Stefan Weise
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Lokalpolitik

Hofheim: Weise ist nicht mehr CDU-Chef in Lorsbach

  • Karl-Josef Schmidt
    VonKarl-Josef Schmidt
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Rücktritt nach umstrittenen Internet-Beitrag - Carsten Zeitz übernimmt

Lorsbach -Stefan Weise ist als Vorsitzender der Lorsbacher CDU zurückgetreten. Der 53-Jährige hat damit die Konsequenzen aus seinem heftig kritisierten Internet-Beitrag gezogen, in dem er Parallelen zwischen dem Holocaust und dem aktuellen gesellschaftlichen Verhalten gegenüber Corona-Impfgegnern und Maßnahmen-Kritikern angedeutet hatte. Zwischen den Jahren hatte es ein parteiinternes Gespräch in Lorsbach gegeben, in dem Weise sein Amt zur Verfügung gestellt hat. Das bestätigte gestern Hofheims CDU-Vorsitzender Christian Vogt, der auch Bürgermeister der Kreisstadt ist. Vogt bekräftigte, dass er Weises Äußerungen aufs Äußerste missbillige. Noch vor zwei Wochen hatte Vogt zu verstehen gegeben, dass es im Fall Weise wohl eher auf eine Rüge als auf einen Parteiausschluss hinauslaufen werde. Mit dem Rücktritt hat Weise nun selbst Dampf aus dem Kessel genommen.

Im November hatte der Christdemokrat ein Bild des Konzentrationslagers Auschwitz ins Internet gestellt und erklärt: Nicht mit Gaskammern habe es damals angefangen, sondern mit Hetze und Intoleranz. Und jetzt, lamentierte er, würden Menschen wieder aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Als Beispiel führte Weise an, dass er als Ungeimpfter nicht mit seinen Freunden in eine Kneipe durfte. Verknüpft wurde das alles mit dem Hinweis: Wehret den Anfängen.

Die kommissarische Leitung der Lorsbacher CDU hat der Stadtverordnete Carsten Zeitz übernommen, der gleichzeitig sein Mandat im Ortsbeirat niederlegte. Für ihn rückt seine Tochter Friederike (25) ins Stadtteilparlament nach.

Wann ein neuer Vorsitzender gewählt wird, steht noch nicht fest. Der nächste Termin des Lorsbacher CDU-Ortsverbandes ist ein Stammtisch am 7. Februar. Gesprächsstoff gibt es ja genug. kajo

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