Vor drei Jahren ist ein neuer Damhirsch in den Wildpark am Kapellenberg eingezogen.
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Vor drei Jahren ist ein neuer Damhirsch in den Wildpark am Kapellenberg eingezogen.

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Hofheimer Tierpark soll endlich einen Teich bekommen

  • VonManfred Becht
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Wildpark-Retter übernehmen 20 000 Euro der Kosten - Neue Mitglieder sind immer willkommen

Hofheim -Die Wildpark-Retter hatten sich schon im Jahre 2020 vorgestellt, dass das Projekt eines Teiches in dem kleinen Zoo am Kapellenberg realisiert werden könnte. Daraus ist nichts geworden, auch 2021 nicht; nicht zuletzt die Corona-Pandemie hat auch bei diesem Projekt zu Verzögerungen geführt. Jetzt aber soll es nicht mehr lange dauern. Im Frühjahr sollen die Arbeiten ausgeführt werden, berichtet die Stadt auf Anfrage dieser Zeitung. Genaueres wird derzeit abgestimmt - aber die Verwaltung strebt an, dass alles in einem Zug gemacht wird, also nicht übermäßig lange dauert.

Einen kleinen Teich gab es in dem Tierpark früher schon, die Grube besteht sogar noch. Den Teich zu reaktivieren, das war eine Idee der Wildparkretter. Das ist der Verein, der der Stadt vor Jahren zusagte, jährlich 10 000 Euro als Beitrag zu den Kosten zu leisten. Andernfalls wäre das Gehege unweit des Forsthauses am Hundshager Weg damals aufgelöst worden. Die Idee kam also vom Verein, für die Ausführung ist die Stadt als Eigentümerin zuständig.

Nah am Spazierweg

"Wir glauben, dass der Teich den Wildpark noch erheblich attraktiver machen wird", sagt Vorstandsmitglied Tobias Rösmann. Er berichtet, dass das Damwild Zugang zu dem Teich haben soll, dort sicher also zum Trinken kommen wird. Da der Teich nah am Spazierweg liegt, werden die Besucher einen guten Blick auf die Tiere haben. Der Verein hofft außerdem, dass sich dort auch Wasservögel blicken lassen.

Die Stadt rechnet für das Projekt mit Kosten in Höhe von 45 000 Euro. 20 000 Euro kämen von den Wildparkrettern, erläutert die Pressestelle im Rathaus. Die Wildparkretter wiederum finanzieren sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Aktionen des Vereins, die ebenfalls Geld in die Kasse spülen sollen. Unter anderem gibt es jährlich ein Gehegefest, bei dem zugunsten der Vereinskasse Gegrilltes und Getränke verkauft werden. Gelegentlich sind die Wildparkretter auch auf dem Wochenmarkt mit einem Kuchenstand. Gut angekommen sei die Möglichkeit, direkt am Gehege mit Hilfe eines QR-Codes gleich ein paar Euro zu spenden, so Vorstandsmitglied Rösmann.

Die Stadt Hofheim wiederum möchte einen Teil der Bundeswaldprämie für diesen Zweck verwenden. Ob das aber im Sinne der Erfinder ist? Die Bundeswaldprämie wurde im Juni 2020 von der Bundesregierung beschlossen, als Teil eines Paketes zur Förderung der Wirtschaft in der Corona-Pandemie. Die Waldprämie speziell soll die Kommunen in die Lage versetzen, die Wälder nachhaltig zu bewirtschaften, die Forstwirtschaft zu Digitalisieren, moderne Maschinen zu kaufen und für eine stärkere Nutzung von Holz als Baustoff zu werben.

Mit etwas Mühe kann man argumentieren, mit dem Teich den Wald auch für die jüngeren Besucher attraktiver zu machen und seine Bedeutung als Ökosystem herauszustellen. Stadtrat Bernhard Köppler (SPD) hatte im Rahmen der Haushaltsberatungen berichtet, die Stadt bekomme aus diesen Mitteln einen Betrag von 170 000 Euro.

Das Geld solle aber nicht im allgemeinen Haushalt versickern, sondern tatsächlich für den Wald verwendet werden. "Wir sind für Vorschläge dankbar", ließ Köppler erkennen, dass noch nicht alle Mittel verplant sind. Zwischenzeitlich war auch die Rede davon, dass ein Teil des Betrages in das geplante Haus des Waldes am Meisterturm fließen könnte.

Verein hat noch viele Ideen

Und wenn der Teich im Wildpark fertig ist? Ist der Wildpark dann so, wie die Wildparkretter ihn sich vorstellen? "Die Ideen werden uns nicht ausgehen", ist Tobias Rösmann überzeugt. Aber man sei bisher gut damit gefahren, eine Idee nach der anderen anzugehen.

Was auch immer kommt, zusätzliche Mitglieder kann der Verein immer gebrauchen. 160 sind es zurzeit - warum sollten es nicht in absehbarer Zeit vielleicht 200 werden?

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