Golf

Hofheimer Aufholjagd wird nicht belohnt

  • schließen

Sie haben bis zum Schluss alles versucht, haben gutes Golf gespielt, das kalkulierbare Maximum erreicht. Doch alles war vergeblich: Trotz Platz drei beim abschließenden Turnier in Lorch müssen die Golferinnen des GC Hof Hausen vor der Sonne nach nur einem Jahr wieder aus der 2. Bundesliga Süd absteigen.

Dabei waren die Hofheimerinnen am Ende punktgleich mit dem GC Rheinhessen Wißberg. Nach 918 gespielten Löchern waren sie aber um gerade einmal fünf Schläge schlechter. „Natürlich sind wir enttäuscht. Von den Handicaps her waren wir schon das schwächste Team. Aber das allein macht die Klasse nicht aus. Wir wollten die Klasse halten. Die Leistung war gut, wir haben gesehen, dass wir das Potenzial haben, um in der zweithöchsten deutschen Klasse mitzumischen“, sagt Spielführer Thomas von Ciriacy-Wantrup. Der einzige Unterschied waren die Ausnahmekönnerinnen wie die Proette Laura Fünfstück oder die Deutsche Meisterin Paula Kirner.

Diese beiden Spielerinnen waren es, die ihre Teams, den Meister GC Neuhof, der nun in einem Aufstiegsspiel am 19. August gegen den GC München Valley den Sprung ins Oberhaus zu erreichen versucht, sowie den GC Kiawah Riedstadt, über den Rest des Feldes hoben. Fünfstück spielte im Einzel Runden von - 5, - 5, - 4, - 8 in Hofheim und nun - 4, Kirner kam im Schnitt auf - 1. Ohne sie belegte Kiwah auf der Anlage des GC Hof Hausen vor der Sonne nur den letzten Platz.

„Ohne sie hätten wir vielleicht den Klassenerhalt realisieren können. Waren sie da, waren die beiden ersten Plätze vergeben. Spielerinnen, die so tiefen Score erzielen, haben wir in unseren Reihen nicht“, erklärte Thomas von Ciriacy-Wantrup.

Die Stärke seiner Mannschaft war der Zusammenhalt im Team, das eine gute Mischung aus Erfahrung und Jugend repräsentiert. „Sie spielen seit Jahren zusammen. Das macht sich auch in den Vierern positiv bemerkbar, die durch die Bank gut harmonieren.“

Beim Mitabsteiger GC Hetzenhof erzielte der GC Hof Hausen vor der Sonne in den Vierern dank Jacqueline Klemm/Fiona Sophie Schmidt (72/+ 1) und den Zwillingen Joy und Jil Dokenwald (75/+ 4) das zweitbeste Ergebnis, nur zwei Schläge hinter Neuhof. Doch der zweite Platz war schon zu weit entfernt.

Bestes Einzelergebnis des Tages erzielte intern Jil Dokenwald, die das Par nur um einen Schlag verfehlte. Eine 74er-Runde (+ 3) spielte Klemm, einen Schlag mehr benötigte Schmidt. In die Wertung kamen noch Maren Sabrina Wolf (79) und das junge Eigengewächs Johanna Modrack (82).

Damit machte der GC Hof Hausen vor der Sonne auf den Konkurrenten GC Rheinhessen Wißberg zwei Plätze und sechs Schläge gut. Fünf Schläge haben aber am Ende noch gefehlt. Von Ciriacy-Wantrup: „Das ist Golf. Bei einem Profi-Turnier wird vier Tage lang gespielt. Und dann entscheidet ein Schlag darüber, ob man eine Million oder 400 000 Dollar bekommt. Bei uns war es halt der Klassenerhalt, der so knapp verspielt wurde.“

Diese fünf Schläge seien nicht bei diesem letzten Turnier verursacht worden, das sei ein schleichender Prozess. „Wenn man es überhaupt Spieltagen zuordnen müsste, dann seien es die beiden ersten. Da waren wir noch nicht in der Liga richtig angekommen, haben wir auf den Konkurrenten schon vier Punkte und 34 Schläge eingebüßt“, erläutert der Club-Spielleiter.

Es gab aber viel Positives: Der Höhepunkt war der Spieltag auf der eigenen Anlage, als die Gastgeberinnen die Abwesenheit von Paula Kirner optimal zu nutzen wussten und nach exzellenten Leistungen hinter Neuhof Rang zwei belegten, der ihnen erst überhaupt die kleine Chance auf den Klassenerhalt eröffnete. Positiv sei auch, wie Ausfälle (Urlaub, Krankheit, Tiefform) mit guten Leistungen der Ersatzleute kompensiert wurden. Einzelne Spielerinnen hervorzuheben, sei immer schwierig. Doch eine muss doch erwähnt werden: Die sehr konstant spielende Jacqueline Klemm, die mit einem Runden-Schnitt von + 1 die beste Ligaspielerin unter den „Normalsterblichen“ (ohne Fünfstück und Kirner) war.

Die Mannschaft bleibt trotz des Abstiegs zusammen. Und will versuchen, im kommenden Jahr die Rückkehr zu realisieren. Kein leichtes Unterfangen, denn die Regionalliga ist kaum schwächer als die Zweite Liga. Nur „Störenfriede“ wie Fünfstück oder Kirner tauchen dort nicht auf.

2. Bundesliga Mitte, Damen, letzter Spieltag in Lorch: 1.Golf-Club Neuhof 415 (+ 18), 5 Tabellenpunkte, 2. GC Kiawah Riedstadt 416 (+ 19), 4, 3. GC Hof Hausen vor der Sonne 429 (+ 32), 3, 4. GC Hetzenhof Lorch 431 (+ 34), 2, 5. GC Rheinhessen Wißberg 435 (+ 38), 1. – Abschlusstabelle: 1. GC Neuhof (Meister, Teilnehmer am Aufstiegsspiel gegen GC München Valley) 23 Punkte, 2. GC Kiawah Riedstadt 19 Punkte, 3. GC Rheinhessen Wißberg 13, 4. GC Hof Hausen vor der Sonne (Absteiger) 13, 5. GC Hetzenhof (Absteiger) 7.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare