Beim Bau der Ländcheshalle in Wallau kam es auch immer wieder zu Verzögerungen.
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Beim Bau der Ländcheshalle in Wallau kam es auch immer wieder zu Verzögerungen.

Ländcheshalle

Hofheim: Vogt fordert besseres Controlling bei Großprojekten

  • vonManfred Becht
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Der Neubau der Wallauer Sporthalle wird um etliche Millionen Euro teurer - und dann auch noch später fertig als geplant. Daraus müsse man Lehren ziehen, erklärt Hofheims Rathauschef Christian Vogt.

Wallau. Dass die Ländcheshalle deutlich teurer wird als geplant und dass sie später in Betrieb gehen wird, das ist bekannt. Aber welcher Betrag auf der Schlussabrechnung ganz unten steht, und wann die Halle eröffnet wird, das steht immer noch nicht genau fest. Die Kostensteigerungen werden von den Stadtverordneten unterschiedlich bewertet - aber der Magistrat hat selbst schon die Schlussfolgerung gezogen, dass so etwas in der Form nicht noch einmal vorkommen soll.

"Wir werden daraus unsere Lehren ziehen", versicherte Bürgermeister Christian Vogt (CDU) im Haupt- und Finanzausschuss. Wenn es nach ihm geht, wird bei Großprojekten speziell für das Controlling ein externes Büro beauftragt. Wobei zuvor schon verschiedene Mitglieder des Magistrats darauf hingewiesen haben, dass es ein Projekt dieser Größenordnung in Hofheim so schnell nicht wieder geben wird.

Freilich war früher die Einschätzung vertreten worden, dass die Halle 2020 eröffnet werden könnte, daraus wird möglicherweise nichts. Es hänge auch davon ab, welche Bauhandwerker Corona bedingt zur Baustelle kommen könnten und welche nicht, so Stadtrat Bernhard Köppler. Bis die Außenanlagen fertig und alle Baumängel beseitigt sind, werde es auf jeden Fall 2021. "Es wird mit Hochdruck daran gearbeitet", versicherte der SPD-Politiker.

Zu Verzögerungen kam es, weil man sich vom Planungsbüro für die Haustechnik trennen und weil das Nachfolgeunternehmen vieles umplanen musste. Dann konnten wegen der Corona-Pandemie viele Bauhandwerker nicht einreisen, die Arbeit blieb liegen. Schließlich kam noch die Insolvenz des Herstellers des Hallenbodens hin.

Während die Stadtverordneten im Haupt- und Finanzausschuss die Verzögerungen kommentarlos zur Kenntnis nahmen, entzündete sich an den Kostensteigerungen die Kritik. Zurzeit wird mit einer Gesamtsumme von 11,85 Millionen Euro gerechnet. All die Verzögerungen haben auch die Preise in die Höhe getrieben, außerdem waren lange die Ausgaben für die Parkplätze nicht enthalten. Alleine das macht 300 000 Euro aus. Und Stadtrat Köppler wird ausdrücklich nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass es am Ende bei den 11,85 Millionen Euro bleibt.

In diese Wunde muss jede Opposition die Finger legen. Der Linken-Stadtverordnete Bernd Hausmann erinnerte daran, dass man einst von Kosten von 3,3 Millionen Euro ausgegangen war, als zwischen der Sanierung des Altbaus und einem Neubau entschieden werden musste. Aus der Sicht von Bürgermeister Vogt ist das allerdings ein unlauterer Vergleich; für 3,3 Millionen hätte man nicht die Halle bekommen können, die jetzt gebaut wird.

"Wir haben uns irgendwann für das jetzige Projekt entschieden", so Vogt. Die Zahlen waren jedenfalls niedriger: 2017 wurden Kosten von 8,4 Millionen ermittelt, mit 800 000 Euro Zuschüssen rechnete der Magistrat damals. Grünen-Fraktionschef Daniel Philipp findet den Vergleich mit den 3,3 Millionen Euro nicht angemessen, kann sich aber an Pläne erinnern, die für fünf Millionen Euro zu realisieren gewesen wären.

Diskutiert wurde auch über die Frage, warum die Parkplätze lange in der Kalkulation nicht enthalten waren; Erster Stadtrat Wolfgang Exner hat eine Erklärung: Lange war an davon ausgegangen, dass die Parkplätze an der Schule und am Sportplatz weitgehend ausreichen würden. Erst im Laufe des Bebauungsplanverfahrens stellte sich heraus, dass dies aus Lärmschutzgründen nicht der Fall ist, so dass nun auf der zum Feld hin gelegenen Seite der Halle Parkplätze geschaffen werden müssen. bt

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