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Hofheim: Zöller verspricht Folk vom Feinsten

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Von: Stephanie Kreuzer

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Violons Barbares
Violons Barbares © Olivier Hoffschir

Beim 16. Interkeltischen Folkfestival werden internationale Spitzenkünstler erwartet.

Hofheim. "Wunschlos glücklich" sei er, was das Programm betrifft, meint Thomas Zöller von der Dudelsack-Akademie Hofheim. Denn für das von ihm konzipierte und geleitete Interkeltische Folkfestival, das in diesem Sommer bereits zum 16. Mal in der Kreisstadt stattfindet, hat er - nach zwei pandemiebedingt schwierigen Jahren - in der Zeit von Donnerstag bis Sonntag, 14. bis 17. Juli, wieder ein abwechslungsreiches und inspirierendes Programm auf die Beine gestellt. Zöller: "Wir haben voller Tatendrang geplant und organisiert und sind nun erst recht stolz, dem Publikum großartige Musiker und Bands präsentieren zu können, die wir schon lange nach Hofheim holen wollten. Allesamt verdienen ein volles Haus und werden den Besuchern einen Hörgenuss par excellence kredenzen."

Ausdrücklich danken will er auch den zahlreichen Sponsoren, die ihn treu unterstützt hätten. Direkt vor dem Eröffnungskonzert in der Kirche St. Peter und Paul wird die Sparda-Bank eine Spende in Höhe von 3000 Euro an die Musikschule Hofheim, die offizielle Veranstalterin des Interkeltischen Folkfestivals, überreichen.

Mit dem "Trio Mandili" - das georgische Wort für "Kopftuch" - geht es dann abends richtig los. Die drei jungen Damen aus Georgien wurden aufgrund eines Videos, das sie 2014 im Internet hochgeladen hatten und bis heute über sieben Millionen Mal aufgerufen wurde, schlagartig weltweit bekannt. Inzwischen haben sie über eine Million "Follower" in den sozialen Medien - und im vorigen Jahr ihr drittes Album veröffentlicht. Ihr Repertoire umfasst traditionelle mehrstimmige Volkslieder, zumeist begleitet von der Laute Panduri, sowie Arrangements modernerer Stücke.

Am Freitag, 15. Juli, ist dann im Alten Wasserschloss die energiegeladene Musik von "Violons Barbares" zu hören. "Dieses großartig-freigeistige Ensemble wollte ich schon seit vielen Jahren einladen", schwärmt Zöller. "Uns erwartet ein modern-archaisch wilder Saitenritt durch das mongolische und bulgarisch-mazedonische Liederbuch - groovig und barbarisch gut." Ein Gigant des Obertongesangs und der Pferdekopfgeige aus der Mongolei, ein Meister der 14-saitigen Gadulka aus Bulgarien und dazu die überwältigenden Perkussionswelten eines Franzosen: Das weltweit umjubelte Trio gehöre zu den faszinierendsten Gruppen der Weltmusikszene. "Die drei Ausnahmemusiker entführen in ferne, wilde Länder und reißen stilistische Grenzen zwischen Balkan-Volksmusik, Mongolen-Rock und Jazz-Impro ein", heißt es in der Vorschau.

Samstags schließlich ist der mit Hofheim verbundene Gäle des schottischen Hochlands, Allan MacDonald, mit seinem Musikerfreund Mike Katz zu Gast. Das Duo hat Dudelsäcke, Bouzouki, Whistles und Maultrommeln im Gepäck, die es virtuos und authentisch miteinander zu schottischem Folk vom Feinsten verweben vermag. Allans Musik ist von seinem intuitiven Verständnis der gälischen Musik und der Kultur als Ganzes geprägt, zu der er als Muttersprachler naturgemäß einen besonderen Zugang hat. So wird das eine oder andere gälische Lied nicht fehlen. Mike hat das Hofheimer Publikum vor über zehn Jahren schon einmal beehrt, als er mit der Battlefield Band im Alten Wasserschloss aufspielte - inklusive Mondfinsternis und einem Dudelsack-Solo, welches er in schwindelerregenden Höhen aus einem Hebekran heraus spielte.

"Das sind allesamt musikalische Highlights", freut sich Zöller. "Nach den durch Corona eingeschränkten Reisemöglichkeiten können wir dieses Jahr unsere Pforten endlich wieder für internationale Künstler öffnen, die wir schon lange haben wollten. Nun können wir das alles wieder gemeinsam live und in Farbe erleben, und ich hoffe, dass viele Besucher das zu schätzen wissen und nach Hofheim kommen!"

Immerhin gibt es mit der Interkulturellen Klangstraße, also verschiedenen kleineren Bühnen in der Fußgängerzone, am Samstagmittag ein weiteres Highlight: Vier Musiker aus Bad Nauheim bilden das Ensemble "Saitensprünge" und spielen Stücke aus verschiedenen Traditionen und Zeiten, neu interpretiert und arrangiert. "Arminius vum Saale" bietet mit Drehleier und Cuatro ein Mittelalter-Programm, bestehend aus instrumentalen und vokalen Stücken, als Reminiszenz an die Troubadoure und Minnesänger an der Ingelheimer Kaiserpfalz. Außerdem präsentiert sich der Verlag der Spielleute mit Büchern speziell zu den Themen Bordunmusik und Dudelsack.

Wer letzteres ausprobieren möchte, kann sich bei der Dudelsack-Akademie zum Schnupperkurs am Samstagnachmittag anmelden. Den Fortgeschrittenen-Kurs - mit Mike Katz - am Sonntagmittag kann buchen, wer über mindestens drei Jahre Spielerfahrung mit dem schottischen Dudelsack verfügt.

Alles weitere online unter www.interkeltisches-folkfestival.de.

EXTRA: Das Abendprogramm

Ein Auszug aus dem Programm - die drei Abendveranstaltungen:

Donnerstag, 14. 7., 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr), Kath. Kirche St. Peter & Paul, Hauptstr. 30: Trio Mandili - Charmante Polyphonie aus Georgien.

Freitag, 15. 7., 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr), Altes Wasserschloss (bei Regen in der Stadthalle): Violons Barbares - Der Ruf des Wolfs.

Samstag, 16. 7., 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr), Altes Wasserschloss (bei Regen in der Stadthalle): Allan MacDonald & Mike Katz - Klischeebefreiter Folk des schottischen Hochlands.

Tickets gibt's jeweils ab 19,50 Euro ausschließlich im Vorverkauf, keine Abendkasse! Alle Infos unter www.interkeltisches-folkfestival.de. skr

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