Büchereileiterin Nicole Dietzel mit Plänen für die Inneneinrichtung, am Steh-Board mit Altstadt-Blick, der zurzeit allerdings noch ein Blick auf die Baustelle ist.
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Büchereileiterin Nicole Dietzel mit Plänen für die Inneneinrichtung, am Steh-Board mit Altstadt-Blick, der zurzeit allerdings noch ein Blick auf die Baustelle ist.

Kultur

Hofheim: Stadtbücherei wird wohl erst im April eröffnet

  • VonBarbara Schmidt
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Das Gebäude ist fertig. Die HWB übergibt am Sonntag Bücherei und Archiv an die Stadt. Die Inneneinrichtung dauert aber noch Monate.

Hofheim -"Stadtbücherei" steht ganz klassisch am neuen Domizil. Vor dem Haupteingang wird gerade fein säuberlich der Boden geglättet, um die letzten Pflastersteine verlegen zu können. Im Innern wird hier noch gepinselt und da noch geschraubt, aber der Unterschied zum letzten Besuch im Rohbau ist deutlich. Das Parkett liegt zwar noch unter einem Schutzteppich, aber der Herr der Baustelle, der Geschäftsführer der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) Josef Mayr, lässt die Kreisblatt-Reporter schon mal drunter gucken. "Eiche geölt", erläutert er. Und nicht nur beim Bodenbelag wurde nicht geknausert.

Die Treppe, die nach oben und ins Untergeschoss führt, hat ein elegantes Ganzglas-Geländer bekommen. Der Handlauf ist aus Holz, genauso wie nach innen hin die Rahmen der vielen Fenster. "Das soll ja das zweite Wohnzimmer der Hofheimer werden", sagt Bücherei-Leiterin Nicole Dietzel. Da passe Holz gut, weil es viel Wärme ausstrahle.

Am kommenden Sonntag wird die Stadtbücherei offiziell von der HWB an den künftigen Mieter, die Stadt Hofheim, übergeben. Josef Mayr ist froh, wenn bis dahin tatsächlich die letzten Arbeiten abgeschlossen sind. "Am Ende ist es immer spannend und knapp, aber ich bin guter Dinge, dass wir es schaffen", sagt er.

Allerdings: Eröffnet werden kann die neue Bücherei, in der sich auch ein Café befinden wird, dann noch lange nicht. Denn für die Inneneinrichtung von Bücherei und Stadtarchiv samt der dazu gehörigen Büroräume rechnet die Stadt noch mit rund einem weiteren halben Jahr Arbeit. 1,5 Millionen Euro stehen laut Stadtsprecher Jonathan Vorrath dafür im Etat der Stadt zur Verfügung.

Die Stadtbücherei erhält unter anderem rollbare Regale für Bücher und andere Medien, eine Empfangstheke oder die nötige Bestuhlung für Veranstaltungen mit bis zu 90 Personen. Angeschafft werden zudem Arbeitstische, etwa für die durch eine Glaswand abgetrennten "Studiolos", ruhige Arbeitsräume für Schüler oder sogar ganze Schulklassen im Untergeschoss, oder für den Werkraum im Kinder- und Jugendbereich im ersten Stock.

Sechs Sitzecken hat Nicole Dietzel unter anderem schon für die drei Ebenen der neuen Bücherei ausgesucht, die alle auch per Aufzug barrierefrei erreichbar sind. Genaues will sie zu diesen Möbelstücken aber noch nicht verraten. Es solle ja auch noch Überraschungen geben, findet die Bücherei-Chefin. Sie ist zudem sicher, dass die Fenster-Bänke in den beiden auskragenden "Bay-Windows" im Obergeschoss, die noch viele bunte Kissen erhalten sollen, zum Schmökern ganz besonders beliebt sein werden.

Im Erdgeschoss könnte das lange Holz-Board ein gefragter Platz werden, um es sich mit einem Buch, einer Zeitschrift oder dem Laptop auf einem der Barhocker gemütlich zu machen. Ablenken kann da allerdings schnell der schöne Blick in Richtung Altstadt.

Für Nicole Dietzel jedenfalls ist ihr Urteil über die neuen Räume, die der Bücherei mit gut 1000 Quadratmetern rund doppelt so viel Platz wie bisher geben, keine Frage: "Ich find's super!", sagt sie und freut sich schon auf den Umzug mit ihrem insgesamt neunköpfigen Team, der laut Planung erst im Februar beginnen soll.

Alle 28 000 Medien sollen aus dem Gebäude in der Elisabethenstraße 3 mit umziehen, ausgemistet wurde schon seit vier Jahren kontinuierlich. Dank eines großzügigeren Etats könne nach dem Einzug noch einiges hinzugekauft werden, so Dietzel. Am Sonntag kann die neue Bücherei im Rahmen des Festes der Vereine erstmals besichtigt werden. Die HWB lädt um 12, 13, 14 und 15 Uhr zu Führungen ein, die Teilnehmerzahl ist Corona-bedingt auf jeweils 15 beschränkt, eine Anmeldung unter buecherei@hwb-hofheim.de vorab ist Pflicht. Sollte es mehr Interessierte als Plätze geben, werde man im Oktober weitere Rundgänge ermöglichen, kündigt Mayr an.

Am Sonntag steigt das Fest der Vereine

Unter dem Motto "Kultur ist stark" wird in der Stadt am Sonntag, 26. September, ein "Fest der Vereine" gefeiert. Damit will die Kreisstadt allen, die sich für die Hofheimer Stadtgesellschaft in unterschiedlichsten Vereinen und Gruppierungen engagieren, die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren. Denn die Pandemie hat auch die Vereine und das ehrenamtliche Engagement über lange Monate gebeutelt. Umso wichtiger sei zu zeigen, dass Kultur sich nicht unterkriegen lässt.

Das Fest auf dem Kellereiplatz ist zugleich der Rahmen für die Übergabe des Stadtbücherei-Neubaus an die Stadt Hofheim (siehe Text oben).

Mehr als 30 Vereine und Institutionen sind am Sonntag dabei; die Stadt hat zudem einige Kleinkünstler engagiert, die auf dem Gelände unterwegs sein werden. Ein Bauchladentheater mit "Shakespeare in fünf Minuten" etwa ist da zu erleben, oder ein Kaleidoskop-Wagen. Auch Musketiere und ein Seiltänzer sind dabei.

Zwischen 11 und 17 Uhr gibt es ein buntes Bühnenprogramm unter anderem mit der Big-Band Hofheim, dem TV Hofheim, dem TV Lorsbach, dem Gesangverein Langenhain und dem Gesangverein Wallau. An Pavillons stellen sich die Teilnehmer vor, dabei ist Vielfalt garantiert: Von der Freiwilligen Feuerwehr bis zu den Imkern sind viele Anregungen für alle dabei, die eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung suchen oder sich gern ehrenamtlich für andere einsetzen möchten. Mit regionalen Spezialitäten und Getränken wird an verschiedenen Ständen aufgewartet.

Die Pfarrei St. Peter und Paul lädt zu einer Altstadtrallye "Auf den Spuren frommer Leut'" und zu zwei Kirchenführungen für die ganze Familie (13 und 15 Uhr).

Auch Stadtarchivar Matthias Bartsch ist mit einem Stand vertreten. Er nimmt "Briefe in die Zukunft" entgegen, in denen Hofheimer ihre Corona-Erlebnisse schildern. Die Briefe sollen im neuen Stadtarchiv eingelagert und erst in 100 Jahren geöffnet werden. babs

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