Die guten alten Wasseruhren haben in Hofheim bald ausgedient.
+
Die guten alten Wasseruhren haben in Hofheim bald ausgedient.

Modernisierung

Hofheim: Stadt stellt auf Funk-Wasserzähler um

  • VonManfred Becht
    schließen

Die Daten gehen künftig direkt an die Stadtwerke. Vorerst werden keine höheren Gebühren fällig.

Hofheim. Wer zwischendurch ganz gerne einmal auf den Wasserzähler schaut, um seinen Verbrauch zu kontrollieren, wird sich den Gang in den Keller in absehbarer Zeit wohl sparen können - oder müssen. Denn die herkömmlichen Wasserzähler werden nach und nach durch Funk-Wasserzähler ersetzt, die ihre Daten automatisch den Stadtwerken übermitteln. Dies hat die Stadtverordnetenversammlung einstimmig und ohne Diskussion beschlossen. Bei den neuen Zählern ist eine direkte Ablesung an Ort und Stelle nicht möglich.

Debattiert worden war nur im Haupt- und Finanzausschuss, möglicherweise auf Grundlage falscher Informationen. Vertreter der Koalition nämlich erklärten, die Stadt sei zu diesem Schritt verpflichtet, die Rede war von gesetzlichen Bestimmungen und Vorgaben der Europäischen Union. Unter diesen Vorzeichen erübrigt sich eine Diskussion über das Für und Wider solcher Zähler natürlich.

Allerdings: "Eine gesetzliche Verpflichtung zur Umsetzung von Smart Metering wie bei Energie und Wärme gibt es in der Wasserversorgung nicht", heißt es in einer Erklärung des Hessischen Datenschutzbeauftragten, des Landesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, des Verbandes kommunaler Energieunternehmen, des Städtetages und des Gemeindebundes. Die Erklärung stammt vom März 2020. Eine Änderung der Rechtslage gibt es laut Datenschutzbeauftragten nicht.

"Es wird nichts eingebaut, wo der Datenschutz nicht gewährleistet ist", versicherte der für die Stadtwerke zuständige Erste Stadtrat Wolfgang Exner (CDU). Nach jetzigem Stand der Technik sei es für Dritte nicht möglich, an die Informationen zu kommen, betonten die Stadtwerke im HFA. Auch aus den Ablesewerten könnten keine Rückschlüsse auf die Lebensgewohnheiten der Bewohner gezogen werden. Exner wies auf die Vorteile der Wasserzähler hin. Durch die neuen Geräte seien die Stadtwerke viel schneller über Rohrbrüche und ähnliche Probleme informiert, könnten auch schneller Abhilfe schaffen. Es habe schon Fälle gegeben, in denen unbemerkt große Mengen Wasser ausgetreten und Schäden an Gebäuden angerichtet habe. Die neuen Wasserzähler sollen nicht überall gleich eingebaut werden, sondern immer, wenn ohnehin gewechselt werden muss.

Und die Kosten? "Die Zähler halten länger, amortisieren sich also", so Exner. Die Gebühr ändere sich vorläufig nicht, da noch Geld in der Gebührenrücklage sei, so die Stadtwerke dazu. Was natürlich den Umkehrschluss zulässt, dass sich die Gebühr ändert, wenn die Rücklage aufgebraucht ist. Zurzeit beträgt die Jahresgebühr für den Hauswasserzähler 64,20 Euro. bt

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare