Trostlos: Immerhin gibt es auf dem "Spielplatz" an der Wilhelmstraße noch eine Schaukel und Sand.
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Trostlos: Immerhin gibt es auf dem "Spielplatz" an der Wilhelmstraße noch eine Schaukel und Sand.

Stadtleben

Hofheimer Vater klagt: "Alles andere als familienfreundlich"

  • VonBarbara Schmidt
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Viele Spielgeräte in der City sind kaputt oder abgebaut. Die Stadt will sich jetzt kümmern

Hofheim -Sascha Höhn ist Vater von zwei kleinen Kindern. Der Hofheimer hat gerade im strengen ersten Lockdown der Pandemie erfahren, wie wichtig für Kinder - aber auch für ihre Eltern - Spielplätze und auch einzelne Spielgeräte sind. In den Wochen zwischen März und Mai vergangenen Jahres waren sie ja allesamt aus Sorge vor Ansteckung gesperrt worden. Dass einige Wipptiere ersatzlos abgebaut wurden, hat Sascha Höhn daher alarmiert. Alles andere als familienfreundlich sei das, findet der zweifache Papa. "Wenn man mal sieht, wie oft und wie viele Kinder auf diesen Wipptieren ihre Zeit verbringen, wie viele Eltern stehen bleiben und dadurch mit anderen ins Gespräch kommen, merkt man, dass solche Orte mehr als nur Beschäftigung der Kinder sind", so Höhn. Von "Aufenthaltsqualität" sprechen die Stadtplaner. Auf seine Nachfrage im Rathaus, ob Ersatz geplant sei, habe er keine Antwort bekommen, sagt der Hofheimer, der sich darum an das Kreisblatt gewandt hat.

Das hat immerhin Auskunft erhalten. Das Wipptier vor dem Kaufhaus Diener, das mit dem Umbau dort verschwunden ist, sei "ursprünglich eine Spende der Firma Diener" gewesen, erläutert Pressesprecher Jonathan Vorrath. Es habe zudem "zumindest zum Teil auf Privatgelände" gestanden. "Aufgrund der reduzierten Platzverhältnisse und der notwendigen Sicherheitsabstände" habe es nicht mehr aufgestellt werden können, so Vorrath. Sascha Höhns Eindruck ist vielmehr, dass der Schaffung eines Parkplatzes an eben jener Stelle von der Stadt der Vorrang eingeräumt wurde.

Auch vor der Naspa in der unteren Hauptstraße wurde eines der beiden Wipptiere abgebaut. Die Stadt erklärt dies hier mit "Sicherheitsgründen" und kündigt an, Ersatzgeräte seien bestellt "und werden im Laufe des kommenden Winters wieder aufgestellt, wobei für die neuen Geräte auch noch zusätzlicher Fallschutz in Form von Fallschutzplatten hergestellt werden muss".

Am Ambettbrunnen ist ein Spielgerät von Absperrungen umgeben. Dies sei ebenfalls aus Sicherheitsgründen passiert, so Vorrath. "Ein Ersatzgerät werden wir in den kommenden Tagen bestellen und dann im Laufe des kommenden Winters einbauen. Ein zeitnaher Einbau ist nicht möglich, auch hier gibt es Lieferzeiten von 2 bis 3 Monaten", macht der Rathaussprecher deutlich.

Sascha Höhn ist zudem der trostlose Zustand des Spielplatzes an der Wilhelmstraße aufgefallen. Hier wurde ein Klettergerüst ersatzlos entfernt, der Sandkasten wirkt eher wie eine Sandgrube, alles was es auf dem recht großen Gelände sonst noch gibt, ist eine einzelne Schaukel.

"Notwendige Investitionen", heißt es dazu aus dem Rathaus, seien "zurückgestellt" worden, da der Platz kaum noch genutzt worden sei. "Durch die Neubauten in der näheren Umgebung hat sich die Situation aber wieder geändert", hat auch die Stadt gemerkt. Daher sei "vorgesehen, den Platz bis zum kommenden Frühjahr mit neuen Spielgeräten und Sitzgelegenheiten auszustatten."

Dass es im Park in der Wilhelmstraße gänzlich an Spielmöglichkeiten fehlt, führt die Stadt eben auf die Nähe des derzeit so öden Spielplatzes zurück, "der jetzt ja auch wieder erneuert und damit wesentlich attraktiver werden wird."

Stadtsprecher Vorrath ergänzt noch, dass "aufgrund von Baumaßnahmen und Spielgeräteerneuerungen" der Spielplatz Am Ranzenbrunnen und Teile des Spielplatzes Am Forsthaus gesperrt worden seien. Nun sei der Spielplatz Am Ranzenbrunnen wieder offen und auch Am Forsthaus würden "die Restarbeiten zeitnah erfolgen." babs

Außer Betrieb: Das defekte Spielgerät in der Grünanlage am Ambettbrunnen wurde mit Sperren gesichert, damit es niemand nutzt.
Demontiert und zugepflastert: Vor der Naspa in der Hauptstraße stand vor dem Elefanten mal ein zweites Spielgerät.

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