Mit einem besonderen Hygienekonzept will das Showspielhaus von September an wieder starten.
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Mit einem besonderen Hygienekonzept will das Showspielhaus von September an wieder starten.

Kultur

Hofheimer Showspielhaus: Neue Klimaanlage und Spezialfilter sorgen für saubere Luft

Mit einem besonderen Hygienekonzept ist die Wiedereröffnung im September geplant

Hofheim -Theater sind nach wie vor geschlossen oder spielen vor einer Handvoll Gäste. Eine Perspektive für die Rückkehr zur Normalität, wie sie vor Corona war, ist nicht in Sicht. Warten und Hoffen ist aber nicht der Arbeitsstil der beiden Geschäftsführer des Showspielhauses. Hans-Jürgen Mock und Bernhard Westenberger haben jetzt ein Konzept zur Wiedereröffnung, das weiter als alle aktuellen Hygienestandards geht.

"Wir werden noch einige Zeit mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen haben", sagt Bernhard Westenberger. Nicht alle Gäste seien ohne Bedenken, wenn es darum geht, Veranstaltungen zu besuchen. Ein durchdachtes Hygienekonzept könne für gutes Gefühl sorgen.

Natürlich beinhaltet dies die Abstandsregeln, die Desinfektionsspender im ganzen Haus und das Tragen von Mundschutz durch das Personal und die Gäste, wenn sie im Haus unterwegs sind. Das Konzept von Mock und Westenberger geht noch weiter. Geprüft wird aktuell, die Tische in Zukunft mit Plexiglaswänden voneinander zu trennen, so dass 4er-, 6er- und 8er-Gruppen getrennt voneinander sitzen. "Das ist vor allem auch für unsere Saal-Gastronomie wichtig. Nur wer entspannt ist, kann auch genießen", beschreibt Hans-Jürgen Mock das Vorgehen. Die größte Investition ist eine Klimaanlage mit integriertem NanoeX Luftfiltersystem. Diese speziellen Filter sorgen für gereinigte Luft, wie sie beispielsweise in Flugzeugen propagiert wird. Zusätzlich wird über die Lüftung viermal pro Stunde die Luft im Theatersaal komplett ausgetauscht.

"Verluste im sechsstelligen Bereich"

"Der zusätzliche Vorteil wird natürlich sein, dass wir wetterunabhängig unseren Spielplan aufsetzen und somit im kommenden Jahr auch in den Sommermonaten in klimatisierten Räumen Veranstaltungen durchführen können", sagt Westenberger, der sich davon auch verspricht, zumindest einen Teil der hohen Verluste aus diesem Jahr ausgleichen zu können. Begonnen wird mit zwei Produktionen, die mit ein oder zwei Schauspielern auskommen. "Elvis (k)lebt", eine Geschichte rund um die Sonderbriefmarke anlässlich des 85. Geburtstags des "Kings", ursprünglich für den Posthofkeller Hattersheim inszeniert, startet am ersten Septemberwochenende. Außerdem wird der "TeufelsGreis" seine ausgefallenen Termine nachholen, und es werden zusätzlich Gäste wie Jürgen Leber, Tante Lilli und Sybille Bullatschek in das Showspielhaus kommen.

Das Showspielhaus-Team setzt auf maximal 80 Gäste pro Veranstaltung. Im Vorverkauf werden die Tickets ohne Platz-Zuordnung angeboten. Der Tisch wird am Abend vom Hygienebeauftragten zugeteilt. Für die ersten vier Wochen des Testlaufs erscheint den Betreibern dieses Vorgehen am einfachsten umsetzbar. Die Registrierung der Gäste für die Nachverfolgung eventueller Infektionsketten erfolgt am Sitzplatz.

Das allsonntägliche Frühstück mit Gästen aus ganz Deutschland soll ebenfalls wiederkommen. Besonders bei einer solchen Veranstaltung sei es wichtig, hygienisch einwandfrei zu arbeiten, so die Veranstalter. Ein offenes Buffet in der bekannten Art wird es nicht mehr geben können. Das Angebot und die Vielfalt sollen allerdings unangetastet bleiben. Deshalb wird es Ausgabestellen geben, an denen Servicemitarbeiter die Teller nach Wunsch füllen.

Man sei bisher mit zwei tiefblauen Augen durch die Krise gekommen, was vor allem auch dem guten Team geschuldet sei, das hinter den Theatermachern steht. "Die Verluste im sechsstelligen Bereich sind nicht aufzufangen", aber mit dem vorgelegten Konzept versprechen sich die beiden Unternehmer weiterhin ein Leuchtturm in Sachen regionaler Kultur zu sein. Ab Mittwoch öffnet die Vorverkaufsstelle im Showspielhaus, Hattersheimer Straße 31, mittwochs und donnerstags von jeweils 10 bis 14 Uhr und 16 bis 19 Uhr. hk

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