Baustelle: Für den Erweiterungsbau der Steinbergschule schaffen die Bagger gerade Platz. Anlieger hätten gerne, dass wenigstens einer der Ahornbäume (im Bildhintergrund) an der Altenhainer Straße erhalten bleibt.
+
Baustelle: Für den Erweiterungsbau der Steinbergschule schaffen die Bagger gerade Platz. Anlieger hätten gerne, dass wenigstens einer der Ahornbäume (im Bildhintergrund) an der Altenhainer Straße erhalten bleibt.

Umwelt

Hofheim: Stadtgrün - Es wird fleißig abgeholzt

  • vonBarbara Schmidt
    schließen

Für den Erweiterungsbau der Steinbergschule müssen Bäume fallen. Ortsbeirat und Bürger wollen wenigstens einen Ahorn retten.

Hofheim -Alle reden vom Stadtgrün und dass es künftig noch viel mehr davon braucht. Tatsächlich, hat jetzt einmal mehr die Grüne Bettina Brestel bemängelt, werde das Stadtgrün in Hofheim aber immer weniger. Das liegt auch an der Nachverdichtung. Aktuelle Beispiele: Für die für einen Ausbau zur Ganztagsschule notwendige Erweiterung der Steinbergschule müssen dort Bäume weichen. Zumindest ein großer, rund 30 Jahre alter Ahornbaum solle doch bitte unbedingt erhalten werden, haben die Anwohner gebeten. Bis ein Baum dieser Größe wieder gewachsen sei, verginge viel Zeit, er sei einfach zu wertvoll, ihn zu fällen, so die Argumente.

Der Ortsbeirat Kernstadt hat sich die Bitte der Bürger jetzt zu eigen gemacht und einstimmig einen gemeinsamen Eilantrag dazu verabschiedet. Die Ortsteilpolitiker machten sich dabei einen Antrag der CDU zu eigen, durch die Unterstützung aller Fraktionen soll dem Willen des Ortsbeirats Nachdruck verliehen werden. Danach soll die Stadt Hofheim schnellstmöglich Kontakt mit dem Main-Taunus-Kreis aufnehmen, der Träger der Schule und damit auch der Baumaßnahme ist. Um den Baum erhalten zu können, müsse lediglich ein Stellplatz geopfert werden, hat Bettina Brestel festgestellt. Auch Bodo Tadewald (FWG) ist überzeugt, dass es Wege gibt, die Planung so zu verändern, dass wenigstens der eine Ahorn weiterleben kann.

Bettina Brestel erinnerte, dass die Stadt zuletzt auf Nachfrage mitgeteilt hatte, dass in den vergangenen Jahren 150 Bäume im Stadtgebiet gefällt worden seien, aber nur 70 nachgepflanzt wurden. Weitere Bäume seien in der Rossertstraße verschwunden. "Da ist noch niemals nachgepflanzt worden", so die Grüne in der Sitzung am Mittwochabend. Einigen Linden vor dem Neubau des Martha-Else-Hauses gehe es zudem sichtlich schlecht. Das neue Gebäude stehe viel näher an der Allee, so dass zu erwarten sei, dass einige Bäume so erkrankten, dass es dann wieder heiße, es gebe keine Alternative zur Säge. "Wenn wir so weiter machen, haben wir in 20 Jahren in der Innenstadt keinen Baum mehr", fürchtet Brestel.

Stadtrat Bernhard Köppler (SPD), zuständiger Dezernent für den Fachbereich Bauen und Umwelt, verwahrte sich gegen den immanenten Vorwurf, die Stadt lasse gern Bäume fällen. "Ich habe Mitarbeiter, die kämpfen um jeden Baum, es wird sich nirgends leicht gemacht." Nicht jeder Standort eigne sich aber, nicht überall gebe es für Bäume genügend Platz.

Das ließ Brestel nicht unwidersprochen. Um Stadtgrün zu haben, sei der Einsatz von Geld nötig. Dann könne man Baumscheiben vergrößern, Bäume wässern und Pflegeschnitte machen, damit sie nicht zu groß würden. Dem musste auch Köppler zustimmen.

Mehrere Ortsbeiratsmitglieder sprachen sich dafür aus, dass die Stadt verstärkt auch mit dem Kreis ins Gespräch gehen soll, wenn es Baumaßnahmen auf dessen Grundstücken gibt, die Stadtgrün kosten sollen. Was die Baumrettung an der Steinbergschule angeht, gab es gestern auf Anfrage dieser Zeitung keine Antwort aus dem Kreishaus.

Gesprächsbedarf mit dem Kreis in Sachen Stadtgrün gibt es in Hofheim aber noch deutlich mehr. Und zwar sehr bald. Schließlich soll das Landratsamt auf dem Hochfeld erweitert werden. Landrat Michael Cyriax hatte einen Baubeginn für den Herbst dieses Jahres angekündigt, vorbereitende Maßnahmen seien im Frühjahr geplant. Für die Baustelle sollen, wie berichtet, der Teich und die umgebende Bepflanzung entfernt werden. Das geht nur bis zum 1. März, weil von diesem Tag an das Brutgeschäft der Vögel gesetzlich geschützt ist. barbara Schmidt

Im Vordergrund ist der 30 Jahre alte Ahorn zu sehen, um den es geht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare