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Start am Kreishaus zur Tour in der MTK-Radnacht. Etwa 300 Radler fuhren mit.

Auftaktveranstaltung zum Stadtradeln

In der Hofheimer Radnacht haben die Radler Vorfahrt

Rund 300 Radfahrer waren bei der „MTK-Radnacht“ dabei. Die Tour vom Hofheimer Kreishaus nach Kelkheim und zurück war etwa 25 Kilometer lang. Es war die Auftaktveranstaltung zum Stadtradeln. Bei dem Wettbewerb sind Städte, Gemeinden und Bürger gefragt. Die Aktion dauert bis 7. September.

Ob ich die 25-Kilometer-Herausforderung meistern werde? Obwohl ich jogge und regelmäßig Fitnesstraining mache, bin ich gespannt, wie es beim Fahrradfahren sein wird. Dabei sind schließlich andere Muskeln und ein anderer Bewegungsablauf gefragt.

Hartmut Spannagel ist jedenfalls guten Mutes. „Ich bin seit Jahrzehnten ein ambitionierter Radfahrer“, erzählt der Krifteler. Mit seinem Elektro-Fahrrad ist der ältere Herr zum abendlichen Ausflug angetreten. Wenn die Kraft nachlassen sollte, wird er, ohne viel strampeln zu müssen, den Motor an seinem Rad anschalten. „Ich will einfach dabei sein“, sagt er.

Von der Radnacht erfuhr er aus der „Radwelt“, einem Magazin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), der hier als Co-Veranstalter, Takt- und Ideengeber an Ort und Stelle ist. Der Verein setzt sich für die Interessen der Freizeit- wie Alltagsradler ein und bietet neben Touren viele Informationen an.

Los geht’s! Ich bin gespannt, ob sich alle an die Sicherheitsanweisungen zum Fahren im geschlossenen Verband halten werden. ADFC-Mitarbeiterin Gabriele Wittendorfer hatte kurz zuvor Sonderrechte wie Pflichten erklärt. Regeln, die normalerweise üblich sind, dürfen heute missachtet werden. Regel eins: Wir dürfen die gesamte rechte Straßenseite benutzen und nebeneinander fahren (aber bitte mit genügend Abstand). Regel zwei: Wir dürfen über die roten Ampeln fahren. Regel drei: Autofahrer müssen warten – wir haben heute Vorfahrt! Damit alles gutgeht, fahren ADFC-Tourenbegleiter mit. Vor und hinter uns sind zwei Polizei-Autos, dazwischen zwei Polizei-Motorräder, deren Hupen uns immer wieder zur Seite fahren lässt und uns während der Fahrt erinnern wird, dass der weiße Streifen in der Fahrbahnmitte der Straße unsere Grenze ist.

Jetzt heißt es in die Pedalen treten. Umringt von E-Bikes, Cross-Rädern, Mountainbikes, Liege-, Renn- oder 25 E-Bike-Leihrädern (vom MTV-Fahrradverleih), Tandems, oder Rädern mit Anhängern muss ich mit meinem ferrariroten Freizeitfahrrad zuerst einmal meine Spur, meinen Rhythmus wie meinen Platz finden.

Bis Eppstein kann ich gut mithalten. Doch jetzt wünsche ich mir auch ein E-Bike. Es geht nämlich bergauf. Ich fordere meine Gangschaltung, meine Beine werden schwer, viele Radfahrer überholen mich. Absteigen und schieben? Kommt gar nicht in Frage!

Andrea Rottenbacher hatte über Facebook von der MTK-Radnacht erfahren und „weil ich das eine tolle Idee finde, dass viele Städte etwas machen“, so die Eddersheimerin, nahm sie mit ihrem Mann Klaus und sechs Freunden an der Tour teil. Auch das Ehepaar Birgit und Frank Gröger aus Kelkheim unterstützt das Event. Frank Gröger, der einige Räder besitzt und diese in seiner Freizeit gerne nutzt, plädiert „für mehr Fahrradwege im Main-Taunus-Kreis“. Weiter geht’s! Während die Teilnehmer auf direktem Weg zum Ausgangspunkt zurückradeln und rund um den Teich des Landratsamts mit Musik und einem Picknick den Sommerabend gemütlich ausklingen lassen, klinke ich mich aus, radle nach Bad Soden. Ich fühle mich fit – auch noch am nächsten Tag. Ich bin mir sicher: Ich werde jetzt öfters Rad fahren. Sportliche Abwechslung tut gut – und ich trage etwas zum Klimaschutz bei.

Nähere Infos zum Stadtradeln bei Marita Schreiner, Telefon (0 61 92) 20 22 13. E-Mail an stadtradeln@hofheim.de.

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