Sabrina Eisenbach ist jetzt mit "HOF&HEIM" mitten in Hofheim zu finden.
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Sabrina Eisenbach ist jetzt mit "HOF&HEIM" mitten in Hofheim zu finden.

Corona-Pandemie

Hofheim: Inhaber trotzen der Corona-Krise und haben steigende Inzidenzzahlen im Blick

  • vonBarbara Schmidt
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Trotz der Corona-Beschränkungen eröffnen in der Hofheimer Innenstadt neue Geschäfte. Auch im Chinon-Center tut sich was.

Hofheim - Mutige Menschen sind in der Corona-Krise gefragt. Und Hofheim kann sich glücklich schätzen, dass der eine oder die andere sich auch von Corona-Lockdown und widrigen Startbedingungen nicht abhalten lässt, ein Ladenlokal zu beziehen und neu zu eröffnen.

Der Innenstadt von Hofheim kann das nur gut tun. Und genau das bekommt Sabrina Eisenbach derzeit von vielen Menschen auch zu hören. „Das Feedback ist toll“ - seit ihrer Geschäftseröffnung in der vergangenen Woche hat Eisenbach viel Positives zu hören bekommen. Sätze wie „Das ist etwas, was die Fußgängerzone aufwertet“, zum Beispiel, erzählt die Inhaberin von „HOF&HEIM“, einem sogenannten „Concept Store“ für allerlei, mit dem sich das eigene Zuhause oder das eines Beschenkten ein wenig schöner gestalten lässt.

Hofheim: Einen Rabatt wegen Corona erhalten Geschäftsinhaber nicht

Ganz neu ist das Geschäft in Hofheim nicht, seit einem Jahr hat Sabrina Eisenbach schon in der Niederhofheimer Straße ihre ausgesuchten Wohnaccessoires in Naturtönen verkauft und auch einen Internetshop aufgebaut. Sie habe aber in die Stadt Hofheim gewollt, sagt die gelernte Einzelhandelskauffrau. Doch die Mieten seien nach wie vor „knackig“, Corona-Nachlass oder ähnliches habe sie nicht bemerkt.

Dass sie das Ladenlokal des Familienzentrums in unmittelbarer Nachbarschaft vom Alten Rathaus am Beginn der Langgasse übernehmen konnte, sieht sie als Glücksfall. Auch ihr Vermieter sei froh, weil er ungern ein Wettbüro oder ähnliche Interessenten in den Räumen gesehen hätte. Die Nachfrage nach Terminen - aktuell die einzige Möglichkeit, Kunden zu empfangen - bestätigt die Geschäftsfrau, dass der Umzug in die Innenstadt richtig war. Nun hofft sie, dass nicht gleich die nächste Ladenschließung droht.

Da ist sie nicht die einzige in Hofheims Einzelhandel. Dass die Corona-Inzidenzen gerade wieder steigen, war gestern Morgen schon ein Thema in der Innenstadt. „Aber den Kioskverkauf haben wir ja nun schon gut geübt“, übte Buchhändlerin Kim Otto sich in stoischer Haltung.

Gastronome in Hofheim hoffen, nach dem Corona-Lockdown bald wieder öffnen zu können

Die Gunst der Stunde hat in der vergangenen Woche auch Rezgui Ameur genutzt. Der gebürtige Tunesier, der schon seit 15 Jahren in der Gastronomie in Hofheim tätig ist, hat sich mit „Die Schmiede“ in eben dieser (Burgstraße 8) den Traum von einem eigenen Betrieb erfüllt. Um nach längerer Vorbereitung, Renovierung und Neueinrichtung des ehemaligen „Blanca“ endlich etwas in die Kasse zu bekommen, hat er in der vergangenen Woche eröffnet, auch wenn er bislang nur Speisen und Getränke aus der Bistro-Küche und seine ausgesuchten Weine „to go“ verkaufen kann. Unter anderem geschlossene Gesellschaften will er demnächst gern mit mediterranen Speisen bewirten und hofft darauf, bald die Terrasse öffnen zu dürfen.

Sein Glück schmieden als Gastronom will Rezgui Ameur in der „Schmiede“.

Das neue Donut-Café von Nalam Tüm in der Unteren Hauptstraße, das schon durch den neuen pinkfarbenen Außenanstrich auffällt, bedient Kunden derzeit noch nur auf Bestellung mit ausgefallenen Variationen des amerikanischen Fettgebäcks.

Eine Neueröffnung steht auch im Chinon-Center in den Startlöchern, wie Center-Manager Uwe Lippold auf Anfrage dieser Zeitung berichten kann. In das Ladenlokal, in dem zehn Jahre lang Bijou Brigitte Modeschmuck verkaufte, wird zum 1. Mai ein Geschäft einziehen, dass Bubble Tea und möglicherweise noch ein Randsortiment mit Sushi-Produkten anbieten wolle, sagt Lippold. Für das frühere Asia-Restaurant im Ersten Obergeschoss ist mit dem Covid-19-Testzentrum des Hanauer Geschäftsmanns Khosrau Musleh wohl eine vorübergehende Nutzung gefunden. Gestern schauten sich die Interessenten die Räume an, die vom 1. April bis 30. Juni für die Testzwecke genutzt werden sollen.

Trotz Corona tut sich in der Innenstadt von Hofheim einiges

Ob in der Folge eine veränderte Nutzung oder doch wieder Gastronomie den Vorrang erhält, liege auch an den Angeboten, sagt Lippold. Er sei da offen, favorisiert werde aber von den Eigentümern die Umnutzung, für die nun ein Bauantrag gestellt werden solle.

Etwas tun könnte sich in nächster Zeit auch in der Wilhelmstraße, wo es dem Vernehmen nach verstärkt Interessenten für das schon seit viereinhalb Jahren freie Ladenlokal im Erdgeschoss des Ärztehauses gibt. Derzeit nutzt die Galerie „Kunst & Rahmen“ von Jörg Vilzmann die Räume zu Ausstellungszwecken. Das sei eine „Win-win-Sache“, sagt Vilzmann, denn zum einen ist der hässliche Leerstand seitdem beendet, und die Schaufenster sind wieder attraktiv für Stadtbummler, zum anderen hat er so tatsächlich auch den ein oder anderen Kunden gewonnen, der sein Geschäft in der Lorsbacher Straße nicht gefunden hätte. (Barbara Schmidt)

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