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Jens Fleck bei seiner Vereidigung zum ehrenamtlichen Stadtrat. Foto: Knapp

Politik

Hofheim: Stadtrat Flecks ungewöhnliche Amtseinführung

In Corona-Zeiten ist alles anders: Jens Fleck (CDU) bekam nach seiner Vereidigung zum neuen Stadtrat nicht den üblichen Handschlag vom Bürgermeister. Und den Kugelschreiber zum Unterschreiben der Urkunde musste er selber mitbringen.

Hofheim -So kann es gehen: Da ist man unter lauter eher links oder grün orientierten Mitschülern als Anhänger der Unionsparteien ein wenig Außenseiter, bis eines Tages in irgendeiner Runde einer provozierend einen SPD-Mitgliedsausweis in die Höhe hält. Da kann man dann auch Nägel mit Köpfen machen, dachte Jens Fleck und trat in die CDU ein. Das war kurz nach der Jahrtausendwende.

Einfach nur den Mitgliedsausweis einzustecken, das war Flecks Sache nicht, er engagierte sich. Auf kommunaler Ebene führt das dazu, dass man eine Menge an Ämtern bekommen kann. So gehörte er in der vergangenen Wahlperiode dem Stadtparlament an und schaffte jetzt den Wiedereinstieg in die städtischen Gremien beim ehrenamtlichen Magistrat. Während der jüngsten Stadtverordnetenversammlung wurde der 35-Jährige als Stadtrat vereidigt.

Die Amtseinführung fand unter besonderen Umständen statt - mit Sicherheitsabstand und ohne den obligatorischen Handschlag des Bürgermeisters. Den Stift zur Unterzeichnung der Urkunde musste er gar selbst mitbringen. Das war noch keinem ehrenamtlichen Stadtrat so ergangen - zu Corona-Zeiten ändern sich die Dinge. Traurig stimmt Jens Fleck, dass ihm das Amt übertragen wurde, weil Dagmar Siegemund als Vorgängerin gestorben ist, eine langjährige, verdiente und geschätzte CDU-Politikerin in Hofheim.

Fleck wird neue Akzente setzen, schon vom Alter her. 1985 geboren, ist er der Zeit der Jungen Union noch nicht lange entwachsen. Er gehörte dem Landesvorstand der Jugendorganisation an und kennt Menschen wie Bürgermeister Christian Vogt aus der gemeinsamen Zeit bei der JU. In der CDU ist er gut vernetzt, gehört in der Kernstadt, in Hofheim insgesamt und im Main-Taunus-Kreis dem jeweiligen Parteivorstand an. Als Mitgliederbeauftragter kümmert sich Fleck um Neueintritte. "Nicht jeder macht es wie ich, kommt zum Infostand und sagt, dass er mitmachen will", erzählt er. Er selbst hat schon als Schulsprecher Erfahrungen gesammelt. Dann hat er sich einmal Sitzungen von Ortsbeiräten und Stadtverordneten angeschaut, als es um die Erweiterung der Montessori-Schule ging und fand die Kommunalpolitik interessant.

Seine Vorlieben sind breit gestreut. Wirtschaft, Digitalisierung, Verkehr lauten die Stichworte - alles Dinge, die in Hofheim oben auf der politischen Agenda stehen. In der Stadt kennt Jens Fleck sich aus, ist hier aufgewachsen, hat eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht und ist heute bei der Frankfurter Volksbank. Wenn weder Politik noch Arbeit anstehen, beschäftigt er sich mit Computern, würde gerne wieder etwas mehr Fahrrad fahren oder Schiffsmodelle bauen. Aber politisches Engagement macht so manch anderem Hobby den Garaus - erst recht jetzt, wo sich so langsam die Augen darauf richten, wer wo bei der nächsten Kommunalwahl kandidiert. Fleck möchte weitermachen - ob in Parlament oder Magistrat, das werde sich zeigen. bt

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