Sanierung

Die Hofheimer Stadthalle bekommt ein neues Gesicht

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4,6 Millionen Euro will die Stadt Hofheim in den nächsten Jahren in die Stadthalle investieren. Und hat eigentlich wohl keine andere Wahl.

Als die Stadthalle in den frühen 1980er Jahren aufgestockt wurde, entstand zwischen dem Erdgeschoss und dem ersten Stock ein etwa 1,40 Meter hoher Zwischenraum, in dem Teile der Haustechnik liegen, unter anderem die Lüftungsanlagen. Aus heutiger Sicht untragbar ist, dass dieses Zwischengeschoss nach außen hin nur durch ein Metallblech abgeschlossen ist. Von einer Dämmung kann also keine Rede sein. Im Gegenteil: Durch diesen Zwischenraum dringt im Sommer zu warme Luft zwischen die beiden Etagen, im Winter wiederum die Kälte. Die Folge ist, dass Lüftung und Heizung mehr laufen und Unmengen an Energie verbrauchen.

Im Haupt- und Finanzausschuss warnte Architekt Joachim Kulla zwar, an die Stadthalle ähnliche Maßstäbe anlegen zu wollen wie an ein neues Wohngebäude. Heizung, Dämmung und Haustechnik könnten zwar erneuert werden, und das soll auch passieren. Erreichbar sei, die jährliche Betriebskosten um etwa 50 000 Euro zu senken. Möchte man noch größere Einsparungen erreichen, wären unverhältnismäßig hohe Investitionen notwendig. Augenmaß ist also gefragt. Man werde bei der weiteren Planung aber schon schauen, welche Möglichkeiten noch genutzt werden könnten.

Ohnehin hätten Lüftungs- und Klimageräte ihre maximale Lebensdauer erreicht und müssten ausgetauscht werden, heißt es in einer Vorlage des Magistrats. Also wird es eine energetische Sanierung geben. Da die Halle von der Stadthallen- und Parkhaus GmbH betrieben wird, hat das Parlament diese Pläne nicht zu genehmigen, sondern nur zur Kenntnis genommen. Alles andere erledigt der Aufsichtsrat, in dem die Parlamentarier allerdings vertreten sind. Eine einmütige Zustimmung gab es aber für eine städtische Bürgschaft über einen Betrag von

4,3 Millionen Euro

. Dies erleichtert es der GmbH, den notwendigen Kredit zu bekommen.

Es wird bei den Sanierungen aber nicht nur eine neue Haustechnik geben, erläuterte Norman Diehl, Geschäftsführer der Gesellschaft, vor den Stadtverordneten. Heizung und Lüftung sorgen derzeit nicht immer für eine komfortable Situation im Obergeschoss, dies soll verbessert werden. Gleichzeitig ist geplant, die Beleuchtung auf moderne LED-Technik umzustellen, was die Kosten weiter verringern wird.

Verändern soll sich aber auch das Äußere der Stadthalle. Wiederholt wurde kritisiert, dass der Eingangsbereich nicht gut zu erkennen sei. Architekt Kulla schlägt daher vor, ein Vordach vor dem Eingang zu bauen. Außerdem soll die Fassade umgestaltet werden, dabei fallen die energietechnisch ungünstigen Erker weg. Insgesamt geht es auch um ein repräsentativeres Erscheinungsbild zum Chinonplatz hin.

Ein neues Gesicht erhalten soll auch der Durchgang zwischen Stadthalle und Rathaus. Dort gibt es eine unübersichtliche Treppenlandschaft, und an der Fassade sind die unterschiedlichsten Materialien verbaut. Eine klarere Strukturierung soll her, auch ein attraktiverer Eingang zur Keglerklause. Barrierefrei lässt sich dieser Durchgang nicht gestalten, haben die Planer ermittelt.

Unter anderem befindet sich unter der Treppe ein Raum, was die Umgestaltungsmöglichkeiten einschränkt. Dadurch, dass der gesamte Bereich zwischen Stadthalle und Rathaus übersichtlicher wird, soll er auch weniger attraktiv als Aufenthaltsbereich für Jugendliche sein. Geplant ist, dass auf dem Dach der Halle eine Photovoltaikanlage installiert wird. Zuvor allerdings muss die Statik des Daches geprüft und womöglich nachgebessert werden. Eine Stahlkonstruktion im Dach soll auch die neue Lüftungsanlage aufnehmen. Verschwinden soll aus dem Dachbereich der Asbest, der dort eingebaut worden war.

Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen und 2020 abgeschlossen werden. Für das Jahr 2020 ist eine dreimonatige Schließung des Obergeschosses geplant – für den Sommer, weil dann die Räume ohnehin in den Ferien nicht genutzt werden. Die große Halle im Erdgeschoss werde durchgängig nutzbar bleiben, versicherte Kulla.

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