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Schmal ist die Spur für die Radfahrer auf der Brücke über die Bahngleise. Das kann zu gefährlichen Situationen führen. Geht es nach den Grünen, soll deshalb verboten werden, Radler dort zu überholen. Foto: Knapp

Verkehr

Hofheimer Grüne wollen jetzt auch ein Überholverbot

  • vonManfred Becht
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Die Grünen fordern eine neue Lärmberechnung für die Rheingaustraße sowie mehr Schutz für die Radfahrer auf der Brücke über die Bahngleise.

Hofheim -Die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung geben nicht klein bei, wenn es darum geht, auf der Rheingaustraße eine durchgehende Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde zu erreichen. In einem Antrag haben sie gefordert, dass die Stadt die nötigen Lärmberechnungen durch das Hessische Landesamt für Natur, Umwelt und Geologie durchführen lässt. Die Stadt Oberursel ist genau damit in diesem Sommer erfolgreich gewesen.

Genau wegen dieses Themas haben die Linken beantragt, dass sich die Stadt wegen der Arbeitsweise der Hessischen Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil beim Hessischen Wirtschaftsministerium beschweren soll. Diesem Ministerium ist Hessen Mobil nämlich zugeordnet. Die Grünen haben überdies noch gefordert, die Radfahrer auf der Rheingaubrücke durch ein spezielles Überholverbot zu schützen.

Überholverbot zum Schutz von Radfahrern

Über alle drei Anträge wurde in der vergangenen Stadtverordnetenversammlung nicht abgestimmt. Das Parlament hatte sich wegen der Corona-Pandemie auf die unbedingt notwendigen Punkte beschränkt; die drei Anträge zur Rheingaustraße gehörten nicht dazu. Man kann gespannt sein, wie die Stadtverordneten die Vorschläge dann diskutieren, wenn sie aufgerufen werden - auch über Tempo 30 sind die Parlamentarier sich nicht unbedingt einig. Die nächste Stadtverordnetenversammlung ist für den 18. Dezember vorgesehen. In welcher Form sie stattfinden kann, steht noch nicht fest.

Die Debatte um Tempo 30 in der Rheingaustraße hat schon bemerkenswerte Wendungen genommen. Als das Regierungspräsidium einen Lärmaktionsplan ausarbeitete, legte Hessen Mobil für die Rheingaustraße keine Berechnungen vor mit der Begründung, der Bau der Umgehungsstraße B 519 neu werde ohnehin die Verkehrsflüsse verändern. Und das, obwohl an den Bau der Umgehungsstraße keiner mehr glaubt. Schließlich nahm Hofheim die Berechnungen vor, so jedenfalls die Darstellung der Grünen. Die Daten waren aber nicht verwendbar, da das Programm für diesen Zweck nicht zugelassen war - was Hessen Mobil erst auffiel, nachdem die Daten bereits vorlagen.

Das alles finden die Linken untragbar. Von einem merkwürdigen Umgang mit den Belangen der Anlieger ist da die Rede. Nicht nur die Linken aber haben nicht verstanden, dass es zu dem Thema einen entscheidenden Vermerk vom Februar 2018 gibt, der der Stadt aber erst im Dezember 2019 zugestellt wurde - 22 Monate brauchte das Papier von Wiesbaden nach Hofheim. Der Magistrat soll, so heißt es in dem Antrag, "gegenüber dem Hessischen Verkehrsminister sein Unverständnis über diese Arbeitsweise von Hessen Mobil zum Ausdruck bringen."

Neues Verkehrszeichen

Die Grünen möchten lieber noch einmal einen Versuch machen, Tempo 30 durchzusetzen, und setzen auf ein Verfahren, das vom hessischen Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Oberursel angewendet wurde. Dort wurde die entsprechende Straße Ende Juli mit den Tempo-30-Schildern versehen. Die Bürger hätten ein Recht auf die Umsetzung des Lärmaktionsplans, die Stadt müsse alles dafür tun, um diese Rechte zu wahren.

Den Grünen reicht Tempo 30 aber noch nicht aus, sie wünschen sich einen zusätzlichen Schutz für die Radfahrer auf der Rheingaubrücke. Sie wollen dort in beiden Fahrtrichtungen den Autofahrern verbieten, Radfahrer zu überholen. Erst in diesem Jahr wurde speziell dafür ein neues Verkehrszeichen eingeführt. Es sieht dem bekannten Überholverbotsschild ähnlich, nur sind rechts statt des schwarzen Autos ein schwarzes Fahrrad und ein schwarzes Moped abgebildet.

Zur Begründung erinnern die Grünen daran, dass die Rheingaubrücke die einzige befahrbare Verbindung für Radfahrer über die Bahnstrecke hinweg ist. Zu den Radfahrern gehören schließlich auch sehr auch viele Schüler. Trotz der bereits abgezeichneten Schutzstreifen sei es immer noch gefährlich, dort mit dem Fahrrad zu fahren. Wenn ein Radfahrer zum Beispiel anhalten müsse, gebe es wegen der Leitplanken keine Möglichkeit, sich auf den schützenden Bürgersteig zu retten. Speziell für solche Situation sei das neue Verkehrsschild eingeführt worden. Manfred becht

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