenen Angaben nicht gefunden. Nachdem viele Bewohner bereits in andere Häuser umgezogen sind und auch ein Großteil des Personals neue Stellen angetreten hat, haben die letzten acht Bewohner nun eine Kündigung zum 31. Mai erhalten. Sie warten auf die Fertigstellung des neuen Martha-Else-Hauses. Bürgermeister Christian Vogt erinnerte auf Nachfrage im Ortsbeirat daran, dass die Stadtverordneten eine Veränderungssperre beschlossen haben. Verhandlungen mit den Main-Taunus-Kliniken, die hier ihre Pflegeschule einrichten wollten, waren gescheitert. Nach Informationen dieser Zeitung gibt es inzwischen einen weiteren Kaufinteressenten. Auf Anfrage ließ André Schmincke, Sprecher der offiziellen Eigentümerin, der Katholischen Wohltätigkeitsanstalt von der heiligen Elisabeth, verlauten, zu laufenden Verhandlungen äußere man sich nicht. Es bleibe bei der Schließung des Hauses zum 30. Juni. babs

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