Dienst auf dem Wochenmarkt in Hofheim: David Ausbüttel, der Schutzmann vor Ort, übergibt Karin und Stefan Kunze Informationsmaterial und ein Visitenkärtchen.
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Dienst auf dem Wochenmarkt in Hofheim: David Ausbüttel, der Schutzmann vor Ort, übergibt Karin und Stefan Kunze Informationsmaterial und ein Visitenkärtchen.

Sicherheit

Hofheim: Schutzmann auf dem Wochenmarkt

  • VonBarbara Schmidt
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Polizeioberkommissar David Ausbüttel sucht den Kontakt zu den Bürgern.

Hofheim -Der Wochenmarktstand mit dem blauen Zeltdach fällt auf. Hier gibt es kein Obst oder Gemüse und auch nicht so schöne Sommerblumen wie gleich nebenan. Aber mindestens mal für jeden, der vorbeigeht, ein freundliches Lächeln. Denn hier steht an diesem Mittwochvormittag David Ausbüttel, Hofheims neuer "Schutzmann vor Ort". Der 31-Jährige in der blau-weißen Polizei-Uniform soll und will Ansprechpartner sein für die Bürgerinnen und Bürger. "So etwas wie Polizei zum Anfassen", sagt Ausbüttel. Ganz bewusst wurde für diese Rolle der Schutzmann als Begriff aus einer "guten alten Zeit" entstaubt und für heute neu interpretiert.

Seit Februar ist Polizeioberkommissar Ausbüttel als Hofheims Schutzmann vor Ort im Dienst. In Corona-Zeiten ist es aber schwieriger, Sprechstunden durchzuführen und sich überhaupt bekannt zu machen. So haben Polizei und Stadt, die in Sachen Prävention eng zusammenarbeiten, gemeinsam die Idee verwirklicht, einfach mal auf dem Wochenmarkt präsent zu sein. Und hatten damit gestern guten Erfolg.

Interesse an einer Präventionsberatung

"Wir sind hier nur zu Besuch und wollen mal gucken." Mit dieser Erklärung kommen Karin und Stefan Kunze auf den Stand zu. Schutzmann Ausbüttel stellt sich vor und erfährt, dass er es mit zwei Bad Sodenern zu tun hat. "Vielleicht sind Sie interessiert an einer Präventionsberatung?", fragt er weiter und kann nach einer positiven Rückmeldung gleich auf seinen Kollegen Christian Schneider verweisen, der im Bereich der Polizeistation Eschborn ebenfalls als Schutzmann vor Ort fungiert. Ausbüttel gibt dem Paar aber noch ein Kärtchen mit seinen Kontakten und verspricht: "Rufen Sie mich ruhig an, wenn sie ein Anliegen haben. Das gebe ich gern an Herrn Schneider weiter."

Wie aufs Stichwort kommt Christian Schneider in diesem Moment sogar leibhaftig gemeinsam mit dem dritten MTK-Schutzmann auf dem Markt vorbei. Das ist Florian Meerheim, Schutzmann im Bereich der Main-Schiene und auch für Kelkheim zuständig. Heute sind alle drei mal ausnahmsweise nur im weißen Diensthemd zur blauen Hose ohne Schutzweste unterwegs. Die sei zwar "immer freiwillig", erläutert Meerheim, werde aber normalerweise schon getragen. "Es kann ja auch Situationen geben, wo wir tatsächlich eingreifen müssen", erläutert David Ausbüttel.

Der nächste, der das Gespräch sucht, ist Hofheimer. Er habe ihn schon im März auf ein Halteverbotsschild angesprochen, erinnert er Schutzmann Ausbüttel. Weil er von ihm erfahren habe, dass die Stadt dafür zuständig sei, habe er sich ans Rathaus gewandt, bis heute aber von dort nichts gehört. "Ich dachte, der Bürgermeister ist auch hier", zeigt sich der Mann enttäuscht. Immerhin kann Ausbüttel ihn auf Martina Wilhelm vom Amt für Sicherheit und Ordnung im Rathaus verweisen, die für die Stadt am Stand präsent ist. Sie verspricht, das Anliegen noch einmal mitzunehmen.

Helfen und vermitteln

Für Schutzmann Ausbüttel ein gutes Beispiel dafür, worum es in seiner Funktion auch geht: "Netzwerken, Hilfestellung leisten, die richtigen Gesprächspartner vermitteln", erläutert er. Denn "nicht für alles sind wir als Polizei zuständig". Dass die Polizei aber ansprechbar ist, egal, was Menschen gerade ärgert oder verunsichert, das will er vermitteln. Ob nächtliche Ruhestörung oder Probleme damit, wie andere Leute in der Straße ihre Autos parken, der Verdacht auf häusliche Gewalt in der Nachbarschaft oder Unschlüssigkeit, ob eine Anzeige gemacht werden sollte - bei solchen Fragen will Ausbüttel gern weiterhelfen.

Eine Frau fragt den Schutzmann nach Beratung, was die Sicherheit ihrer Wohnung angeht. Ausbüttel reicht ihr einen Flyer mit der Nummer des Fachmanns bei der Polizei. "Wenn Sie ein Problem haben, rufen sie mich an", gibt er ihr auch noch sein Kärtchen, "ich bin hier der Schutzmann vor Ort in Hofheim." "Aber ich bin aus Wallau", sagt die Frau. "Das ist doch auch Hofheim", sagt Ausbüttel lächelnd und macht deutlich, dass er für alle in der Kreisstadt da ist, auch für Wallauer oder Wildsächser.

Projekt des Innenministeriums will Kommunen unterstützen

Der "Schutzmann vor Ort" ist Teil des sogenannten KOMPASS-Projektes, das vom Hessischen Innenministerium initiiert wurde. Die Abkürzung steht für das "Kommunalprogramm Sicherheitssiegel", das Städten und Gemeinden helfen will, für mehr Sicherheit(sgefühl) zu sorgen - und das passgenau für die jeweilige Situation vor Ort. Polizeibeamte mit einiger Erfahrung und guter Kenntnis des jeweiligen Zuständigkeitsgebiets konnten sich auf die Funktion des "Schutzmann vor Ort" bewerben. Die Schutzmänner, die natürlich auch Frauen sein können, sollen eingebunden sein in das lokale Präventionsnetzwerk.

Der für Hofheim zuständige Schutzmann, Polizeioberkommissar David Ausbüttel, ist viel in der Kreisstadt unterwegs und ansprechbar, erreichen können ihn Bürger aber auch per E-Mail unter praevention-pdmt.ppwh@polizei.hessen.de oder telefonisch unter der Rufnummer (0 61 92) 20 79-234. babs

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