Blumen, Kreuze, Engel und CD‘s sind an der Unfallstelle an einen Baum gelehnt.
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Zwei Tage nach dem schweren Unfall bei Hofheim erinnerten Blumen, Kreuze, Engel und CDs an die drei Opfer. Der Wagen war gegen diesen Baum geprallt.

Prozess

Spritztour nach 18. Geburtstag endet in Unfall mit drei Toten

  • vonMatthias Gerhart
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Nach einem Unfall ist ein junger Hofheimer wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Wann der Fall vor dem Frankfurter Amtsgericht verhandelt wird, steht noch nicht fest.

Hofheim/Frankfurt – Es sollte eine Spritztour mit drei Freunden durch den Taunus werden, drei Tage nach seinem 18. Geburtstag. Der junge Hofheimer "borgte" sich zu diesem Zweck an einem Abend im Juli vergangenen Jahres den mit allerhand PS ausgestatteten Chevrolet von seiner Mutter aus - ein 17-jähriger Kumpel nahm auf dem Beifahrersitz Platz und die 18 und 19 Jahre alten Mitfahrer saßen im Fond des Wagens, der die Landstraße zwischen Langenhain und Wildsachsen nehmen sollte.

Ohne den großen Wagen wirklich im Griff zu haben, trat der Fahrer mächtig auf das Gaspedal und beschleunigte auf 135 Stundenkilometer, obwohl "nur" Tempo 100 zugelassen war. Die Straße, die von Langenhain durch den Wald hinunter nach Wildsachsen führt, hat langgezogene Kurven und ist teilweise unübersichtlich. Der schnelle Wagen geriet dem heranwachsenden Fahrer in einer ausgedehnten Rechtskurve außer Kontrolle und prallte mit Tempo 64 an einen Baum.

Unfall bei Hofheim: Drei junge Männer sterben

Die Folgen waren ein einziges Desaster. Die beiden Männer auf dem Rücksitz starben noch am Unfallort an ihren schweren äußeren und inneren Verletzungen. Der 17-Jährige neben dem Fahrer wurde ebenfalls schwer verletzt. Er konnte aber noch in ein Krankenhaus gebracht werden, wo er an den erheblichen Verletzungen kurze Zeit später verstarb. Nur der Unfallfahrer kam mit vergleichsweise leichten Blessuren davon. Das besonders am Dach und der Motorhaube beschädigte Auto glich einem Wrack.

Der junge Mann wird sich nun in absehbarer Zeit wegen fahrlässiger Tötung in drei Fällen vor dem Frankfurter Amtsgericht verantworten müssen.

Autounfall bei Hofheim hätte vermieden werden können

Die Staatsanwaltschaft hat bereits das Gutachten eines Verkehrssachverständigen vorliegen, wonach der Unfall bei Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit hätte vermieden werden können. Dazu kommt laut Oberstaatsanwältin Nadja Niesen der Umstand, dass im Körper des Fahrers Rückstände von Cannabis sichergestellt wurden. Eingelassen hat sich der Unfallfahrer Niesen zufolge bislang noch nicht. Zum Unfallzeitpunkt hatte er eine Fahrpraxis von erst wenigen Monaten, nachdem er mit 17 den Führerschein gemacht hatte. Nach dem Ereignis stand er zunächst unter Schock. Die Anklageschrift liegt mittlerweile einer Jugendschöffengerichtsabteilung des Frankfurter Amtsgerichts vor, die aber derzeit noch keine Verhandlungstermine bestimmt hat. (Matthias Gerhart)

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