Sechs dreigeschossige Gebäude mit Satteldach entstehen am Steinberg. Die Dächer werden teilweise begrünt und bekommen Photovoltaikanlagen.
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Sechs dreigeschossige Gebäude mit Satteldach entstehen am Steinberg in Hofheim. Die Dächer werden teilweise begrünt und bekommen Photovoltaikanlagen.

Wohnen mit Komfort

Bauprojekt in Hofheim: „Wir hätten jede Wohnung zweimal verkaufen können“

  • Dirk Müller-Kästner
    VonDirk Müller-Kästner
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Der Bau der Steinbergterassen in Hofheim beginnt. Mitte 2023 sollen die Häuser bezugsfertig sein. Die Wohnungen haben aber ihren Preis.

Hofheim – Die Nachfrage war riesig. "Wir hätten jede Wohnung zweimal verkaufen können", sagt Michael Weiß. Der Geschäftsführer der Firmengruppe Weiß freut sich, dass die Arbeiten fürs Projekt "Steinbergterrassen" in Hofheim jetzt beginnen konnten. In sechs Gebäuden mit jeweils drei Stockwerken plus Staffelgeschoss sollen bis Sommer 2023 insgesamt 51 Wohnungen entstehen; mit zwei bis fünf Zimmern, jeweils 70 bis 210 Quadratmeter groß. 100 bis 150 Menschen werden dort einziehen, schätzt der Bauherr.

Auf den bei vergleichbaren Projekten üblichen Spatenstich hat Michael Weiß' Unternehmen coronabedingt verzichtet. Das 38-Millionen-Projekt wurde unspektakulär und leise begonnen. Die erste Baugrube ist ausgehoben. Diese Woche soll der erste von zwei Kränen gestellt werden. Am Ende soll es auf 5600 Quadratmeter Grund in nobler Wohngegend in den sechs Gebäuden 5800 Quadratmeter Wohnfläche geben.

Wohnungen in Steinbergterassen in Hofheim in „gehobener Mittelklasse“

Mit 6200 Euro pro Quadratmeter sei das Unternehmen beim Verkauf der Wohnungen in der "gehobenen Mittelklasse" geblieben, sagt Michael Weiß. Da gebe es im Umkreis viel teurere Projekte; zum Beispiel auf dem alten Reitplatz in Bad Soden, wo 8300 Euro aufgerufen würden.

Am Steinberg wird nun laut Weiß mit roten Ziegeln und wenig Beton gebaut. Es gebe auf den Dächern Photovoltaikanlagen, an anderer Stelle würden die Dächer begrünt. Sie könnten ebenso wie die Rigolen auf den beiden Tiefgaragen viel Wasser aufnehmen. "Wir investieren in viel Grün", sagt Weiß. Büsche und etwa 50 Bäume würden gepflanzt. Niederschlag solle "auf dem Gelände gehalten" werden. Dazu diene auch das Rückhaltebecken für 50 Kubikmeter Wasser.

Bauprojekt in Hofheim: Kein preisgünstiger Wohnraum

In den beiden Tiefgaragen soll es 81 Stellplätze geben. Diese sind mindestens 2,70 Meter breit und werden je nach Nachfrage auch an Nachbarn vermietet. Auf besonderen Wunsch bekomme ein Stellplatz auch eine Ladesäule. Das Lademanagement könne mit einer Leistung von 150 Kilowatt wirtschaften.

Stellplätze für Fahrräder, auch für Lastenräder, seien auf und in den Steinbergterrassen "ausreichend vorhanden", sagt Weiß; zum Teil gebe es sie in extra Fahrradräumen. Je nachdem, wie sich der Fahrradboom fortsetzt, könnten weitere Stellplätze geschaffen werden. Ein Autostellplatz könne zu einem Stellplatz von vier Lastenrädern werden, blickt Weiß in die Zukunft. Grundsätzlich müsse man sich "an das Thema rantasten" und die Entwicklung abwarten.

Preisgünstigen Wohnraum können Wohnungssuchende am Steinberg nicht erwarten. Dieser könne an anderer Stelle besser entstehen, sagt Weiß. Er habe deshalb schon beim Ankauf des Grundstücks "eine deutliche sechsstellige Summe" an die Stadt gezahlt, damit diese an geeigneten Orten bauen könne.

Hofheim: Nachfrage nach Wohnungen ist riesig

Er selbst rechnet mit dem "Sickereffekt". Nach dieser - sehr umstrittenen und von vielen Mieterverbänden bereits widerlegten - Theorie macht jeder, der in eine hochpreisige Wohnung zieht, Platz in einer günstigeren. Dieser Effekt setze sich fort, und am langen Ende der Kette könnten Wohnungssuchende in eine bezahlbare Wohnung ziehen.

Die Weiß-Wohnungen haben auf jeden Fall ihren Preis. Wer ihn zahlen kann, bekommt dafür eine Komfortwohnung. Jede Wohnung ist mit einem Aufzug zu erreichen, 20 Prozent der Wohnungen haben im Bad ausreichend Platz für Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind. Es gibt ein Blockheizkraftwerk, in dem auch Biogas verbrannt wird, und die Photovoltaikanlagen auf den Dächern "füttern" Batteriespeicher, die in den Häusern für Licht sorgen. Und bei einem Stromausfall kann die Heizung am Laufen gehalten werden.

Zurzeit sind Baumaterialien teuer - wenn sie überhaupt zu bekommen sind. Michael Weiß belastet das weniger. Er ist zwar nicht glücklich, dass für Erdaushub auf der Deponie immer mehr bezahlt werden muss; selbst wenn im Erdaushub nur Wurzelwerk steckt. Andererseits habe er bereits vor einem halben Jahr Verträge geschlossen. "Rohbau muss man früh disponieren", sagt der Geschäftsführer - und hält daran fest, dass die Steinbergterrassen Mitte 2023 bezugsfertig sind. (Von Dirk Müller-Kästner)

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