1. Startseite
  2. Region
  3. Main-Taunus
  4. Hofheim

Hofheim: Sorgen der Nachbarn wegen der HWB-Pläne

Erstellt:

Von: Manfred Becht

Kommentare

So soll das Supermarktgelände am Lorsbacher Bahnübergang laut Plan der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft aussehen.
So soll das Supermarktgelände am Lorsbacher Bahnübergang laut Plan der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft aussehen. © HWB

Bebauung des Supermarktgeländes soll nicht mit L 3011-Sperrung kollidieren

Lorsbach. In diesem Punkt stimmen sicher nicht nur alle Lorsbacher der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) zu. „Das Grundstück bietet ein eher trauriges Bild an dieser zentralen und exponierten Stelle in Lorsbach“, heißt es in einem Schreiben der HWB an die Nachbarn des ehemaligen Nahkauf-Markts am Bahnübergang. Die HWB möchte das ändern, und zwar bald. Das löst in der Nachbarschaft aber bestimmte Sorgen aus - und zwar mit Blick auf die sich abzeichnende Baustelle in der sogenannten Klärwerkskurve.

Er habe sich über das Anschreiben der HWB durchaus gefreut, heißt es in einem Schreiben von Nachbar Matthias Kreß an den Bürgermeister, den Stadtverordnetenvorsteher und die Gesellschaft. Aber er macht sich Sorgen wegen der Verkehrssituation, wenn ein Teil des Umleitungsverkehrs wegen der Straßensperrung durch Lorsbachs alten Ortskern fließt, dort aber auch die HWB eine Baustelle betreibt. Denn zwar wird die offizielle Umleitungsstrecke während der Sperrung der L3011 nicht über Langenhain, sondern über Fischbach führen. Es gibt aber keinen Zweifel daran, dass viele Ortskundige die kürzere Strecke über Langenhain nehmen werden.

„Das Verkehrschaos ist vorprogrammiert“, so Kreß. Er hat vor dem geistigen Auge das Szenario, dass ein durch Stau und Umleitung gestresster Autofahrer an den Baufahrzeugen vorbei zieht, um schnell noch durch die sich schließende Schranke zu huschen. Und dann nicht von den Gleisen kommt, weil sich auch auf der anderen Seite der Gleise der Verkehr staut. Und dann nähert sich ein Zug.

Der Vorschlag von Kress lautet, die Abbrucharbeiten so auszuschreiben, dass sie bis zum Beginn der Baustelle am Klärwerk abgeschlossen sein werden. Und mit der Neubebauung erst dann zu beginnen, wenn die Sperrung der L 3011 beendet ist. Und auch nicht mit dem Projekt in der Hofheimer Straße 51 - 55 zu beginnen.

Der Zeitplan für die Bebauung des Supermarktgeländes dürfte damit nicht zu halten sein, ahnt Kreß. Und genau so ist es auch. Wenn die L 3011 im März gesperrt wird und ein Jahr bleibt, ist sie im Frühjahr 2024 wieder offen. Die HWB möchte aber Ende 2024 ihr Projekt abschließen.

Daran möchte die HWB auch festhalten. „Ein stringenter Projektablauf ist aber Bedingung für die Abwicklung eines auch unter wirtschaftlichen Kriterien herausfordernden Projekts“, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt gegenüber dieser Zeitung. Mit anderen Worten: Wenn die HWB zwischen Abbruch und Neubau ein Jahr Pause machen muss, wird das Vorhaben zu teuer. Woran das liegt, ist klar: Die Baupreise dürften inflationsbedingt weiter steigen, und ein Jahr Pause bedeutet auch, dass die Mietzahlungen ein Jahr später beginnen.

Der Zeitplan der HWB sieht anders aus: In der Woche vom 21. November an finden auf dem Gelände Rodungsarbeiten statt - nur bei schlechtem Wetter kann es eine Verschiebung geben. Der Abbruch beginnt dann möglichst noch im Dezember, das muss aber noch mit der Firma abgesprochen werden, die beauftragt wird. Die Abbrucharbeiten, naturgemäß mit viel Lastwagenverkehr verbunden, sollen im Februar abgeschlossen werden, noch vor der Straßensperrung also.

Danach, so sichert die HWB zu, soll die Straße Alt Lorsbach so wenig wie möglich für die Arbeiten in Anspruch genommen werden. Behinderungen werde es geben, etwa wenn der Kran aufgestellt oder Erdaushub abgefahren wird, so Rathaus-Sprecherin Deike Wichmann. Aber dies beschränke sich dann jeweils auf einzelne oder wenige Tage, die Erdarbeiten auf zwei bis drei Wochen.

Der Handwerker- und Lieferverkehr auf der Baustelle solle keine gravierenden Auswirkungen auf den Durchgangsverkehr haben, hofft die Stadt. Eine Vollsperrung der Durchgangsstraße solle es nicht geben, Teilsperrungen auf möglichst kurze Zeiträume begrenzt werden. „Das Projektteam der HWB wird sich permanent bemühen, die Einschränkungen für die Anlieger so weit wie möglich zu minimieren“, verspricht die HWB in ihrem Schreiben an die Nachbarn.

Auch interessant

Kommentare