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Beliebt und bewährt: Der Stadtteiltreff in der Homburger Straße gegenüber vom Rewe-Markt.

Bauprojekt

Hofheimer Stadtteiltreff wird neu gebaut

Der Container an der Homburger Straße soll durch ein massives Bauwerk ersetzt werden, in dem auch Wohnungen entstehen. Bauherr wird die HWB, die stadteigene Hofheimer Wohnungsbau GmbH.

Der Stadtteiltreff in Hofheim Nord war eigentlich nicht als dauerhafte Einrichtung geplant. Zum Start des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ war deutlich geworden, dass in dem Quartier ein Treffpunkt fehlt, und es zeichnete sich auch nicht ab, dass sich dies ändern würde. Trotzdem wurde der Stadtteiltreff so gebaut, dass er mit einem Sattelschlepper an einen anderen Standort für eine neue Nutzung gebracht werden könnte.

Davon ist inzwischen keine Rede mehr, denn die Einrichtung wird intensiv genutzt. Spielenachmittag, Kunstworkshop für Mädchen, Frühstückstreff, Mieterberatung der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft, Treffen der Ahmadiyya-Gemeinde – auf dem Belegungsplan stehen eine Menge Veranstaltungen. „Der Stadtteiltreff hat sich mittlerweile zu einem wichtigen Quartiersmittelpunkt entwickelt und ist für viele nicht mehr wegzudenken“, heißt es in einem Bericht zum Programm „Soziale Stadt“. Dass der Treff vom Zustand her in die Jahre gekommen sei, ändere daran nichts, sagte Norman Diehl im Sozialausschuss des Stadtparlaments. Diehl ist Geschäftsführer bei der HWB. Deshalb soll an gleicher Stelle ein neuer Stadtteiltreff entstehen. Es seien vielversprechende Gespräche mit dem Grundstückseigentümer angelaufen, berichtete Diehl. Die Stadt hatte das Gelände auf die Dauer von zehn Jahren kostenfrei bekommen – das dürfte sich nicht wiederholen, wenn das Grundstück massiv bebaut werden soll. Jetzt geht es vielmehr um einen Kauf des Grundstücks durch die HWB.

2020 soll gebaut werden

Nach Diehls Worten soll schon 2020 oder 2021 ein Neubau entstehen. Dabei geht es nicht nur um den Stadtteiltreff, sondern der soll mit Wohnungen kombiniert werden. Wobei Diehl einräumt, dass die Größe des Grundstücks nur eine kleine Zahl von Wohnungen zulasse, zumal mit Blick auf die Nachbarhäuser auch nicht übermäßig in die Höhe gebaut werden könne.

Definitiv entschieden ist freilich noch nichts; das ist erst möglich, wenn verschiedene Randbedingungen wie etwa der Grundstückspreis feststehen. Es werde aber bereits an einer Übergangslösung gearbeitet, hieß es. Denn das Programm im Treff soll auf keinen Fall unterbrochen werden, andernfalls müsste die mühsame Aufbauarbeit von vorne beginnen. Die HWB rechnet mit einer Bauzeit von etwa zwei Jahren.

Ganz neue Projekte können in das Programm „Soziale Stadt“, das Zuschüsse von bis zu zwei Dritteln der Kosten vorsieht, nicht mehr aufgenommen werden. Der geplante Umbau der Zeilsheimer Straße kommt dafür deshalb nicht in Frage, weil es sich um eine überörtliche Straße handelt, an deren Finanzierung das Land Hessen beteiligt ist. Die Planung des Umbaus aber wurde in dem Programm noch untergebracht, ebenso die Beteiligung der Bürger. Auf diese Weise lassen sich die Kosten verringern, die für die Stadt entstehen. Bei dem Umbau soll es darum gehen, den Verkehrsfluss gleichzeitig zu beruhigen und zu verbessern, die Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer zu optimieren und Barrierefreiheit herzustellen.

Ebenfalls noch im Rahmen des Programmes „Soziale Stadt“ soll der Umbau der Einmündung der Rudolf-Mohr-Straße in die Pfarrgasse hinter dem Chinon-Center geplant werden. Sehr zum Ärger vieler Bewohner des Ostends biegen viele Autofahrer, die aus südlicher Richtung kommen, an dieser Stelle ins Ostend ab, obwohl dies ausdrücklich verboten ist. Der Magistrat hat schon die Richtung vorgegeben, dass dies künftig auch technisch nicht mehr möglich sein soll.

Neuer Radweg?

Absehbar ist, dass die beiden Straßenbauprojekte politische Diskussionen wie auch Debatten mit den betroffenen Anliegern hervorrufen. Bessere Bedingungen für Radfahrer auf der Zeilsheimer Straße schaffen zu wollen, das dürfte ohne einen Radweg nicht funktionieren. Diesem aber werden mutmaßlich Parkplätze zum Opfer fallen, damit erhöht sich der Parkdruck in den Seitenstraßen.

Zur Einfahrt in das Ostend wiederum fordern manche Anlieger, dies auch von der Pfarrgasse her unmöglich zu machen. Denn in den Straßen dort sind viele Autos unterwegs, die Parkplätze sind knapp. Das bedeutet aber, dass mehr Verkehr in die Altstadt fließt – gerade aus der Bärengasse aber sind schon viele Beschwerden wegen des Autoverkehrs dort laut geworden.

Manfred Brecht

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