Schon lange wird über den Umbau des Busbahnhofs diskutiert. Doch noch zeichnet sich nicht ab, in welche Richtung die künftige Gestaltung gehen soll.
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Schon lange wird über den Umbau des Busbahnhofs diskutiert. Doch noch zeichnet sich nicht ab, in welche Richtung die künftige Gestaltung gehen soll.

Infrastruktur

Hofheim: Wie geht es am Busbahnhof weiter?

  • vonManfred Becht
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Die Fraktionen in der Hofheimer Stadtverordnetenversammlung haben unterschiedliche Ansichten zu den Plänen für den Umbau des Zentralen Omnibusbahnhofs.

Hofheim -Die Stadt Hofheim hat den lange geplanten und intensiv diskutierten Umbau des Busbahnhofes im vergangenen Herbst vorerst zurückgestellt. Mit Beginn des nächsten Jahres aber sollen die öffentlichen Verkehrsmittel barrierefrei sein - das Personenbeförderungsgesetz hat dies schon im Jahr 2013 festgelegt. Es gibt also Handlungsbedarf, ein groß angelegter Umbau aber ist in weniger als zwölf Monaten natürlich nicht zu schaffen.

Fragt man unter den Parteien herum, so wird der Handlungsbedarf zwar nicht bestritten, aber damit enden die Gemeinsamkeiten fast. Denn die einen wollen die bisher vorliegenden Pläne zur Grundlage künftiger Überlegungen machen, andere alles neu durchdenken. Das heißt, dass es auch vom Ausgang der anstehenden Kommunalwahlen abhängt, wie es mit dem Busbahnhof weiter geht.

Auf einen völligen Neustart dringen die Grünen. "Was wir bis jetzt hatten, war von Anfang bis Ende falsch und hat nur Nerven gekostet", sagt Grünen-Fraktionschef Daniel Philipp. Er weist darauf hin, dass die bisherigen Planungen eine Einfahrt zum Busbahnhof vorsehen, die praktisch alle Fußgänger überqueren sollen - nach einem sicheren Betrieb klingt das nicht. Ein weiterer Minuspunkt ist für die Grünen, dass dem Umbau praktisch alle Bäume zum Opfer fallen sollen.

Die vorliegenden Planungen bringen keine zusätzlichen Kapazitäten, kritisieren die Linken in einem schon seit Monaten vorliegenden Antrag für die Stadtverordnetenversammlung. Vor allem aber bestreiten die Linken die Auffassung der Planer im Rathaus, dass die aktuelle Anordnung der Haltestellen keinen barrierefreien Umbau zulassen.

So ganz verabschieden wollen sich die Koalitionsparteien von den bisherigen Plänen aber nicht. In diesem Konzept sei viel Richtiges enthalten, sagt CDU-Fraktionschef Alexander Kurz. "Fortsetzen, nicht neu beginnen", will auch die SPD die Planungen. "Es wurde einiges geprüft, das ist nicht alles falsch", so der Fraktionsvorsitzende Alexander Tulatz. Auch die FWG will dieses Konzept nicht von vornherein in Frage stellen.

Aber es gibt Spielräume für neue Überlegungen. Es werde alles nicht schnell gehen, und man habe Zeit, alles noch einmal auf den Prüfstand zu stellen, so FWG-Sprecher Andreas Nickel. Guten neuen Ideen gegenüber sei die SPD aufgeschlossen, so Fraktionschef Tulatz.

Das SPD-Wahlprogramm übrigens deutet ohnehin eher auf einen Neustart für das Projekt hin. Dort wird eine integrierte Gesamtlösung gefordert - für einen Bereich, der nicht nur den Busbahnhof und den Bahnhofsvorplatz einschließt, sondern auch die Güterhalle, die Musikschule und die geplante Radfahrerbrücke über die Landesstraße L 3011 einschließt. Zu finden sein sollen dort dann auch ein Fahrrad-Parkhaus und Ladestationen für elektrische Autos und Fahrräder.

Auch die FWG spricht davon, dass angrenzende Bereiche eingeschlossen werden sollen. Grünen-Fraktionschef Philipp lenkt die Aufmerksamkeit auf den Übergang vom Busbahnhof zur Stadtmitte, der ebenfalls mit bedacht sein soll - eigentlich brauche man in Verbindung damit ein Verkehrskonzept für die Innenstadt. Dass es einen gewissen Zeitdruck gibt, das bestreitet eigentlich niemand.

Unverzüglich beginnen möchten daher die Grünen mit den Neuplanungen. Andreas Nickel (FWG) kann sich daher auch vorstellen, eine provisorische Lösung zum barrierefreien Einstieg zu schaffen, zum Beispiel einen Bedarfshaltepunkt an der jetzigen Ausfahrt, die ja alle Busse benutzen müssen. Dies würde auch Zeit schaffen für weitere Überlegungen. Wie der Magistrat mit dem Zeitdruck umgehen will, ist nicht bekannt - aus dem Rathaus war in der vergangenen Woche zu dem Thema eine Stellungnahme nicht zu bekommen.

Zunächst aber wird also erst einmal einige Zeit verstreichen. "Vor der Kommunalwahl passiert nichts mehr", so CDU-Mann Kurz. Wobei der die Bedeutung des Thema betont: Möchte man den Umstieg vom Auto auf die öffentlichen Verkehrsmittel fördern, müssten auch attraktive Busbahnhöfe her.

Nach einer Mehrheit für den Antrag der Linken, der den Stop der bisherigen Planungen fordert, sieht es also nicht aus. Zweimal wurde die Vorlage schon vertagt. Im Februar muss abgestimmt werden - mit der Kommunalwahl im März nämlich landen alle bis dahin nicht erledigten Anträge im Papierkorb. Manfred Becht

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