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Hofheims Stadtverordnetenvorsteher Andreas Hegeler.

Kommunalwahl

Hofheim: Stadtverordnetenvorsteher Hegeler wird Spitzenkandidat der CDU

  • vonBarbara Schmidt
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Die Christdemokraten wollen stärkste politische Kraft in Hofheim bleiben. Bürgermeister Christian Vogt steht nicht auf der Liste.

Hofheim - Die Christdemokraten wollen bei der Kommunalwahl am 21. März erneut stärkste politische Kraft in der Kreisstadt werden. Das machten der Parteivorsitzende Christian Vogt und der Fraktionsvorsitzende Alexander Kurz gestern bei der Vorstellung der CDU-Liste deutlich. "Wir brauchen natürlich eine stabile Mehrheit für unseren Bürgermeister und unseren Ersten Stadtrat", so Kurz. Beide stehen bei der Kommunalwahl nicht zur Wahl. Der eine, Bürgermeister Christian Vogt, ist direkt von den Bürgern gewählt worden, der andere, Erster Stadtrat Wolfgang Exner, durch das Parlament. Möglich wäre eine Kandidatur auch auf der Liste für das Stadtparlament, Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD), Vogts Vorgängerin, hatte es so gehalten und damit eine Menge Stimmen für ihre Partei eingesammelt. Doch Vogt hatte schon im Vorfeld des Listenparteitags deutlich gemacht, dass er diesem Beispiel keinesfalls folgen wolle. Das ist nur konsequent, denn der CDU-Chef hatte, als er selbst noch Stadtverordneter war, genau diese taktisch motivierte Kandidatur immer kritisiert, weil sie suggerierte, Stang stünde hier tatsächlich zur Wahl. Vogt grenzt sich da klar ab. "Ich will ja nicht Stadtverordneter werden, sondern Bürgermeister bleiben."

Nicht also mit dem Rathauschef, sondern mit dem ersten Bürger an der Spitze ziehen die Christdemokraten in den Wahlkampf. Stadtverordnetenvorsteher Andreas Hegeler (54) habe in den ersten zwei Jahren in diesem Amt gezeigt, "dass er es mit vollem Engagement ausfüllt", begründete Parteichef Vogt die Spitzenposition für den Banker aus Diedenbergen. Hegelers Vorgänger Wolfgang Vater kandidiert nicht mehr, der 78-Jährige hat den Ehrenplatz 90 erhalten.

Hinter Hegeler folgt Fraktionschef Alexander Kurz. Auf Platz drei steht mit Dr. Manuela Hoffmann derzeit Hofheims einzige Stadträtin. Mit Frauen ist es aber nicht nur im Magistrat der Kreisstadt, sondern auch auf der CDU-Liste nicht sehr weit her. Neben Hoffmann finden sich auf den ersten 20 Plätzen gerade einmal drei weitere Damen, von denen aktuell nur Birgit Krämer (Platz 6) tatsächlich im Stadtparlament ist. Platz 11 erhielt mit Stefanie Soucek die Vorsitzende der Frauenunion. Insgesamt erfülle die auf den vorderen Plätzen deutlich verjüngte Liste die Forderung, dass der Frauenanteil zumindest bei ein Drittel der Plätze liegen sollte, so Parteichef Vogt.

Frauen wollten häufig nicht gern weit vorn stehen, ist Andreas Hegelers Erfahrung. Jüngere Menschen für die Kommunalpolitik zu gewinnen, sei unabhängig vom Geschlecht zudem nicht einfach, ergänzte Alexander Kurz. Die ehrenamtliche politische Arbeit auf kommunaler Ebene sei wegen der vielen Abendtermine "familien- und freizeitfeindlich". Er könne jedenfalls verstehen, dass viele Zeit mit der Familie vorzögen.

Staatsminister Axel Wintermeyer ist der prominenteste Kandidat und der mit der längsten Parlamentserfahrung. Die Vorsitzende des Gewerbevereins, Eva Rembser (Platz 17), und Ex-CDU-Chef Frank Härder (Platz 7) haben nach einer Pause offenbar wieder Lust auf Politik. Mit Jürgen Pauly und Gregor Betzel zeigen auch zwei Landwirte Ambitionen mitzumischen. Der von der SPD zur CDU gewechselte Stadtrat Wulf Baltruschat darf als Vereinsringvorsitzender hoffen, von Platz 20 weiter nach vorn gewählt zu werden.

13 Sitze hat die 280 Mitglieder starke CDU seit der Wahl 2016 im Stadtparlament. Jüngster Kandidat auf den aussichtsreichen Listenplätzen ist auf Platz 15 der 21 Jahre alte Jura-Student Clemens Hessler. Wolfgang Sittig (Platz 22) steht ganz am anderen Ende der Altersspanne. Ob der 78-Jährige seinen in Hessen schon als einsame Spitze geltenden 50 Jahren im Magistrat weitere hinzufügen kann, hat auch der Wähler in der Hand, denn der kann in Hessen seit 1999 durch Kumulieren und Panaschieren die von den Parteien beschlossene Reihenfolge der Kandidaten durcheinanderwirbeln.

Kritik äußerte Alexander Kurz am Fehlen einer Sperrklausel, besser als "5-Prozent-Hürde" bekannt. Das sorge bei der Verteilung der Sitze für eine Verschiebung des eigentlichen Proporz zugunsten der kleinen Fraktionen. Aktuell sitzen bereits acht Parteien im Stadtparlament. Die Christdemokraten halten es für möglich, dass es nach der Wahl im März noch mehr sein könnten. Erfahrungsgemäß erschwert das die Bildung stabiler Koalitionen.

Jammern will die CDU aber nicht, sondern kämpfen. Nicht zuletzt wegen Corona werde diese Wahl "eine Herausforderung", sagt Vogt.

Die CDU-Liste von Platz 1 bis 30

90 Kandidaten haben die Christdemokraten für die Kommunalwahl aufgestellt. Auf dem Stimmzettel werden allerdings nur die Plätze 1 bis 45 erscheinen. Hier die am ehesten aussichtsreichen ersten 30 Plätze für die Stadtverordnetenversammlung:

  • 1. Andreas Hegeler; 2. Alexander Kurz; 3. Dr. Manuela Hoffmann; 4. Patrick von Rosen; 5. Axel Wintermeyer; 6. Birgit Krämer; 7. Frank Härder; 8. Jens Fleck; 9. Armin Thaler; 10. Michael Henninger; 11. Stefanie Soucek; 12. Jörg Ströhmann; 13. Alexander Schroth; 14. Carsten Zeitz; 15. Clemens Hessler; 16. Marc Schubert; 17. Eva Rembser; 18. Giuseppe Carleo; 19. Fabian Berthold; 20. Wulf Baltruschat; 21. Benjamin Hauzel; 22. Wolfgang Sittig; 23. Giovanni Barone; 24. Florian Mammitzsch, 25. Sabine Nix; 26. Christian Blaschke; 27. Jürgen Pauly; 28. Britta Roth; 29. Michael Müller; 30. Elli Wagner.

babs

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